Nach ihrem wenig gelungenen Debut mit "Im Schatten der Nacht" hat die Autorin Mut bewiesen und erneut zur Feder gegriffen. Und auch die Leserin hat Mut gezeigt, indem sie sich fast wider besseren Wissens auch noch an dieses Werk gemacht hat (aber die beiden Bücher gabs halt im Doppelpack).
Und wie überraschend: eine gewisse Steigerung ist tatsächlich zu erkennen. Die handelnden Personen, die im Skiort Ischgl aufeinander treffen, sind deutlich weniger seelenlos und platt als die im Erstlingswerk, die Handlung weist durchaus Spannung auf, und vor allem die Szenen über die durch eigenen Leichtsinn in Bergnot geratenen beiden Skifahrer sind sogar recht gut geraten.
Doch der Schreibstil ist und bleibt mangelhaft. Wieder wird hier ständig in jedem Dialog unpassend gelacht. Die Grins-Lächel-Lach-Aussagen-Quote liegt bei sage und schreibe 140 auf 352 Seiten. Das wäre selbst für eine Komödie zu viel, erst recht für einen Roman mit der Darstellung eher dramatischer Ereignisse. Man fragt sich, wie ein gewissenhafter Lektor so etwas durchgehen lassen kann. Dafür müssen mindestens zwei Punkte abgezogen werden.