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Evolution und Schöpfung in neuer Sicht
 
 
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Evolution und Schöpfung in neuer Sicht [Gebundene Ausgabe]

Hans Kessler
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Butzon & Bercker; Auflage: 1., Aufl. (1. Juni 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3766612875
  • ISBN-13: 978-3766612878
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 110.601 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hans Kessler
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Debatte über das Verhältnis von Schöpfung und Evolution scheint außer Kontrolle: Die Fronten sind verhärtet, und die Fundamentalisten auf beiden Seiten verausgaben sich in ideologischen Grabenkämpfen. Grundlegende Informationen fehlen, Sachlichkeit bleibt in dieser Diskussion ein Fremdwort. Hier kann nur differenzierte Information von Seiten der Evolutionsbiologie und der Theologie Abhilfe schaffen. Die beiden Autoren versuchen, die Grundlagen, Einsichten und Grenzen beider Zugangsweisen zur Wirklichkeit zu klären und so einer nüchterneren Betrachtung zu dienen. Ein Buch, das zu einem Erkenntnisfortschritt auf beiden Seiten beiträgt.

Über den Autor

Hans Kessler, geboren 1938, Dr. theol., ab 1972 Professor für Systematische Theologie an der Goethe- Universität Frankfurt am Main, 2003 emeritiert; 1986 Mitbegründer der interdisziplinären Forschungsgruppe Naturwissenschaft und Theologie an der Goethe- Universität und bis Ende 2005 deren Leiter.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Hans Kesslers Buch "Evolution und Schöpfung in neuer Sicht" gehört zweifellos zu den besten, die es auf dem Markt zum Thema überhaupt gibt. Kessler ist römisch-katholischer Fundamentaltheologe und durch seine Lehrtätigkeit an der Universität Frankfurt/ Main in diversen Dialogen mit Naturwissenschaftlern aller Fachrichtungen involviert.

Inhaltlich geht es bei ihm um vier Themenbereiche:
- Auseinandersetzung mit dem atheistischen Marterialismus
- Auseinandersetzung mit einem fundamentalistischen Kreationismus
- Interpretation der biblischen Schöpfungsgeschichten
- Entwicklung einer Theologie der Schöpfung

Diese vier Themenkreise versteht Hans Kessler gekonnt darzubieten. Dass eine fundamentalistische Bibelauslegung, die vermeintlich wörtlich ist, am Aussagegehalt der Schöpfungsgeschichten (nicht -berichte!) vorbeigeht, stellt Kessler ebenso fest wie die Tatsache, dass die Lehre vom "Intelligent Design" zu abstrusen Thesen führt.
Auch die atheistisch und materialistische Überhöhung der Naturwissenschaft zu einer Weltanschauung führt Kessler ad absurdum. Wiewohl er der Forschung und der Wissenschaft selbst den methodischen Atheismus als Prinzip lässt, weist er konsequent darauf hin, dass der ontologische Atheismus zu schweren Aporien führt (z.B. welchen Sinn macht Forschung überhaupt, wenn alles nur das zufällige Ergebnis einer sinnlosen und ungelenkten Evolution ist?)

Neuer Atheismus und fundamentalistischer Kreationismus argumentieren auf der selben Ebenen, ja bedingen sich im Grund gegenseitig. Der Kreationismus kämpft gegen ein Zerrbild der Naturwissenschaft - der "neue Atheismus" gegen ein Zerrbild von Theologie. Nur so können beide bestehen und sich legitimieren.

In Auslegung der Schöpfungsgeschichten ist für Kessler ein Gedanke besonders wichtig. Was traditionell mit der Vorstellung der "Creation ex nihilo" gemeint ist, trifft gerade nicht den Kern der biblischen Texte. Für sie geht es nicht um einen chronologischen Anfang, der Gott in diesem Modell zum ersten Beweger machen würde. Für ihn lassen sie eher erkennen, dass Gott der kategorisch geschiedene und gleichzeitig die Schöpfung umfangende und durchdringende Grund der Welt ist. Damit sei nicht einmal die Vorstellung eines zeitlichen Beginns der Materie zwingend.

So kommt Kessler zum Schluss zu einer Theologie, die viele Impulse von Teilhard de Chardin, Jürgen Moltmann, aber auch der alten klassischen Kirchenväter aufnimmt, die gegenüber der Vorstellung einer Evolution, wenn auch noch nicht im Darwinschen Sinne, sehr aufgeschlossen waren. Mit Luther kann Kessler von der Evolution sogar vom "uneigentlichen Werk" Gottes sprechen. Das eigentliche dagegen ist der Weg Jesu Christi unter uns Menschen, in dem sich Gott als der Liebende offenbart hat.

Die Stärke dieses Buches liegt in seiner Unaufgeregtheit. Anders als Dawkins oder viele der Kreationisten muss er nicht brüllen, sondern kann sachlich argumentieren. Er führt keinen Feld- und keinen Kreuzzug gegen Andersdenkende, sondern lädt zur sachlichen Durchdringung und Auseinandersetzung ein.

