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Exil: Roman (Feuchtwanger GW in Einzelbänden)
 
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Exil: Roman (Feuchtwanger GW in Einzelbänden) [Taschenbuch]

Lion Feuchtwanger
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 862 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 5 (23. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746656311
  • ISBN-13: 978-3746656311
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,6 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 177.793 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Lion Feuchtwanger
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Exil
OA 1940 Form Roman Epoche Moderne
In Exil verbindet Lion Feuchtwanger eine fassettenreiche Schilderung der Exilsituation der aus Nazi-Deutschland Emigrierten bzw. Vertriebenen mit einer Selbstverständigung über die künstlerischen sowie politischen Aufgaben und Wirkungen der Emigranten.
Entstehung: Feuchtwanger schrieb Exil zwischen 1935 und 1939 in Frankreich, seinem ersten Zufluchtsland. Der Roman schließt seine Wartesaal-Trilogie ab, die sich mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus und Reaktionen darauf auseinander setzt. Der erste Teil, Erfolg (1930), behandelt u. a. den Hitler-Putsch von 1923; der zweite Teil, Die Geschwister Oppermann (1933), befasst sich mit der nach der Machtübernahme der Nazis einsetzenden Verfolgung der Juden.
Für Exil griff Feuchtwanger authentische Figuren und Ereignisse auf, insbesondere die Entführung des emigrierten Journalisten Berthold Jacob nach Deutschland und einen Skandal um eine Emigrantenzeitschrift; tatsächlich von den Nazis lahm gelegt wurde allerdings die Westland, nicht das ansonsten als Modell dienende Pariser Tageblatt.
Inhalt: Exil spielt 1935 in Paris. Im Mittelpunkt steht der Komponist Sepp Trautwein, der aus Ablehnung der Nazi-Ideologie mit seiner Frau Anna und seinem Sohn Hanns aus Deutschland emigriert ist. Aus moralischer Empörung über die Entführung des Journalisten Friedrich Benjamin durch die Gestapo übernimmt er dessen Stelle bei der Emigrantenzeitschrift »Pariser Nachrichten«. Einst unpolitisch, sieht Trautwein politisches Eingreifen nun als notwendig an und lässt dafür zeitweilig seine Musik ruhen. Seine flammenden Artikel tragen zur Befreiung Benjamins aus dem Konzentrationslager bei, verstärken jedoch auch die Bestrebungen der Nazis, die Emigrantenpresse zum Schweigen zu bringen. Der zynische Mitläufer Erich Wiesener, Frankreich-Korrespondent deutscher Zeitungen und angreifbar durch seine Beziehung zu einer Französin mit jüdischen Vorfahren, schmiedet das Komplott, über die Erpressung des Verlegers an die Zeitschrift heranzukommen. Sein Plan scheitert, weil die Redakteure sich den Eingriffen ihres Verlegers widersetzen und eine eigene Zeitschrift herausbringen.
Ein weiterer Handlungsschwerpunkt liegt auf der Darstellung der Mühsal des alltäglichen Lebens im Exil mit seinen Sorgen ums Überleben und dem häufigen Abgleiten in Armut oder Resignation. Anna, auf der die ganze Sorge lastet, ihre Familie über Wasser zu halten, fühlt sich, als die Einnahmen schwinden, dem Druck nicht mehr gewachsen und begeht Selbstmord. Einen Gegenpol zu ihrer Verzweiflung bildet Hanns, der seine Hoffnung auf den Kommunismus setzt, die damals vielfach propagierte Idee einer Volksfront gegen die Nazis vertritt und schließlich nach Moskau geht.
Sepp wiederum, der sich zu einem radikalen Humanismus bekennt, vollzieht im Exil den Weg vom Ästhetizismus zur engagierten Kunst. Seine am Schluss vollendete »Wartesaal«-Sinfonie wird zum Gleichnis für das Exil, einer Zeit bitteren Wartens, einer Übergangszeit, aber auch eines Aufbruchs zu neuen Zielen.
