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Exerzierplatz: Roman Taschenbuch – 1. Januar 1989


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423109947
  • ISBN-13: 978-3423109949
  • Größe und/oder Gewicht: 12 x 2,7 x 19,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 120.561 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Siegfried Lenz gehört zu den wichtigsten Vertretern einer Autorengeneration, die die Zeit des Dritten Reiches und ihre Auswirkungen auf die deutsche Nachkriegsgesellschaft literarisch verarbeitet hat. Seine Romane, allen voran "Die Deutschstunde" von 1968, machten ihn einem internationalen Publikum bekannt und gehören heute längst zum Lesekanon nicht nur an deutschen Schulen. Lenz wurde 1926 in Lyck in Ostpreußen geboren und studierte nach dem Krieg Philosophie, Anglistik und Deutsche Literaturgeschichte in Hamburg. Er war zunächst als Journalist für "Die Welt" tätig, bevor er sich 1951 entschied, als freier Schriftsteller zu arbeiten.

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Siegfried Lenz, der am 17. März 1926 in Lyck, einer kleinen Stadt im masurischen Ostpreußen geboren wurde, zählt seit langem zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Nachdem Lenz aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, ging er nach Hamburg und studierte Philosophie, Anglistik und deutsche Literaturgeschichte, ehe er 1950/51 als Redakteur für die "Welt" arbeitete. Seit 1951 lebt er als freier Schriftsteller in Hamburg. Bereits mit seinem ersten Roman gelang es ihm, die Kritik und die Leser für sich einzunehmen, und bis heute zeichnet sich Lenz' Werk dadurch aus, daß es menschliche Schicksale und aktuelle gesellschaftliche Fragen auf eine Weise verknüpft, die literarisch ambitioniert die Bedürfnisse breiter Leserschichten nicht vernachlässigt. Weite Teile des Lenzschen Werkes sind geprägt durch die Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Problemen (etwa die Romane "Der Mann im Strom", 1957, oder "Brot und Spiele", 1959, einer der wenigen geglückten Sportromane der deutschen Literatur) und mit dem Dritten Reich bzw. seiner Verarbeitung. Zu Lenz' größtem Erfolg wurde dabei der 1968 erschienene Roman "Deutschstunde", der auch internationalen bahnbrechend wurde. Wie der junge Siggi Jepsen darin die Geschichte seines Vaters, eines norddeutschen Polizisten, der es im Nationalsozialismus für seine Pflicht hält, das Malverbot seines Freundes Nansen zu überwachen, erzählt, ist eine bis heute bestechende Demaskierung eines pervertierten Pflichtbegriffs und wurde von vielen als befreiende künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema verstanden. Der "Deutschstunde" folgten viele große Romane ("Heimatmuseum", 1978, "Der Verlust", 1981, "Exerzierplatz", 1985 oder "Die Auflehnung", 1994), die Lenz unverrückbar an die Seite der ‚großen' deutschen Gegenwartsautoren wie Heinrich Böll, Günter Grass oder Martin Walser stellten. Sein Werk umfaßt alle literarische Gattungen: Lenz arbeitete für das Theater ("Zeit der Schuldlosen", 1961), schrieb Hörspiele ("Haußuchung", 1967) und Essays ("Über den Schmerz", 1997), und für viele Leser ist er nicht zuletzt ein Meister der "kleinen Form". Seine oft humoristisch grundierten Erzählbände wie "So zärtlich war Suleyken" (1955), "Lehmanns Erzählungen" (1964) und "Der Geist der Mirabelle" (1975) belegen dies trefflich. Siegfried Lenz wurde für sein Œuvre mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, darunter der Gerhart-Hauptmann-Preis, der Bayerische Staatspreis für Literatur, der Thomas-Mann-Preis, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main, der Lew-Kopelew Preis für Frieden und Menschenrechte 2009 und zuletzt der Nonino-Preis 2010 für sein Werk. Am 18. Oktober 2011 wurde ihm zudem die Ehrenbürgerwürde seiner Geburtsstadt Lyck verliehen. Seine Auszeichnungen galten dem literarisch unvergleichlichen Werk, und sie rühmten immer auch das unerschrockene Engagement des Autors.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Marcus Assindia am 9. Mai 2011
Format: Gebundene Ausgabe
Ich mag die Literatur von Lenz sehr, bin mit seinen Romanen und Erzählungen immer auf Anhieb vertraut und fühle mich mit ihnen wohl. Wahrscheinlich ist es die unaufgeregte Art zu schreiben. Genauer kann ich das leider nicht beschreiben.
Der Roman erzählt, obwohl der Titel zunächst etwas irritierenden einen Ort beschreibt, die Geschichte einer Familie, die nach dem Krieg aus den Ostgebieten flieht und in Schleswig Holstein einen Neustart versucht.
Mit zur Familie gehört der Junge Bruno, dem auf der Flucht vom Oberhaupt der Familie zweimal das Leben gerettet wird, der aber bei diesen Unfällen wohl eine Kopfverletzung erleidet und danach geistig etwas behindert bleibt.
Auf der Fläche eines ehemaligen Exerzierplatzes wird nun durch den Chef, so wird das Familienoberhaupt von Bruno respektvoll genannt, gegen den Widerstand der eingesessenen Bevölkerung sehr erfolgreich ein mustergültiger Gartenbaubetrieb gegründet.
Treuester, beinahe hündisch ergebender Mitstreiter des "Chefs" ist der Junge Bruno, der trotz seiner geistigen Defizite mit einer ausgesprochenen Sensibilität und immer wieder auch durch liebevolle Förderung und Unterstützung seines Mentors ungeahnte Kapazitäten entwickelt.
Die Geschichte erzählt aber auch über 30 Jahre Aufstieg und den Niedergang des Betriebes der einhergeht mit dem Verfall der Familie. Als der "Chef" alterbedingt seine Rolle nicht mehr spielen kann, beginnt alles auseinanderbrechen. Der eine Sohn interessiert sich nicht für den Betrieb, dem anderen fehlen die Kapazitäten des Vaters.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von o-o am 26. März 2010
Format: Gebundene Ausgabe
Schade, kaum jemand scheint dieses tolle Buch noch zur Hand zu nehmen. - Könnte am Titel liegen (?), dabei schreibt Lenz hier überhaupt keine Kasernengeschichte; Soldaten kommen nur ganz am Rande vor.

