Das Becherlupen-Forscherbuch steht auf der Auswahlliste des JUGENDSACHBUCHPREISES 2010, der jährlich vom Verein für Leseförderung und der GEW verliehen wird. Die Begründung der Jury lautet:
"Wenn, vor einigen Jahren, junge Forscher im Haus oder heimischen Garten auf Entdeckungstour gingen, bereit, Flora und Fauna auf den Grund zu gehen, waren sie meist mit einem Schuhkarton ausgerüstet, in welchen- im Idealfall- einige Luftlöcher gestochen wurden. Hierin wurden all die interessanten Entdeckungen gesammelt, die, nach erfolgtem Streifzug, zu Hause beobachtet und bestaunt werden sollten. Daheim angekommen, bestand die Kunst darin, den Deckel zu öffnen, ohne einem Großteil des Inhaltes bereits zu diesem Zeitpunkt unfreiwillig die Freiheit zu schenken.
Schiebt man einmal die nostalgische Sicht auf die frühen Forschererfahrungen beiseite, so bleibt ein großes Interesse am Leben und den Vorgängen in der Natur- mit anderen Mitteln und etwas Know-How wäre die wissenschaftliche Ausbeute nach unseren Streifzügen sicherlich höher gewesen.
Kinder und Jugendliche von Heute dürfen unseren alten Schuhkarton getrost belächeln-längst haben sie in Kindergarten und Schule die Arbeit mit der Becherlupe kennengelernt: unter Anleitung werden vielbebeinte oder geflügelte Krabbler in das transparente Kunststoffbehältnis verbracht und mittels der Lupen im Deckel beobachtet. Ein aufgedrucktes Bodenraster hilft fortgeschrittenen Jung-Biologen bei der genaueren Erfassung des lebendigen Objektes. Nach erfolgter Untersuchung kann das Tier unproblematisch zurück in seinen Lebensraum entlassen werden.
Wer zuhause weiter forschen möchte, vielleicht schon einige eigene Becherlupe besitzt, dem sei das vorliegende Buch von Bärbel Oftring "Das Becherlupen-Forscherbuch" aus dem Verlag moses, wärmstens empfohlen:
Die Aufmachung des handlichen Ringbuches lädt zum Loslegen ein: Die Seiten werden von zwei festen Buchdeckeln gehalten, die mit einem Gummi geschlossen werden können, unterwegs kann es bequem in einer Hand getragen werden. Es ist stabil genug, um mit dem beigefügten Bleistift Beobachtungen in den vorbereiteten Feldern zu notieren.
Zum Einstieg kann ein Forscher-Steckbrief ausgefüllt werden, es schließt sich das übersichtliche Inhaltsverzeichnis an. Bevor es an die Arbeit geht, wird der Aufbau der Lupe, sowie ihr richtiger Einsatz erklärt. Hinweise zum korrekten Umgang mit den kleinen Tieren werden ganz selbstverständlich in den Fließtext integriert.
Die Autorin konzentriert sich auf vier Einsatzbereiche, denen jeweils eine Einführungsseite vorangestellt ist: Mit der Becherlupe rund ums Haus, im Wald, auf Feld und Wiese und am Wasser: Zwischen sieben und neun exemplarisch behandelte Tiere, wie der Regenwurm, die Stubenfliege, die rote Waldameise oder die Weinbergschnecke werden pro Themengebiet vorgestellt, ihr häufiges Vorkommen und die gute Durchführbarkeit der Beobachtungen garantieren den erwünschten Forschererfolg:
Die Doppelseiten, die sich mit dem jeweiligen Tier beschäftigen, wurden von Gerd Ohnesorge und Axel Nicolai passend zum Lebensraum der Tiere illustriert, Fotografien werden mit detailgetreuen Farbbildern ergänzt. Ein Steckbrief liefert die wichtigsten Informationen, die im überschaubaren Fließtext vertieft werden, sogar die Fundumstände können über ein Multiple-Choice-Feld und einen Notizbereich angegeben werden. Beobachtungsanregungen und Spezialhinweise sorgen für Abwechslung und regen die Neugier der Forscher an.
Das doppelseitige Glossar erklärt zum Abschluss die schwierigsten Wörter und rundet das gelungene Arbeitsbuch sinnvoll ab.
Das "Becherlupen-Forscherbuch" stellt eine sinnvolle Anleitung zum ersten und auch weiterführenden Erkunden der näheren Umgebung dar. Dabei gibt es einen niveauvollen und sachlichen Einblick in die Art und Weise wissenschaftlichen Arbeitens. Kleine und große, junge und junggebliebene Forscher können allein und gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen. Nur der Schuhkarton muss jetzt endgültig zuhause bleiben."