Vielen Lesern ist Ernest Drake bereits durch seine Drachen-Expeditionen bekannt, von denen in zahlreichen Büchern vom Ars-Verlag erzählt wird. Nun widmet sich der fiktive Forscher auch anderen fantastischen Wesen und begibt sich auf eine Reise in geheime Welten. Der vorliegende Band ist so geschrieben, dass man wirklich glauben könnte, Drake und seine Forschungen seien real. Nicht nur die Ich-Form, in der von den Erlebnissen berichtet wird, sorgt für diesen Eindruck, auch die gesammelten Informationen und die beiliegenden Materialien verstärken die Illusion.
Ernest Drake nimmt den Leser mit auf seine Weltreise. So liest man nach und nach von vielen Fabelwesen, die den Weg in unsere oder auch fremdländische Mythen gefunden haben. Nach einer kurzen Einführung gibt es zuerst eine riesige, ausklappbare Karte zu entdecken, auf der man nicht nur die Reiserute verfolgen kann, der Drake gefolgt ist, sondern auch sieht, in welchen Gegenden der Welt welche Fabelwesen heimisch sind. Die anschließend vorgestellten fantastischen Wesen sind nach den Elementen angeordnet, in denen sie leben. Zuerst trifft man die zu Lande, wie zum Beispiel das Einhorn, die Chimäre oder den Yeti. Sie werden in kurzen Stichpunkten vorgestellt, die unter anderem den lateinischen Fachausdruck, die Maße, Angriffstechniken oder das Aussehen beinhalten. Nahtlos geht es über zu den im Wasser lebenden Wesen. Die Zeichnung eines riesigen Meeresungeheuers, das mit einem Riesenkraken kämpft, zieht die Blicke unweigerlich auf sich. An manchen Stellen gibt es sogar Proben von den Tieren, hier ist die Haut eines solchen Ungeheuers. In der Luft trifft man zum Beispiel auf Greife oder den Phönix. Zuletzt werden noch die Fabelwesen vorgestellt, die zum Teil menschlich sind. Hierzu zählen die Harpie, die Sphinx oder Zentauren. Um das Buch für junge Entdecker besonders reizvoll zu machen, folgen noch Hinweise dazu, wie man fantastische Wesen aufspüren kann, was man dazu als Ausrüstung braucht oder wie man das Entdeckte dokumentiert. Zum nachmachen laden dabei die zahlreichen Zauberformeln ein, die die Fabelwesen anlocken oder die Kommunikation mit ihnen ermöglichen sollen. Als weiteres Highlight befinden sich eingelassen in die Rückseite des Bandes weitere "Schätze" für Fabelwesenkundler, darunter das Fell eines Yetis oder ein "Bernstein". Ein Platz wurde für eine Entdeckung des neuen Besitzers des Buches freigelassen.
Die Reihe der Bücher aus der Feder von Dugald A Steer, der die Rolle von Autor Ernest Drake übernimmt, sind bei Liebhabern bereits legendär. Jeder einzelne Band verspricht viel Spaß. Die einzelnen Bücher sind alle fest gebunden und wunderschön gestaltet. Dieses enthält drei in das Cover eingelassene, blutrote Steine und zeigt eine grün schimmernde Strichzeichnung, die es sehr edel aussehen lässt. Durch die vielen kleinen Extras wie kleine, eingeklebte Bücher, Briefe, die man entnehmen kann, die große Karte oder die Proben von den Fabelwesen wirkt der Inhalt sehr greifbar und real, auch wenn er natürlich nur der Fantasie des Autoren und der Illustratoren entsprungen ist.
Fazit: "Expedition in geheime Welten - Fantastische Wesen" ist ein weiterer, gelungener Band der "Ernest Drake"-Reihe. Offensichtlich können neben Drachen auch andere Fabelwesen gekonnt in Szene gesetzt werden. Das Buch lädt zum Entdecken ein. Außerdem ist es mit vielen kleinen, liebevoll erdachten Extras ausgestattet, die es zu einem kleinen Schatz im Bücherregal werden lassen.