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4.0 von 5 Sternen
Hochinteressantes Standardwerk, 12. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Evolutionäre Psychologie (Gebundene Ausgabe)
Ein wirklich hochinteressantes und sehr lehrreiches Standardwerk zur Evolutionären Psychologie. Die ganze Wissenschaft steht in einem sehr angenehmen Kontrast zum verhängnisvollen Antibiologismus, der sich in einigen anderen Wissenschaften breit gemacht hat und der uns glauben machen möchte, der Mensch habe keine biologische Basis mehr. Sehr lesenswert sind die Ausführungen zu den Geschlechterverhältnissen, zu den Partnerwahlstrategien, zur Elternschaft und zu sozialen Problemen wie Aggression, Kooperation und Altruismus. Auffällig ist auch bei diesem Buch mal wieder, dass es Ergebnisse liefert, die völlig konträr zu den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen sind. Wenn auch nur die Hälfte davon wahr ist, was im Buch von Buss steht, dann kann es ein Gender Mainstreaming nicht wirklich geben. Einen Punkt habe ich abgezogen, weil die Übersetzung stellenweise nicht dem Standard eines solchen Werkes entspricht. Ich will nicht sagen, dass sie falsch ist. Aber viele Sätze sind doch sehr holprig formuliert.
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32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
das Standardwerk ... na endlich !, 24. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Evolutionäre Psychologie (Gebundene Ausgabe)
Es wird höchste Zeit, dass das Standardwerk der Evolutionären Psychologie (also der Soziobiologie des Menschen) endlich auch auf deutsch erscheint. Gerade in den deutschsprachigen Ländern steht nämlich diese Disziplin immer noch auf sehr schwachen Beinen, was historische Gründe hat: besondere Sensibilität gegen Rassismus und Faschismus, die fälschlich mit der Soziobiologie in Verbindung gebracht werden, sowie der traditionell starke Einfluss der Schule von Konrad Lorenz mit ihrem altruistischen Konzept der Arterhaltung, das vom Neodarwinismus und von der modernen Soziobiologie abgelehnt wird. Die Evolutionäre Psychologie als Produkt der "darwinistischen Revolution" wird unser soziales Denken und damit auch unser gesellschaftliches Zusammenleben in den kommenden Jahrzehnten noch sehr fundamental verändern. Umso mehr ist daher zu begrüßen, dass nunmehr auch ein kompetentes und komprehensives Lehrbuch und Nachschlagewerk für diese zukunftsweisende Denkrichtung zur Verfügung steht. Es handelt sich um die deutschsprachige Eins-Zu-Eins-Wiedergabe der zweiten, aktualisierten englischen Auflage von 2003. Das Werk ist praktisch schon zum Klassiker geworden, daher kann die Bewertung eigentlich nur lauten: 5 Sterne. Die beziehen sich aber nur auf den Inhalt. Das Buch hätte nämlich eine bessere Aufmachung verdient. War es wirklich nötig, statt des eleganten Papiers der englischen Ausgabe ein so kräftiges Kaliber zu verwenden, dass die deutschsprachige Ausgabe um die Hälfte dicker ist? Das stattdessen eingearbeitete Einmerk-Bändlein kann diesen Mangel jedenfalls nicht kompensieren. Und ist es wirklich in Ordnung, dass oftmals diverse Werbematerialien, die zum Wegschmeissen gedacht sind, mit Fadenbindung daherkommen, während Standardwerke der Wissenschaft, in denen man jahrzehntelang nachschlagen möchte, nur billige Klebebindung aufweisen, sodass einem nach dem zehnten Nachschlagen bereits die losen Blätter um die Ohren fliegen?
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Bisher das Standardwerk (Überblickswerk in Deutscher Sprache), 6. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Evolutionäre Psychologie (Gebundene Ausgabe)
Als ich während meiner Studentenzeit das erste Mal mit dem Paradigma der Evolutionären Psychologie in Berührung kam, da schwankte ich zwischen Skepsis und Neugierde. Generell fasziniert mich jede Denkrichtung, die interdisziplinär ausgerichtet ist und sich bemüht neue Perspektiven aufzuzeigen. Das gelingt dieser Richtung der Psychologie ohne jeden Zweifel. ich kenne nur wenige Bereiche und Paradigmen in der akademischen Psychologie, die so kontrovers diskutiert und kritisch beäugt wird. Ich habe mich im Rahmen meiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit (Diplomarbeit) mit dem Themenbereich "Evolutionäre Psychologie & Organisationsverhalten" beschäftigt und mir auch in den Jahren danach immer wieder einen Überblick verschafft, was in diesem Feld so läuft. Ich empfehle das Buch von Buss -im Übrigen auch seine anderen Bücher - vorbehaltlos. Man findet hier und da mal kleine Rechtschreib- oder Grammatikfehler oder komplizierte Ausdrucksformen, ein Nebeneffekt der Übersetzung, die wohl nie 100% perfekt gelingen wird. Inhaltlich dennoch spannend. Wissenschaftlich erweitern sollte man seinen Horizint auch durch das Werk von Barkow, Cosmides & Tooby "The adapted mind". Dieses Werk öffnet einem die Augen, insbesondere allen überzeugten Lerntheoretikern wird das "Standard Social Science Model" neue Einsichten anbieten. Ich wurde während meiner Diplomarbeit gelegentlich auch von manchen Professoren und Kolleginnen und Kollegen schief angesehen, die das alles für trivialen Blödsinn hielten und dabei an populärwissenschaftliche Literatur auf dem Niveau der Eheleute Pease ("Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken") dachten. Auch Feministinnen werden sich für dieses Gedankengut meist nicht erwärmen können, da die biologistische Perspektive und Debatte immer etwas Politisches und Ideologisches impliziert. Man muss sagen "leider". Da wünschte ich mir manchmal mehr intellektuelle Offenheit und eine wahrhaftige wissenschaftliche Haltung. Der Berliner Persönlichkeitspsychologe Jens Asendorpf beispielsweise stellt in Frage, ob es sich bei der Evolutionären Psychologie um ein eigenes Paradigma innerhalb der wissenschaftlichen Psychologie handelt. Wer seine Argumente lesen und nachvollziehen will, der lese dies in seinem Lehrbuch "Persönlichkeitspsychologie" nach. Jeder möge sich diesbezüglich sein eigenes Bild machen.
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