Als Ich-Erzähler agiert Bruno, ein ungebildeter Baumschulgehilfe. Den Schauplatz bildet ein Gartenbaubetrieb nahe Schleswig, für dessen Aufbau nach dem 2. Welt-Krieg B. sich mit ganzer Kraft eingesetzt hat; der Hof - mitsamt der Eigentümerfamilie - stellt für den Entwurzelten DEN Lebensmittelpunkt dar.

Genial, wie Lenz die Welt mit den Augen dieses herumgestoßenen Knechts sieht, der wesentlich sensibler beobachtet, als seine Mitmenschen meinen, der aber andererseits mit seiner Beschränktheit und seinen Macken immer authentisch bleibt. Dazu steht in reizvollem Kontrast der ausgefeilte Lenz'sche Sprachstil, der zu einem solchen Charakter eigentlich passt wie der Smoking zur Müllabfuhr - der dem Leser aber Brunos Gedanken- und Gefühlsbrei übersetzt und messerscharf nachvollziehbar macht. Nach Form und Qualität das perfekte Portrait eines aufgrund der äußeren Umstände Zurückgebliebenen, zumal er ständig von Verlustängsten gequält wird.

Anhand der Hauptfiguren (Gehilfe Bruno, der "Chef" und seine Familie) schildert Lenz exemplarisch ein spannendes Vertriebenenschicksal. Obwohl oft von schrecklichen Erlebnissen traumatisiert und trotz Verlust aller Habseligkeiten gelingt der Aufbau einer Existenz aus dem Nichts. Allein Zähigkeit, Tatkraft, Know-How stehen für den allmählichen Aufstieg. Dagegen: Anfeindungen aller Art, die von den Alteingesessenen ausgehen.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Einblatt am 9. Dezember 2001
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Sie stehen in Reih und Glied, werden umsorgt und geliebt. Die blühenden Pflanzen und Bäume wachsen und gedeihen auf einem ehemaligen Exerzierplatz, der nach dem Zweiten Weltkrieg von Flüchtlingen aus dem Osten zu einer zweiten Heimat wurde.
Siegfried Lenz' "Exerzierplatz" ist wie so oft bei ihm ein Stück Vergangenheitsbewältigung, eine Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit. Dank der überragenden erzählerischen Leistung des Autors fehlt dabei nicht nur der erhobene Zeigefinger. Die Geschichte ist darüber hinaus so fesselnd erzählt, dass man das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ein Beweis dafür, dass gute deutsche Literatur nicht langweilig sein muss.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Rainer Baumgärtner am 11. November 2013
Format: Gebundene Ausgabe
Das Ergehen einer aus Ostpreusen nach Schleswig-Holstein geflohenen Gärnter-Familie, die sich gegen tausend Widerstände erfolgreich eine neue Existenz aufbaut, wird aus Sicht eines traumatisierten Jungens erzählt, der - ebenfalls Kriegsflüchtling - von ihnen aufgenommen wurde. Wer Spannung von der ersten Seite an, grosse Liebe zum Detail (insbesondere Gartenbau, Pflanzenkunde), einfühlsame Psyschologie und ruhigen Schreibstil mag, wird von diesem Meisterwerk nicht mehr loskommen. Ich hab's nun schon zweimal fasziniert durchgelesen.
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