Dabei vermag ich nicht allen seinen Schlussfolgerungen zum vermeintlichen Neuentwurf zu teilen. Insgesamt ist es aber eine sehr lesenswerte und über weite Teile hervorragend verständliche Synthese zu einem wichtigen Thema unserer Tage.
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33 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Rechtzeitig zum Darwin-Jubiläumsjahr hat der Verlag Butzon & Bercker mit diesem Titel eine der bemerkenswertesten Publikationen zu einer zentralen Frage eines modernen Glaubensverständnisses vorgelegt.
Der Konflikt zwischen Schöpfungsglaube und Evolution ist überraschend heftig wieder aufgeflammt. Prominente Biologen (Richard Dawkins u.a.) vertreten einen aggressiven Atheismus, während die Vertreter eines 'Intelligent Design' beweisen wollen, dass bestimmte Phänomene nur durch Gottes planendes Gestalten zu erklären sind.
Hans Kessler zeigt, was die Bibel tatsächlich über den Menschen, die Welt und Gott aussagen will. Seine Ausführungen zu den Schöpfungsaussagen der Bibel, insbesondere in den beiden großen Schöpfungstexten des Buches Genesis, gehören zu den gelungensten Passagen des Buches. Ohne die Leser mit allzu viel Details der exegetischen Forschung zu langweilen, arbeitet er die wesentliche Aussageabsicht heraus und macht die Texte transparent auf die Glaubenserfahrung, aus der sie entstanden sind. Und ebenso macht er klar, dass die Wirklichkeit umfassender ist als das, was die Naturwissenschaften erfassen können. Unser evolutives Verständnis der Welt kann sehr wohl in einen Glauben an Gott als den letzten Grund der Wirklichkeit integriert werden!
Hans Kessler ist Professor für Systematische Theologie in Frankfurt a.M. Er hat sich in seinen Publikationen stets auf die zentralen Fragen des christlichen Glaubens konzentriert. Kessler steht seit vielen Jahren in intensivem interdisziplinären Austausch zu Fragen um Glaube und Naturwissenschaften. Seinem Buch merkt man an, dass er bestens informiert ist und auf Augenhöhe mit Vertretern der modernen Naturwissenschaften diskutieren kann.
Jenseits eines naiven Kreationismus, der Idee eines 'Intelligent Design' und eines naturwissenschaftlich motivierten Atheismus zeigt Hans Kessler überzeugend auf, dass und wie sich ein evolutives Weltbild in ein christliches Verständnis von Welt, Mensch und Gott integrieren lässt. Der mühsame Weg der Evolution hat sein Ziel letztlich in dem Gott, der seine Schöpfung zur Liebe in Freiheit ruft.
Zu den stärksten Passagen des Buches zählen mit Sicherheit die grundlegenden Überlegungen zu Zufall und Zielgerichtetheit in der Evolution.
Das Buch ist durchweg so geschrieben, dass man es ohne allzu viel theologisches Hintergrundwissen mit großem Gewinn lesen wird. Vor allem gehört es in die Hand von Seelsorgern, Pfarrern und Religionslehrer, weil es gerade für die Vermittlung eines modernen Glaubensverständnisses wichtige Klarstellungen und Hilfen anbietet.
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31 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Murgl
Format:Gebundene Ausgabe
Was für ein Wirklichkeitsverständnis bleibt übrig, wenn folgende drei Sichtweisen ausgeschlossen werden:
1. Gott erschafft den Kosmos und die Lebewesen direkt durch sein Wort (klassischer Kreationismus),
2. Gott lenkt oder programmiert zielgerichtet die Evolution (Ansatz des "Intelligent Design"),
3. Evolution verläuft ohne jede Zielorientierung als rein natürlicher, gesetzmäßig beschreibbarer Prozess.
Gegen alle drei Sichtweisen wendet sich Hans Kessler. Was er selber vertritt, beschreibt er zwar wortreich, inhaltlich aber diffus. Kessler beginnt sein Buch mit "Missdeutungen" des Schöpfungsgedankens durch Kreationisten und Naturalisten und distanziert sich dabei auch vom Ansatz des "Intelligent Design". Es folgt ein Kapitel über die Aussageabsicht der biblischen Schöpfungstexte, dann eine kritische Auseinandersetzung mit dem "harten, weltanschaulichen Naturalismus". Zwei weitere Kapitel befassen sich mit dem christlichen Verständnis von Gott, Schöpfung und Evolution und mit der "Evolution im Rahmen des Schöpfungsglaubens".
Eine Botschaft dieses Buches lautet, dass Schöpfung und Evolution problemlos miteinander harmonieren würden. Evolution lasse sich nicht nur zwanglos vom christlichen Schöpfungsglauben her verstehen, sondern bekomme in seinem Rahmen "sogar eine besondere Plausibilität" (S. 146, 160; weshalb das so sein soll, bleibt allerdings unklar). Das "kreationistische Schöpfungsverständnis" sei eine Perversion des biblischen Schöpfungsglaubens. Gott greife nicht ins Geschehen ein. Die Evolution sei ein "fortwährendes vermitteltes Schöpferwirken Gottes" (S. 152).
