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Evolution ohne Fortschritt: Aufstieg und Niedergang in Natur und Gesellschaft
 
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Evolution ohne Fortschritt: Aufstieg und Niedergang in Natur und Gesellschaft [Broschiert]

Franz M. Wuketits
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 269 Seiten
  • Verlag: Alibri; Auflage: durchgesehene Neuauflage. (Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865690408
  • ISBN-13: 978-3865690401
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 726.450 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Franz M. Wuketits
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Evolution ohne Fortschritt

«Unser Problem ist vor allem die gefährliche Selbstorganisation in der Entwicklung der wissenschaftlich-technischen Zivilisation», schreibt Franz M. Wuketits in seinem Buch «Naturkatastrophe Mensch». Darin vertritt er – ganz im Zeichen der grassierenden Fortschritts- und Technologiekritik – die These, dass «der Pfeil der Evolution, so es ihn überhaupt gibt, in keine bestimmte Richtung fliegt»; dass also Evolution auch ohne Fortschritt möglich ist; dass der Fortschrittsgedanke eine «trostreiche Illusion» ist, die dem Menschen «auf der Suche nach dem Sinn des Lebens hilft». Wuketits plädiert für eine «offene Evolution», die sich selbst organisiert und von keinem Welt- oder Zeitgeist abhängig ist. «Dass heutzutage alles besser sei als früher, ist ein Irrglaube. Weder im organischen noch im soziokulturellen Bereich ist Evolution als eine kontinuierliche Höherentwicklung zu verstehen.» Wie sie zu verstehen sei, will Wuketits, der an österreichischen Universitäten tätig ist und 1982 den österreichischen Staatspreis für wissenschaftliche Publizistik bekommen hat, darlegen. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, «Faszination einer Idee» und «Evolution ohne Fortschritt». Der erste Teil, in dem Wuketits eine ausführliche Diskussion des Fortschrittsgedankens im Zusammenhang mit Natur- und Kulturgeschichte liefert, erscheint fundierter als der zweite Teil, in dem er Katastrophen als Beweis für den missglückten Fortschritt aufzählt und zu belegen versucht, dass der « homo sapiens dem Schicksal von Millionen anderer Arten, dem Aussterben, nicht entrinnen kann». Aber Wuketits weiss: «Es kann alles ganz anders kommen . . .», wobei die Auslassungspunkte Platz für Hoffnung lassen sollen.

Stefana Sabin -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Viele Zeitgenossen stellen sich die Entwicklungsgeschichte des Lebens auf unserer Erde gern als eine Entwicklung zum Homo sapiens vor, an deren Ende notwendigerweise der moderne Mensch als »Krone der Schöpfung« steht. Alle anderen im Laufe von Jahrmilliarden hervorgebrachten Organismenarten wären dann gleichsam Nebenprodukte der Evolution. Doch eine realistische, vom homozentrischen Wunschdenken und von ideologisch motivierter Propaganda befreite Evolutionstheorie läßt solchen Vorstellungen keinen Platz.

In der vorliegenden Streitschrift beschreibt und diskutiert Franz M. Wuketits den Fortschrittsgedanken in der organischen und der sozialen und kulturellen Evolution. Dabei wird deutlich: Der »Pfeil der Evolution«, so es ihn überhaupt gibt, fliegt in keine bestimmte Richtung.

