Aus der Amazon.de-Redaktion
Genauso offensichtlich ist auch, dass Evolution ein billiger Abklatsch von Reitmans Klassiker Ghostbusters von 1984 ist -- nur, dass es diesmal keinen Bill Murray gibt, der die besten Pointen liefert (wir müssen mit Ghostbuster-Kollege Dan Aykroyd in einer größeren Nebenrolle vorlieb nehmen), und dass sich die Komödie in einen skatologischen Rausch verwandelt hat, in dem es unter anderem um das rektale Entfernen außerirdischer Insekten, einen Einlauf per Feuerwehrschlauch in ein riesiges außerirdisches Rektum und eine Vollmonddarstellung von David Duchovnys nacktem Hintern geht. Während Ghostbusters eine clevere, respektlose Mainstream-Komödie war, die schleimiges geisterhaftes Ektoplasma mit so etwas wie echtem Witz verband, kommt Evolution als unreifer Klamauk daher, in dem alles, was glitschig ist, zur komödiantischen Spitzenleistung erhoben wird.
Zugegeben -- das ist nicht immer das Schlechteste. Als moderne Ghostbuster-Pendants geben Duchovny, Orlando Jones und Seann William Scott ein vorzügliches Komödiantentrio ab, und Julianne Moore ist als tollpatschige Wissenschaftlerin und Duchovnys obligatorisches Liebesinteresse nicht minder amüsant. Trotz der Einmischung militärischer Nichtswisser schließen sie sich zusammen, um eine wilde Vielfalt sich rasch entwickelnder außerirdischer Kreaturen auszulöschen, die per Meteor auf die Erde gelangt sind. Und die Tierchen sind durchaus originell und herrlich überzeugend.
Für all diejenigen, die anspruchslosen Humor mögen, dürfte Evolution genauso unterhaltsam sein wie Ghostbusters (oder zumindest wie Galaxy Quest). Alle anderen dürften Reitmans schamlosen Flirt mit der Derbheit bedauern. Aber eins ist sicher: Nach diesem Film werden Sie Head-&-Shoulders-Shampoo mit ganz anderen Augen sehen. --Jeff Shannon
Video Jakob Kurzinhalt
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: 6 gelöschte Szenen, inklusive eines alternativen Endes, dem ich persönlich den Vorzug gegenüber dem Hauptfilm gebe, werden sogar von Regisseur Ivant Reitman kommentiert (inklusive Untertitel). Ein kompletter Audiokommentar von Reitman, Duchovny, Scott und Jones sind ebenfalls im Lieferumfang und bieten eine Reihe von urigen Lachern. Die Fotogalerie dürfte vor allem für DVD-ROM-Fans interessant sein, die SFX-Doku bringt etwas Licht auf die Special Effects. Ein 15-minütiges Making of, ebenfalls voll untertitelt, rundet die umfassende Leistung ab.
Bild: Die Pullover, die die Hauptakteure tragen, leuchten satt in den Grundfarben. Hier wurde eindeutig mit Megaperls gewaschen. Einen ebenfalls gewichtigen Anteil daran hat auch der immense Kontrast, der es vermag, dass schwarz auch tiefschwarz und grau auch mausgrau aussieht. Die Gesichter wirken jedoch nicht so konturenstark. Gelegentlich weichen die Kanten von Duchovny & Co. schon sichtbar auf, wenn sie nicht gerade direkt vor der Kamera stehen. An einigen Stellen tritt auch ein sichtbares Grieseln und ein damit einhergehender Mattscheibeneffekt auf (00.10.30). Insgesamt aber ein sehr hochwertiger Bildeindruck, auf dem aktuellen Stand der Technik.
Ton: Der erstklassige, marschähnliche Soundtrack treibt mit hohem Druck den Adrenalinpegel der Zuschauer in die Höhe. Einige knackige Bassschläge lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, daß wir es hier mit einem modernen Multitrack zu tun haben. Lautstärkeunterschiede von über 100dB sind keine Seltenheit und bedürfen einer ehrfürchtigen Einstellung am Volume-Drehknopf. Viele kleine atmosphärische Effekte klimpern und gurgeln rund um den Sitzplatz herum und bleiben auch bei Kameraschwenks dort, wo sie nach dem Schwenk sein sollten. Die englische Tonspur ist einen Hauch dumpfer in der Stimmenwiedergabe. --movieman.de