Das Verständnis einer Schöpfung, die sich in der Evolution irgendwie vollzieht, leidet nun aber daran, dass völlig unklar ist, was Gott eigentlich als Schöpfer tut. Aussagen darüber sind verschwommen. Kessler sagt auf ein und derselben Seite (S. 153), Gott mache, "dass die Dinge sich selber machen" (Teilhard de Chardin), dass die Evolution dabei aber auch ihre eigenen Wege gehe, auch "Umwege und Abwege". Was tut Gott also? Er sei der Urgrund alles Seins, aus dem alles hervorgeht (S. 125), er sei in allem "ganz tief verborgen als das, was allem Sein verleiht" (S. 127). Es gibt nach Kessler zwar eine Interaktion, aber worin besteht sie? Was ist Gottes Rolle? Einerseits wird eine rein natürliche Evolution bejaht, andererseits soll sich darin auch Gottes Schöpfung zeigen - ein Spagat, der nicht gelingt, was in einem späten Eingeständnis ehrlicherweise auch gesagt wird: "Wie das Zusammenspiel zwischen dem transzendent-immanenten Gott und den Geschöpfen ... zu denken sein könnte, weiß ich auch nicht" (S. 162). Das ist in der Tat der Eindruck, der sich dem Leser über viele Seiten hinweg aufdrängt.
Viele Behauptungen zu den biblischen Schöpfungsaussagen erscheinen ebenfalls wenig begründet, so zum Beispiel die Auffassung, der erste Satz der Bibel spreche von einem "mitgehenden Anfang, der dauernd anwesend ist" (S. 147). Textlich wird dies vom Autor nicht weiter begründet, es scheint eher eine existentiale Interpretation zu sein. Der erste Satz der Bibel sei Ergebnis eines Lern- und Denkprozesses (S. 56ff.). Von göttlicher Offenbarung ist dagegen bei Kessler nicht die Rede. Gen 1 habe nicht die Funktion zu erklären, wie die Dinge entstanden sind (S. 61), die Erwähnung der Arten solle nur das Gewolltsein der Vielfalt zum Ausdruck bringen (S. 62); die ursprünglich rein pflanzliche Nahrung wird als "Sehnsuchtstraum" bezeichnet (entgegen der Wendung "und es geschah so" in Gen 1,30) - das sind willkürliche Behauptungen des Autors, für die er keine exegetischen Begründungen gibt. Wenn aber Gott der Schöpfer ist, hat alles einen Bezug zu Gott, auch die Wissenschaft. Die Entflechtungsthese, ein schiedlich-friedlicher Trennungsversuch von Glauben und Wissen, funktioniert nicht.
Kritisch anzumerken ist auch, dass Wichtiges fehlt, das in einer Zusammenschau von Evolution und Schöpfung berücksichtigt werden muss: Viele konkrete biblische Aussagen über Gottes Schöpfungshandeln (im AT und im NT) werden nicht bedacht. Natürlich ist es einerseits richtig, dass Gott beständig die Schöpfung erhält und in der Schöpfung wirkt, aber andererseits sehen wir auch Gottes Eingreifen in die Schöpfung, nicht zuletzt und gerade in Jesus Christus. Gott ist zwar in der Schöpfung verborgen, er hat sich aber auch in unserer Welt mit konkreten Taten offenbart. Und daraus ergibt sich ein wichtiger Schlüssel zum biblischen Schöpfungsverständnis. In Kesslers Buch ist das kein Thema.
Ein zweiter fundamental wichtiger Aspekt des christlichen Glaubens wird ebenfalls übergangen; nämlich, dass der Mensch Sünder (also von Gott getrennt) und daher verloren ist; deshalb benötigt er einen Retter: Jesus Christus, der "gekommen ist, um zu suchen und zu retten, was verloren ist" (Lk 19,10). Davon leben Christen! Warum aber wurde Gottes Sohn Mensch, litt für uns und starb am Kreuz? Diese Frage wird nicht einmal gestellt, und sie stellt sich auch nicht, wenn Evolution wahr ist. Denn der Mensch ist in diesem Fall lediglich deshalb "Sünder", weil er auf evolutivem Wege dazu wurde (wenn man überhaupt noch von "Sünde" sprechen will). Jesus als Retter hat dann keinen Platz mehr, und er kommt als solcher auch in Kesslers Buch nicht vor. Die vermeintliche Harmonisierung von Schöpfung und Evolution hat also einen hohen Preis: Zentrale biblische Aussagen über Gott als Schöpfer und Jesus Christus als Retter gehen verloren.
Man kann in diesem Buch eine typische "moderne" Sicht von "Schöpfung" kennenlernen - wer das möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Wirklich neu ist diese Sicht aber nicht, und sie läuft darauf hinaus, dass "Schöpfung" nur noch das 5. Rad am Wagen eines evolutionistischen Wirklichkeitsverständnisses ist.
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