Vermutlich wähnen sich alle, die bibliophil oder -man sind, beim Lesen von Ex Libris Ms Fadiman sofort seelenverwandt. Der Wiedererkennungswert ist überaus hoch, der Unterhaltungswert der 17 Kapitel nicht minder. Amüsant und verblüffend ist es, wenn man liest, dass eine praktisch Wildfremde genauso merkwürdige Dinge tut wie man selbst. Zum Beispiel ständig Korrekturlesen, alles, Zeitungsartikel, Bücher Gebrauchsanweisungen oder Speisekarten - egal. Oder überhaupt ständig lesen, alles, Zeitungsartikel, Bücher, Gebrauchsanweisungen oder Speisekarten - egal. Oder die Aspekte, unter denen sie beim Zusammenführen ihrer Bibliothek mit der ihres Mannes doppelte Exemplare aussortiert, ihre Vorliebe für ungewöhnliche Wörter, ihr kleiner Exkurs über thematische zusammengehörende Werke in Bibliotheken, die in keinem Zusammenhang zu allen anderen Büchern der Bibliothek zu stehen scheinen, die aber anscheinend in allen Bibliotheken existieren (in ihrem Fall sind es Bücher über Polarforscher). Sehr lustig auch die Kapitel über Plagiate in der Literatur oder den katalogischen Imperativ, den all jene kennen, die selbst vor der Lektüre diverser Kataloge nicht zurückschrecken.
Alles in allem: Ich habe dieses Büchlein mit Begeisterung und so langsam wie möglich gelesen, da es leider recht dünn ist und ich gern noch viel mehr von Ms Fadiman genossen hätte.