Aus Jazz wird Klub-Musik. 10 Jahre hat das Frankfurter Label Infracom tolle Musik produziert, die immer noch hörenswert und zeitlos ist (z.B. Tribes of da Underground I-VI). Und sich, den Musikern und Hörern in 2002 zum 10. Geburtstag ein schönes Geschenk gemacht: Aus Klub-Musik wird Jazz. Die erste Re:Jazz war als Projekt gestartet und nach einem tollen Erfolg, der weit mehr als ein "Dankeschön" war, wurde in 2004 auch eine Vol. 2 veröffentlicht. Daß die jetzt dritte Produktion, vier Jahre nach dem Debut, nochmal zulegen kann, erscheint nur bei flüchtigem Hinsehen unglaublich: Das Projekt wurde zum Konzept und das Konzept zur Welle, weil der Kreislauf des "Sich-selbst-neu-Erfindens" für alle Jazzer eine Herausforderung, Spiel und Leidenschaft ist, für die Re:Jazz den Raum bietet. Mein Favorit ist "Gabrielle", bei dem Alice Russell mit großer Hingabe zu einer Eigenkomposition der Re:Jazz Band singt, die damit das ursprüngliche Konzept der Neuinterpretation von Club-Track erweitert und ergänzt.
Trotz Ohrwurmcharakter offenbaren alle Stücke auch nach dem x-ten Hören immer wieder neue Einblicke und werfen die Frage auf, warum Avantgarde nicht schneller zum Mainstream wird. Und obwohl "Expansion" sich noch viel länger und weiter dehnen und drehen wird, kann ich doch nicht schon jetzt eine kleine Neugier verleugnen, welche Musiker sich wohl als nächstes inspirieren lassen, bei Vol. 4 mitzuwirken...