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Evolutionäre Erkenntnistheorie. Angeborene Erkenntnisstrukturen im Kontext von Biologie, Psychologie, Linguistik, Philosophie und Wissenschaftstheorie.
 
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Evolutionäre Erkenntnistheorie. Angeborene Erkenntnisstrukturen im Kontext von Biologie, Psychologie, Linguistik, Philosophie und Wissenschaftstheorie. [Taschenbuch]

Gerhard Vollmer
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, August 2002 --  
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 226 Seiten
  • Verlag: Hirzel S. Verlag; Auflage: 7., unveränd. A. (August 2002)
  • ISBN-10: 3777608645
  • ISBN-13: 978-3777608648
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 433.960 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Gerhard Vollmer
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Daß wir die Welt erkennen können, ist nach der Evolutionären Erkenntnistheorie weder Zufall noch göttliche Fügung, sondern auf natürliche Weise erklärbar. Denken und Erkennen sind Leistungen des menschlichen Gehirns. Unsere kognitiven Strukturen passen auf unsere Welt, weil sie sich in Anpassung an diese Welt herausgebildet haben. Diese Passung ist nicht ideal, aber ausreichend für das Überleben unter Konkurrenz. Gerhard Vollmer hat die Evolutionäre Erkenntnistheorie maßgebend mitentwickelt. In seinem Standardwerk erklärt er die Leistungen und Fehlleistungen unseres Erkenntnisapparates.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Gerhard Vollmer ist Physiker und Philosoph, und genau diese Mischung aus harter Naturwissenschaft und der philosophischen "Meta-Betrachtung" macht die von ihm maßgeblich mitentwickelte "Evolutionäre Erkenntnistheorie" aus. Fragen nach den Grenzen und Möglichkeiten menschlicher Erkenntnisfähigkeit werden von zwei Seiten in Angriff genommen. Da ist zum einen die philosophische Entwicklung in der Erkenntnistheorie - Namen wie Hume und Kant dürften dem philosophisch Vorgebildeten bekannt sein. Zum anderen wird die immer stärker werdende Relevanz des Evolutionsprinzips durch Mutation und Selektion in den Naturwissenschaften auf menschliche Kognition und Wahrnehmung angewendet.

Wo berühren sich nach Meinung Vollmers diese beiden Ansätze? Beide stellen sich die Frage, in welchem Verhältnis (objektive) Realität und (subjektive) Wirklichkeit zueinander stehen, wie gut oder schlecht das "Bild", was wir uns von der Welt machen, tatsächlich passt. Hier stellt Vollmer die Frage, warum sich gerade unser spezieller komplexer Denk- und Wahrnehmungsapparat im Laufe der Evolution durchsetzen konnte, bzw. sich vergleichbare Sinnesorgane unabhängig voneinander bei verschiedenen Spezien entwickelt haben. Seine Grundargumentation lautet: "Unser Erkenntnisapparat ist ein Ergebnis der (biologischen) Evolution. Die subjektiven Erkenntnisstrukturen passen auf die Welt, weil sie sich im Laufe der Evolution in Anpassung an diese reale Welt herausgebildet haben. Und sie stimmen mit den realen Strukturen (teilweise) überein, weil nur eine solche Übereinstimmung das Überleben ermöglichte."

Dies ist der Kern des Forschungsprogramms der Evolutionären Erkenntnistheorie und Vollmer belegt seine Idee mit Beispielen und Befunden aus diversen Disziplinen, etwa der Biologie, der (Kognitions-)Psychologie, der Philosophie und speziell der Wissenschaftstheorie. Dabei scheut er sich nicht, sich mit Kant einzulassen.

Natürlich kann hier nicht detailliert auf die raffinierten Argumentationen Vollmers eingegangen werden, Gleiches gilt für die erkenntnistheoretischen Schwierigkeiten, die diese Verquickungen und zirkulären Begründungen mit sich bringen. Interessante zu überprüfenden Hypothesen werden jedenfalls abgeleitet, und der recht junge Zweig der Neurowissenschaften dürfte auch heutzutage einen breiteren Raum einnehmen. Lohnenswert ist die Auseinandersetzung mit Vollmers Ausführungen allemal. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von B.Ehlert
Format:Gebundene Ausgabe
Die in diesem Buch von Vollmer gestellte erkenntnistheoretische Hauptfrage, um die sich das Anliegen des Buches dreht, ist die nach Grund und Grad der Übereinstimmung von Erkenntnis- und Realkategorien.
In dieser Hauptfrage bildet der sogenannte "naive Realismus" das eine Extrem. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Welt, die wir mit Hilfe unserer "Erkenntniskategorien" bzw. unseres Sinnes- und Erkenntnisapparates wahrnehmen, auch die reale und in diesem Sinne substanzhafte Welt der "Realkategorien" ist. In diesem Extrem haben unsere Sinneswahrnehmungen und Erkenntnisse eine reine Abbildungsfunktion, da sie eben die realen Dinge der Welt lediglich abbilden. Die Dinge der Welt existieren hierbei völlig unabhängig vom Erkennen und Wahrnehmen. Dieses Extrem der Hauptfrage ist nach Vollmer in der Wissenschaft widerlegt.
Das andere Extrem in dieser Hauptfrage bildet Kant mit seiner idealistischen Philosophie. Kant geht davon aus, dass wir über die Dinge an sich" überhaupt nichts wissen und niemals etwas wissen und erkennen werden. Mit anderen Worten, es gibt keinerlei Übereinstimmung zwischen Erkenntnis- und Realkategorien, was in der Konsequenz heißt, dass die von uns erkannten Dinge der Welt ein reines Konstrukt unseres Erkenntnisapparates sind, auch hinsichtlich der Grundstrukturen von Raum und Zeit. In Kants Idealismus gelten die Dinge der Welt daher nur als Erscheinungen.

