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«Unser Problem ist vor allem die gefährliche Selbstorganisation in der Entwicklung der wissenschaftlich-technischen Zivilisation», schreibt Franz M. Wuketits in seinem Buch «Naturkatastrophe Mensch». Darin vertritt er ganz im Zeichen der grassierenden Fortschritts- und Technologiekritik die These, dass «der Pfeil der Evolution, so es ihn überhaupt gibt, in keine bestimmte Richtung fliegt»; dass also Evolution auch ohne Fortschritt möglich ist; dass der Fortschrittsgedanke eine «trostreiche Illusion» ist, die dem Menschen «auf der Suche nach dem Sinn des Lebens hilft». Wuketits plädiert für eine «offene Evolution», die sich selbst organisiert und von keinem Welt- oder Zeitgeist abhängig ist. «Dass heutzutage alles besser sei als früher, ist ein Irrglaube. Weder im organischen noch im soziokulturellen Bereich ist Evolution als eine kontinuierliche Höherentwicklung zu verstehen.» Wie sie zu verstehen sei, will Wuketits, der an österreichischen Universitäten tätig ist und 1982 den österreichischen Staatspreis für wissenschaftliche Publizistik bekommen hat, darlegen. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, «Faszination einer Idee» und «Evolution ohne Fortschritt». Der erste Teil, in dem Wuketits eine ausführliche Diskussion des Fortschrittsgedankens im Zusammenhang mit Natur- und Kulturgeschichte liefert, erscheint fundierter als der zweite Teil, in dem er Katastrophen als Beweis für den missglückten Fortschritt aufzählt und zu belegen versucht, dass der « homo sapiens dem Schicksal von Millionen anderer Arten, dem Aussterben, nicht entrinnen kann». Aber Wuketits weiss: «Es kann alles ganz anders kommen . . .», wobei die Auslassungspunkte Platz für Hoffnung lassen sollen.
Stefana Sabin -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
In der vorliegenden Streitschrift beschreibt und diskutiert Franz M. Wuketits den Fortschrittsgedanken in der organischen und der sozialen und kulturellen Evolution. Dabei wird deutlich: Der »Pfeil der Evolution«, so es ihn überhaupt gibt, fliegt in keine bestimmte Richtung.
Franz M. Wuketits , geboren 1955, lehrt seit 1979 an der Universität Wien, seit 1987 auch an der Universität Graz. 1982 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Wissenschaftliche Publizistik. Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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