Franz M. Wuketits , geboren 1955, lehrt seit 1979 an der Universität Wien, seit 1987 auch an der Universität Graz. 1982 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Wissenschaftliche Publizistik. Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Keine guten Nachrichten 31. Oktober 2005
Format:Taschenbuch
Das Buch besteht aus zwei Teilen, "Faszination einer Idee" und "Evolution ohne Fortschritt".
In "Faszination einer Idee" schildert Wuketits das Aufkommen des Fortschrittsgedankens in der Biologie, der Philosophie, den historischen und den Sozialwissenschaften. Er belegt an vielen Beispielen, wie wenig Berechtigung der Fortschrittsgedanke eigentlich hat, denn z.B. für die biologische Evolution steht fest: Es handelt sich um einen blinden algorithmischen Prozess, der nur lokal im Jetzt wirken kann und keinerlei Ausrichtung auf zukünftige Möglichkeiten zeigt. Wuketits weist nach, dass der Fortschrittsgedanke nur durch selektive Wahrnehmung und genährt durch die dem Menschen immanente Hoffnung gedeihen konnte. So ist er nicht zuletzt mitverantwortlich für menschenverachtende Ideologien, die dann größtes Elend über die Menschen gebracht haben (z.B. Nationalsozialismus, Kommunismus).
In "Evolution ohne Fortschritt" schildert der Autor zum einen den Zickzackkurs, den das Leben seit seiner Entstehung vor ca. 4 Milliarden Jahren immer am Rand von Katastrophen beschritten hat. Zum anderen zieht er Parallelen zum Prozess der Zivilisation, für den sich ähnliches feststellen lässt. Hier sind wir heute keineswegs auf der "sicheren" Seite. Dabei sind es nicht nur die Katastrophen, die wir selbst durch unser mittlerweile globales Wirken und unsere Technik auslösen können bzw. bereits haben (Umweltverschmutzung, Artensterben, Vernichtung der Wälder, Bedrohung durch Nuklearbomben, etc.), oder solche, die uns sowieso schon immer bedrohten (Einschlag kosmischer Körper, Hyper-Vulkanismus, extreme geologische bzw. kosmische Vorgänge, extremer Klimawandel), sondern auch solche, die sich durch die Aufhebung der Vielfalt bei kulturellen Prozessen auf verschiedenen Ebenen ergeben: Anonymisierung des Einzelnen durch Vermassung und Normierung, Monopolisierung und Zentralisierung (z.B. bei Marktwirtschaft, Macht, Religion), Auslöschung von Kulturen, Sprachen, etc. durch Ausrottung, Assimilierung. Letzteres subsummiert der Autor unter dem Begriff "Kultureller Wärmetod".
Wuketits stellt alle Utopien in Frage und entlarvt ihren teilweise totalitären Anspruch. Insofern ist das Buch desillusionierend und sehr kulturpessimistisch. Was bleibt denn noch, könnte man sich fragen? Sollten wir uns denn nicht lieber alle gleich umbringen? Nun, Wuketits lässt keinen Zweifel daran, dass wir das sowieso irgendwann tun werden. Aber ehrlich gesagt, wer würde auch glauben, dass die Menschheit bis in alle Ewigkeit existiert? Das gilt nicht einmal für die Erde, die Sonne und die Galaxien in unserem Universum. Was aber meiner Meinung nach bleibt, ist das, was immer geblieben ist: Es ist das Leben aus dem Jetzt heraus, ohne uns Gedanken um eine allzuferne Zukunft zu machen, deren Verlauf wir nie vorhersehen können. Wir können sowieso nichts anderes tun als das, was der algorithmische Prozess, den wir Evolution nennen, seit 4 Milliarden Jahren tut: Probleme im Hier und Jetzt zu lösen mit der Gewissheit, dass die Lösungen alles andere als optimal sind. Insofern lenkt das Buch für mich den Blick auf das Wesentliche: die Gegenwart.
Leider ist das Buch stellenweise etwas zähflüssig geschrieben und wiederholt sich auch in Teilen; hier hätte man durchaus kürzen können. Das Literaturverzeichnis ist umfangreich, der eine oder andere findet hier sicher vertiefende Literatur. Auch das Register ist zufriedenstellend. Man kann dem Buch nur weite Verbreitung wünschen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gerade richtig 20. Juli 2009
Format:Broschiert
Im Gegensatz zu einigen Vorrednern möchte ich Wuketits Buch loben. Gerade in dieser Zeit ist es notwendig, dass uns jemand daran errinert, dass nicht Alles was uns als Fortschrittlichkeit verkauft wird auch tatsächlich Wert ist übernommen bzw angenommen zu werden. Wir lassen uns doch im Namen des Fortschritts alle möglichen Dinge und Gedanken bedenkenlos vorschwatzen. Von Ipod, abwracken von funktionsfähigen Autos, Auswahl von 50000 Klingentönen, elektrischen Nasenhaarschneider und Hochdruckreiniger über Versicherungen und Steuersenkungen bis zum Afghanistan Krieg. Alles soll besser werden, wie uns versprochen wird, in Zukunft. Und so hetzen wir von einem Update zum Nächsten in der Erwartung des Besseren, des Glücks. Wuketits stellt hier ein grosses Fragezeichen hin und zeigt uns wie sehr diese Fokussierung auf den Forschrittsgedanke uns die Zukunft eigentlich kaputt macht.

Das Buch ist weder langweilig noch langatmig geschrieben. Futter fürs Gehirn. Lesen!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nichts Neues, Herr Wuketis 18. August 2003
Format:Taschenbuch
Gut, wer noch nie ein Buch von Herrn Wuketits gelesen hat, mag einige interessante und einige wenige tatsächlich brilliante Gedanken darin finden. Aber wer schon eines seiner Bücher kennt, dem geht es wohl ähnlich wie beim Anhören des vierten Vivaldi-Konzerts. Klingt irgendwie gleich wie die vorher - schön, interessant aber eben nichts Neues ...
War diese Rezension für Sie hilfreich?

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