Kurzbeschreibung
Das Schwerpunktthema des Bandes bilden Fragen der jüdischen Identität und der Akkulturation im Exil und Nachexil. Die Beiträge befassen sich einerseits mit der widerspruchsvollen und auch aus der Sicht der Betroffenen ambivalenten Vertreibungspolitik der Nationalsozialisten, die von der Ausschließung und Entrechtung der deutschen Juden, von der Emigration bis zur Shoah führte. Die besondere Aufmerksamkeit gilt andererseits der Perspektive der Betroffenen, insbesondere der bisher weniger berücksichtigten Flucht nach Palästina, der Exilerfahrung in verschiedenen europäischen und überseeischen Aufnahmeländern (Frankreich, Großbritannien, Mittel- und Osteuropa, USA und Südamerika) sowie der erfolgreichen oder gescheiterten Remigration. Beiträge über einzelne Wissenschaftsbereiche wie die Geschichts- und Literaturwissenschaften und Aufsätze zur Problematik der Dokumentation und medialen Vermittlung jüdischer Exilerfahrung thematisieren Defizite und Perspektiven der Wirkungsgeschichte jüdischer Emigration. Die Beiträge stammen von Markus Bauer, Wolfgang Benz, Stephan Braese, Gabriela A. Eakin, Julia Franke, H. U. Horch, Andreas Klugescheid, Barbara von der Lühe, Jürgen Matthäus, Kerstin E. Schirp, Hillel Tryster, Irmtrud Wojak.
Über den Autor
Claus-Dieter Krohn, geboren 1941 in Hamburg, ist Professor für Neuere Geschichte und lehrt im Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Lüneburg.