Wirkung: Der in einem Exilverlag erschienene Roman wurde gleich ins Englische und Russische übersetzt. Die erste deutsche Ausgabe kam in der DDR heraus; in der Bundesrepublik erschien Exil erst 1979 – seine prokommunistischen Äußerungen hatten während des Kalten Krieges den Blick auf das Werk als zeitgeschichtliches Panorama verstellt. Zu einer neuen Annäherung trug die Fernseh-Verfilmung (1981) von Egon Günther bei. P. G. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Exil spielt 1935 in Paris. Im Mittelpunkt steht der Komponist Sepp Trautwein, der aus Ablehnung der Nazi-Ideologie mit seiner Frau Anna und seinem Sohn Hanns aus Deutschland emigriert ist. Aus moralischer Empörung über die Entführung des Journalisten Friedrich Benjamin durch die Gestapo übernimmt er dessen Stelle bei der Emigrantenzeitschrift >>Pariser Nachrichten<<. Einst unpolitisch, sieht Trautwein politisches Eingreifen nun als notwendig an und lässt dafür zeitweilig seine Musik ruhen. Seine flammenden Artikel tragen zur Befreiung Benjamins aus dem Konzentrationslager bei, verstärken jedoch auch die Bestrebungen der Nazis, die Emigrantenpresse zum Schweigen zu bringen. Der zynische Mitläufer Erich Wiesener, Frankreich-Korrespondent deutscher Zeitungen und angreifbar durch seine Beziehung zu einer Französin mit jüdischen Vorfahren, schmiedet das Komplott, über die Erpressung des Verlegers an die Zeitschrift heranzukommen. Sein Plan scheitert, weil die Redakteure sich den Eingriffen ihres Verlegers widersetzen und eine eigene Zeitschrift herausbringen. Ein weiterer Handlungsschwerpunkt liegt auf der Darstellung der Mühsal des alltäglichen Lebens im Exil mit seinen Sorgen ums Überleben und dem häufigen Abgleiten in Armut oder Resignation. Anna, auf der die ganze Sorge lastet, ihre Familie über Wasser zu halten, fühlt sich, als die Einnahmen schwinden, dem Druck nicht mehr gewachsen und begeht Selbstmord. Einen Gegenpol zu ihrer Verzweiflung bildet Hanns, der seine Hoffnung auf den Kommunismus setzt, die damals vielfach propagierte Idee einer Volksfront gegen die Nazis vertritt und schliesslich nach Moskau geht. Sepp wiederum, der sich zu einem radikalen Humanismus bekennt, vollzieht im Exil den Weg vom Ästhetizismus zur engagierten Kunst. Seine am Schluss vollendete >>Wartesaal<<-Sinfonie wird zum Gleichnis für das Exil, einer Zeit bitteren Wartens, einer Übergangszeit, aber auch eines Aufbruchs zu neuen Zielen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Frodo
Format:Taschenbuch
Kurz nach der Machtergreifung Hitlers ist die Münchner Familie Trautwein nach Paris emigriert und versucht, im Exil ein neues Leben zu beginnen. Keine leichte Aufgabe, findet Musiker und Komponist Sepp leider keine Anstellung, um seiner Leidenschaft nachzugehen, sondern arbeitet stattdessen bei einer Emigrantenzeitung, den "Pariser Nachrichten", Ehefrau Anna arbeitet als Aushilfe bei einem Zahnarzt, Sohn Hanns will seine Schule beenden und träumt von einem Studium der Architektur in Moskau, ist er doch ein treuer Anhänger des Kommunismus, was nicht selten zu Auseinandersetzungen mit seinem Vater führt.

Aufhänger der gesamten Geschichte ist die Entführung von Friedrich Benjamin, einem sehr guten Freund von Sepp, ebenfalls Mitarbeiter bei den PN. Benjamin wird an der Schweizer Grenze von den Nazis abgefangen und verschleppt, woraufhin Sepp dessen Posten bei der Zeitung erhält und sogleich mit politischen, von Emotionalität geprägten Artikeln für dessen Freilassung kämpft - was ihm letztendlich auch gelingt. Doch der Fall schlägt Wellen bis nach Berlin und so wird Parteimitglied Wiesener damit beauftragt, die Zeitung zu zersetzen und die Emigranten mundtot zu machen...