Vollmer vertritt nun in diesem Buch den Standpunkt, dass Kant durch die Evolutionstheorie, von der er noch nichts wusste, widerlegt worden ist. Er argumentiert so, dass wir zwar die realen Dinge nicht direkt erkennen können, dass aber unser Erkenntnisapparat sich im Laufe der Evolution in Anpassung an die reale Welt herausgebildet hat und so, zumindest teilweise, mit den realen Strukturen übereinstimmt. Das ist aber eine reine Hypothese, weswegen dieser von Vollmer bzw. allgemein der heutigen Naturwissenschaft vertretene Realismus zutreffend "hypothetischer Realismus" genannt wird.
Als Arbeitshypothese für die moderne Naturwissenschaft ist der hypothetische Realismus und damit auch Vollmers Argumentation völlig in Ordnung. Doch, als Kritik an diesem Buch, geht Vollmer zu sehr davon aus, dass dieses Weltbild sich gegenüber dem idealistischen von Kant als das wahre erwiesen hat, und das ist nicht nachvollziehbar. Es gibt, auch nach Vollmer, überhaupt keine naturwissenschaftlichen Erkenntnisse oder Belege, die diesen Schluss bestätigen, es beruht, wie der Name schon sagt, auf einer reinen Hypothese. Die Evolutionstheorie, auf die sich Vollmer hauptsächlich in seiner Widerlegung Kants stützt, lässt sich nämlich genauso gut auch zur Bestätigung von Kant verwenden, was die Neurobiologen Maturana und Varela gezeigt haben.
Wenn tatsächlich, wovon Vollmer ausgeht, einige Strukturen der von uns erkannten Welt, insbesondere die von Zeit und Raum, realen Charakter besitzen, so müsste es einem Realismus nach grundsätzlich möglich sein, diese realen und in diesem Sinne substanzhaften Strukturen der Welt von den rein erscheinungshaften zu unterscheiden. Doch genau das schließt Vollmer ausgerechnet mit einem Xenophanes-Zitat grundsätzlich aus, was dem Selbstverständnis des Realismus nach unverständlich ist. Trotz seiner subjektiven einseitigen Parteinahme für den Realismus, was darin über eine sinnvolle Arbeitshypothese in der modernen Naturwissenschaft hinausgeht, ist dieses Buch von Vollmer mit seiner vielfältigen Auseinandersetzung um die Hauptfrage der Erkenntnistheorie doch ein sehr lesenswertes und, weil es die Naturwissenschaft mit der Philosophie verbindet, wegweisendes Buch.
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Würdiger Schüler 28. Juli 2011
Von Francesco
Format:Gebundene Ausgabe
Was Konrad Lorenz schon im Jahre 1941 in einer kleinen Schrift "Kants Lehre vom Apriorischen im Lichte gegenwärtiger Biologie" darlegte und in seinem Buch "Die Rückseite des Spiegels-Versuch einer Naturgeschichte menschlichen Erkennens" im Jahre 1973 genauer ausführte, wurde von anderen Biologen, Erkenntnistheoretikern und Philosophen aufgegriffen und nach ihrem persönlichen Geschmack modifiziert. Manche behaupten, sie hätten ihre Hypothesen parallel zu Lorenz' Überlegungen entwickelt, vielleicht um sich etwas vom Meister zu emanzipieren? Wie dem auch sei, Vollmer hat sich jedenfalls eingehend mit der Problematik beschäftigt und ein leicht lesbares und sehr gescheites Büchlein von gerade mal 190 Seiten zu dem Thema verfasst (Anmerkungen, Literaturhinweise, Nachwort und Namenverzeichnis machen noch einmal 36 Seiten aus). Interessante, sehr empfehlenswerte Lektüre!!!
P.S.: Das Manuskript zu seinem 1973 erschienenen Buch hat Lorenz übrigens schon während seiner russischen Kriegsgefangenschaft 1944 - 1948 auf dem Papier leerer Zementsäcke verfasst und mit Erlaubnis des sowjetischen Lagerkommandanten (der sich auf das Ehrenwort Lorenz' verließ) im Jahre 1948 in seine Heimat nach Altenberg gebracht.
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