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Wo berühren sich nach Meinung Vollmers diese beiden Ansätze? Beide stellen sich die Frage, in welchem Verhältnis (objektive) Realität und (subjektive) Wirklichkeit zueinander stehen, wie gut oder schlecht das "Bild", was wir uns von der Welt machen, tatsächlich passt. Hier stellt Vollmer die Frage, warum sich gerade unser spezieller komplexer Denk- und Wahrnehmungsapparat im Laufe der Evolution durchsetzen konnte, bzw. sich vergleichbare Sinnesorgane unabhängig voneinander bei verschiedenen Spezien entwickelt haben. Seine Grundargumentation lautet: "Unser Erkenntnisapparat ist ein Ergebnis der (biologischen) Evolution. Die subjektiven Erkenntnisstrukturen passen auf die Welt, weil sie sich im Laufe der Evolution in Anpassung an diese reale Welt herausgebildet haben. Und sie stimmen mit den realen Strukturen (teilweise) überein, weil nur eine solche Übereinstimmung das Überleben ermöglichte."
Dies ist der Kern des Forschungsprogramms der Evolutionären Erkenntnistheorie und Vollmer belegt seine Idee mit Beispielen und Befunden aus diversen Disziplinen, etwa der Biologie, der (Kognitions-)Psychologie, der Philosophie und speziell der Wissenschaftstheorie. Dabei scheut er sich nicht, sich mit Kant einzulassen.
Natürlich kann hier nicht detailliert auf die raffinierten Argumentationen Vollmers eingegangen werden, Gleiches gilt für die erkenntnistheoretischen Schwierigkeiten, die diese Verquickungen und zirkulären Begründungen mit sich bringen. Interessante zu überprüfenden Hypothesen werden jedenfalls abgeleitet, und der recht junge Zweig der Neurowissenschaften dürfte auch heutzutage einen breiteren Raum einnehmen. Lohnenswert ist die Auseinandersetzung mit Vollmers Ausführungen allemal. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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