Feuchtwangers "Exil" beendet die Wartesaal-Trilogie, jedoch ist jeder Teil davon ein in sich abgeschlossener Roman. Der Autor ergießt sich gerne in ausführlichen Schilderungen über die Gedanken, Gefühle und Hintergründe der einzelnen Charaktere oder beschreibt sehr ausführlich Atmosphäre und Schauplätze. Auch der etwas ungewöhnliche Schreibstil, in dem häufig die Erzählzeit gewechselt wird, bedarf etwas an Geduld, doch es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Jeder der Charaktere verfolgt stur sein eigenes Ziel, wodurch Konflikte entstehen: sei es Anna, die für die Veröffentlichung von Sepps Synfonie kämpft, Nazi Wiesener, der seine Liebesbeziehung mit einer Jüdin, aus der auch ein gemeinsames Kind hervorgeht, zu verheimlichen versucht oder der jüdische Redakteur Gingold, der zusehends unter Druck gerät...detailliert, facettenreich und glaubwürdig beschreibt Feuchtwanger das Leben im Exil sowie die faschistische Politik der Nationalsozialisten. Dabei wird sehr deutlich thematisiert, was Heimatverlust wirklich bedeutet und wie es ist, jeden Tag als Herausforderung annehmen zu müssen, schließlich war auch Feuchtwanger selbst im Exil. Ein beeindruckendes Werk, das man gelesen haben sollte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tom Kadi VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Der Wartesaal - so heisst die Sinfonie, die Sepp Trautwein, eine der Hauptfiguren des Romans - komponiert. Auch Feuchtwanger sass in diesem Wartesaal, als er 1939 kurz vor dem Ausbruch des Krieges seinen Roman fertigstellte. Der heutige Leser weiß mehr als der Autor: Feuchtwanger konnte nicht ahnen, dass er den jungen Kommunisten Hanns wahrscheinlich ins Gulag schickt, als er ihn in die Sowjetunion reisen lässt; er überblickt welche Implikationen es sehr bald haben wird, dass Sepp die Chance vergibt, von Paris nach London zu wechseln; er hat nur ein vages Gespür für die mörderischen Geschehnisse, die den Nürnberger Gesetzen folgten. Spannend ist der Roman auch wegen der Innenansicht auf die deutsche Emigration. Wie weit entfernt sind inzwischen die Diskussionen, die damals die Herzen bewegt haben. Immer noch aktuell aber die Auseinandersetzung mit den Fragen von Zivilcourage und Oppurtunismus - in diesem Zusammenhang begegnet der Leser in zwei Kapiteln auch Furtwängler (wenn auch unter fremdem Namen).
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Exil ist ein echter Feuchtwanger und verdient meiner Meinung nach die fÃnf Sterne vollkommen.
Mit vielen sehr liebevoll herausgearbeiteten Details wird der Leser in die Handlung gezogen. Der Roman enthÃlt vieles, was man auch aus anderen Werken Feuchtwangers kennt, ja erwarten darf. Das bezieht sich in diesem Fall - wie gewohnt - auch auf den Umfang, ca. 850 Seiten.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht wieder der Schicksal einiger "ausgewÃhlter" Menschen, sie alle tragen den typischen "Feuchtwanger-Stempel" niemals aktenkundig erwÃhnt worden zu sein, und doch so zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort existiert zu haben.
Was mich immer wieder fasziniert ist Feuchtwangers Gabe, so kurze Zeit nach dem eigentlichen Geschehen (das Buch spielt 1935, fertig gestellt wurde es 1939) ein so umfÃngliches Werk zu schaffen, das mit derartig vielen, recherchierten wie hervorragend komponierten, Details nicht nur ein Bild, sondern eher schon ein Relief einer Zeit zu geben, so dass man beinahe meint, eintauchen zu können.
Bemerkenswert an Exil ist unter vielem anderen, dass F. als durchlaufende Handlung die Arbeit in einer Zeitung darstellt (und die Frage nach Macht und Ohnmacht von Worten aufwirft), dargestellt an einer Person, die Musiker ist.
Hinzu kommen noch einige andere interessante (und auch schon bekannte) Motive, die sich in anderen Romanen wiederfinden, z.B. Vater und Sohn.
Warum Exil in meinen Augen trotzdem nicht Feuchtwangers bestes Werk ist liegt am Vergleich: mir persönlich liegt Erfolg zum einen wegen des Schauplatzes, zum anderen wegen der etwas gröþeren Brisanz und Eindringlichkeit noch etwas mehr am Herzen.
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