...aber trotzdem mit einer gehörigen Portion Skepsis zu betrachten. Buss gibt einen sehr informativen Rundumschlag zu basalen menschlichen Verhaltensweisen, welche Adaptationen menschlicher Vorfahren darstellen. Dabei ist er aber leider zum Teil ungenau und methodisch unzureichend.
1. Sind unsere Vorfahren keine homogene Population, weder zeitlich noch räumlich. Darum ist es schade, dass die spezifischen sozioökologischen Anpassungen nicht thematisiert oder zumindest als Diversitätsfaktor problematisiert werden.
2. sind seine angeführten empirischen Belege etwas dürftig (stammen meist aus den USA), sehr selten nur kulturübergreifend, so dass sich tatsächliche anthropologische Universalien biogenetischen Ursprungs kaum postulieren lassen, was Buss gleichwohl tut.
3. scheint Buss in seiner Recherche teils recht selektiv vorgegangen zu sein. So wäre es wünschenswert gewesen, hätte er sich im Hinblick auf das Verhalten unserer Jäger-und-Sammler-Vorfahren mit der anthropologischen Jäger-und-Sammler-Forschung zu rezenten Jäger-und-Sammler-Gruppen vertraut gemacht. Sein Standpunkt, wonach alle Männer nach Status streben, wird durch Erkenntnisse der Forschung bei Mbuti (Pygmäen) oder !Kung San (Buschleute) konterkariert. Gerade bei letzteren wurde offensichtliches Statusbestreben seitens z.B. eines erfolgreichen Jägers durch diverse soziale Mechanismen verhindert.
Dies ist keine Widerlegung von Buss' These, da heutige Jäger und Sammler nicht mit prähistorischen gleichzusetzen sind, gleichwohl hätte er dies bei seiner Argumentation berücksichtigen müssen.
Dennoch liegt hier ein gutes Einführungswerk vor, das die evolutionären Mechanismen erklärt, wie bestimmte menschliche Verhaltensweisen entstanden sein könnten. Drei Sterne erscheinen somit angebracht.