Endlich gibt es ein aktuelles Buch über eine aktuelle Forschungsreise des Forschungsschiffes Meteor. Um es gleich vorweg zu sagen, die Kombination von Text, Bildern und Graphiken haben mich begeistert und dazu gebracht alles in einem Rutsch durchzulesen. Es ist fesselnd geschrieben, auch das Auge liest mit, denn die Abbildungen erregen sofort das Interesse des Lesers. Gerade die neuen ferngesteuerten Tiefsee-Roboter wie Quest und der DOS (Deep Sea Observation System) des IFM-GEOMAR bringen hervorragende Bilder aus den immer dunklen Tiefen des Meeres. Viele Bilder sind hier zum ersten Mal veröffentlicht.
Besonders gut gefällt mir an diesem Buch, dass die Autoren einen bestimmten Fahrtabschnitt, nämlich den M66-2, also den zweiten Abschnitt der 66. Forschungsfahrt der Meteor ausführlich darstellen und nicht einen Querschnitt über die gesamten Fahrten der letzten zwanzig Jahre. Auf dieser speziellen Fahrt werden die Untersuchungen am Kontinentalabhang längs der pazifischen Küste Costa Ricas und Nicaraguas beschrieben. Die Autoren haben sich für eine gute Mischung entschieden, bestehend aus der Schilderung der Atmosphäre des wissenschaftlichen Arbeitens auf einem Forschungsschiff, speziell der Meteor, der Darstellung wissenschaftlicher Fragen, hauptsächlich der Meeresgeologie, hier der Wechselwirkung des bewegten Meeresbodens mit dem darüber liegenden Wasserkörper. Die Meeresbiologie kommt meines Erachtens ein wenig zu kurz, weil es offensichtlich nicht das Schwerpunktthema dieser Reise war. Es ist ein grundsätzliches Problem wie man auf einer meereskundlichen Forschungsfahrt all die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen gleichwertig bearbeiten soll und kann. Dies setzt ein großes Maß an Planung und Organisation voraus. Zusätzlich kommt es auf See auch noch durch Wind und Wetter zu unliebsamen Störungen und Änderungen der Planung. Nun will ich nicht noch weiter abschweifen und lieber dem Buch eine große Verbreitung wünschen und die Autoren, aber auch deren Kollegen dazu ermuntern, mehr solcher Bücher für ein breiteres Publikum zu verfassen. Die Meere und damit auch die Ergebnisse der gesamten Meeresforschung beeinflussen mehr und mehr das Leben der Menschen auf dem Lande in vielen unterschiedlichen Bereichen wie Ernährung, Erholung, Verkehr, Klima und Wirtschaft. Diese Einflüsse sinnvoll zu steuern und zu nutzen kann nur durch verbreitetes Wissen erfolgen.