Kurzbeschreibung
Business Angels sind als vermögende Privatinvestoren Teil des nicht-institutionellen informellen Beteiligungskapitalmarktes, der in den vergangenen Jahren weltweit stark an Bedeutung zugenommen hat. Der Ausstieg aus einer Beteiligung, so genannter Exit, stellt einen wesentlichen Schritt innerhalb des Beteiligungsprozesses von Business Angels dar, weil damit der finanzielle Erfolg der Beteiligungsinvestition determiniert wird. Ein Interessenkonflikt kann beim Exit dann auftreten, wenn mehrere am späteren Verkauf beteiligte Vertragsparteien unterschiedliche Beteiligungs- und Exitziele verfolgen.
Der Autor systematisiert die relevanten Zielsetzungen und Beteiligungsmotive der drei Vertragsparteien - Unternehmensgründer, Business Angel und Venture Capitalist - auf Grundlage institutionenökonomischer Theorien, entscheidungstheoretischer Überlegungen und Experteninterviews. Daraus abgeleitet werden ökonomische und außerökonomische Zieldivergenzen, die für unterschiedliche Exitpräferenzen der Beteiligten in Bezug auf Exitform und -zeitpunkt sprechen. In diesem Zusammenhang spielen der kritische Exiterlös und die Verteilung der Exitkontrolle unabhängig von der faktischen Stimmrechtsmehrheit eine zentrale Rolle in der Argumentation zur Optimierung der Exitentscheidung.
Aufbauend auf den Ergebnissen der theoretischen Untersuchung, entwickelt und bewertet der Autor abschließend Lösungsmechanismen zur Beeinflussung des Exits und stellt damit Möglichkeiten zur Verfolgung eigener Exitstrategien durch Business Angels vor. Hierbei wird unterschieden zwischen vorvertraglichen, vertraglichen und nachvertraglichen Elementen im Beteiligungsprozess und geeigneten Finanzierungsinstrumenten zur Durchsetzung spezifischer Exitstrategien. Die herausgearbeiteten Ergebnisse haben weitreichende Konsequenzen für die Beteiligungsinvestition, den Beteiligungsprozess und die Wahl des Syndizierungspartners von Business Angels, weil die Orientierung am Exit die Einbeziehung exitrelevanter Entscheidungsparameter für alle Schritte der Beteiligung erfordert. Die vorliegende Arbeit dient Business Angels als Gestaltungsrahmen, um eigene Exitstrategien entwickeln und konsequent umsetzen zu können.
Über den Autor
Christian Schütz wurde 1972 in Mainz geboren. Er studierte nach Bundeswehr und Ausbildung zum Bankkaufmann Betriebswirtschaftlehre an der European Business School (ebs) in Oestrich-Winkel sowie an der Ecole Supérieure de Commerce in La Rochelle, Frankreich, und an der San Francisco State University, USA. Er schloss das Studium 2000 als Diplom-Kaufmann ab und arbeitete seitdem als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bank- und Finanzmanagement an der European Business School (Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner). Forschungsschwerpunkte waren neben der Unternehmensbewertung die Bereiche Entrepreneurial Finance, Corporate Finance und M&A. Seit 2003 ist er im Entrepreneurial Finance im Bereich Seed- und Start-up-Finanzierung tätig.