Das Buch "Der Mossad" des ehemaligen Agenten Victor Ostrovsky stellt einen interessanten Einblick in den Geheimdienst, der immer noch mit einer Art Nimbus der Unbesiegbarkeit umgeben ist, dar. Beschrieben wird das ausgeklügelte System, mit dem neue Mitglieder des israelischen Geheimdienstes angeworben werden und die verschiedenen Kommandostrukturen innerhalb der einzelnen Mossad Büros. Dies geschieht mit einem Geschick und eine Raffinesse, bei der der Leser nur staunen kann. Anhand verschiedener Aufgaben, die dem angehenden Agenten Ostrovsky aufgetragen wurden erläutert der Aussteiger Schulung und Prüfung der Auszubildenden Spione. Immer wieder wird der Leser durch die komplexen Vorgehensweisen des Geheimdienstes überrascht. Doch letztlich, und das ist die Intention des Buches, ist "Der Mossad" eine Kritik an den Verhältnissen innerhalb des Geheimdienstes: Längst sei man abgerückt von dem Gebot, nur dann zu töten, wenn Lebensgefahr für einen israelitischen Bürger bestünde und längst habe die Korruption und Grausamkeit Einzug in den Mossad gehalten. Unter diesem Aspekt lernt der Leser eine ganz neue Seite des äußerlich scheinbar perfekt durchorganisierten Geheimdienstes kennen. Abgerundet wird das Buch durch zahlreiche "Husarenstücke" des Mossad, wie zum Beispiel die Verhinderung eines Attentats auf die damalige israelische Premierministerin Golda Meir durch palästinensische Attentäter. Fazit: Ein gelungenes Buch über die Schattenseiten eines Geheimdienstes und dessen, teilweise verbrecherische, nationale und internationale Vorgehensweisen, Verflechtungen und Praktiken. Am Ende steht jedoch die Frage inwiefern dieser Bericht auch noch heute im 21. Jahrhundert aktuell ist, da das Erscheinen des Buches schon eine ganze Weile zurückliegt...