Obwohl - oder gerade weil? - ich mich bis dato nicht mit der deutschen "Jugo-Szene" beschäftigt hatte, habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen.
Besonders die Begeisterung, mit der der Autor sich dem Thema widmet, hat mich überzeugt. Er verknüpft jüngere Musik- mit der Zeitgeschichte und flicht immer wieder auch den geschichtlichen Hintergrund der Herkunftsländer ein; die eingefügten Zeitleisten würden zwar ob der Themenwahl nicht unbedingt in dem Buch stehen müssen, erleichtern die Lektüre aber ungemein und geben einem nicht balkanpolitisch vorgebildeten Leser erst die Hintergrundinformationen, die ein Verständnis der deutschen Jugo- (und YU-Go-)Szene ermöglichen.
Der Aufbau des Buches ist übersichtlich gegliedert, so dass das geschichtliche Verständnis für die aktuelle Szene der tatsächlichen Vorstellung derselben vorangeht. Diese ist interessant und als Momentaufnahme ohne Repräsentationsanspruch wirkt sie doch gut recherchiert und bewegend.
Die Fotos fügen sich gut in das Gesamtensemble ein und sprechen doch meist für sich selbst; auch wenn gegen Ende teilweise der künstlerische Anspruch der Bilder dem Bedürfnis weicht, die porträtierten Akteure der deutschen Szene noch kurz einmal im Bild zu zeigen.