Nach einer Sportverletzung in beiden Unterarmen bzw. Handgelenken konnte ich längere Zeit nicht am PC arbeiten. Diese Mouse sowie ihr "Kollege für die linke Hand" haben mich ins Büro-Leben zurück gebracht. Daher hier nun meine uneingeschränkte Empfehlung für alle Mouse-geplagten Menschen, die viele Stunden vor dem PC verbringen müssen und nicht länger unter dem Damokles-Schwert des "RSI-Syndroms" (Mouse-, Golfer-, Tennisarm) leben wollen.
Bei einer herkömmlichen Mouse wird die Hand nach oben abgewinkelt. Dieses ständige Knicken des Handgelenks ist die Wurzel allen Übels. Denn das ist eine abolut unnatürliche Haltung, die der gesunde Arm natürlich gar nicht als solche empfindet. Dennoch werden Sehnen und Muskeln die ganze Zeit über angespannt und gereizt.
Die Vertical-Mouse macht Schluss damit. Wie bereits in der super tollen Rezension von F. Bergemann beschrieben wurde, befindet sich die Hand bei der Vertical-Mouse (Nomen est Omen) in vertikaler Position, so als würde man jemanden per Handschlag begrüßen. Das Handgelenk bleibt daher gerade. Die ebenfalls hier schon erläuterte Möglichkeit, eine Taste zur Doppelklick-Taste umzuprogrammieren, ist tatsächlich eine große Erleichterung. Denn der ansonsten erforderliche Doppelklick strengt die ohnehin schon gestressten Sehnen und Muskeln nochmal zusätzlich an. Wer sich erst mal an die neue Funktion der Taste gewöhnt hat kann also eine weitere Schmerzursache vermeiden. Und ist außerdem viel schneller unterwegs.
Nachdem ich so ziemlich alles ausprobiert habe sehe ich in der Vertical-Mouse die ergonomischste Lösung ihrer Art. Kein Gelkissen kann da mithalten. Ich jedenfalls habe beim Arbeiten mit einer herkömmlichen Mouse plus Gelkissen nur ein Problem durch ein anderes ausgetauscht. Zwar entfällt durch die zusätzliche Stütze die Abwinklung der Hand nach oben. Aber dafür wirkt das Gelkissen wie ein Bremsklotz, der Bewegungen des gesamten Unterarms verhindert und zur seitlichen Navigation aus dem Handgelenk heraus zwingt. So hat man eigentlich nur den Knick nach oben durch die Knicke (Knicks?) nach rechts und links ersetzt. Quasi anstelle der Röteln die Masern bekommen.
Dann doch lieber gleich die Vertical-Mouse. Deren einziges Manko ist: sie kommt nicht auf jeder Oberfläche klar. Auf gemasertem Holz(imitat)tisch wandert der Cursor auch bei ruhender Mouse wie von Geisterhand bewegt über den Bildschirm. Das war wenigstens bei mir so. Hat mich dermaßen hypnotisiert, als säße ich der Schlange Ka gegenüber! Mit einem Mouse-Pad hatte der Spuk aber schnell ein Ende.
Das alles mag sich für die Ohren gesunder Hände lächerlich anhören, aber wem schon die Gedanken an Mouse-Bewegungen weh tun, der weiß wovon ich rede! :-) Ganz besonders leidtragende Zeitgenossen kaufen sich am besten zusätzlich das Pendant für die linke Hand. Die USB-Anschlüsse ermöglichen den zeitgleichen Anschluss beider Geräte, so dass sich rechte und linke Hand abwechseln können, ohne jedesmal irgendwo rumstöpseln zu müssen.
Ok, der durchschnittliche Rechtshänder kommt sich in der Gewöhnungszeit mit links vor wie ein Grobmotoriker. Aber das geht vorbei, ehrlich! Und nichts ist toller für die rechte Hand, als zwischendurch mal ausruhen zu dürfen. So richtig perfekt wird der Arbeitsplatz noch durch die Anschaffung einer geschwungenen Tastatur mit Handballen-Ablage.
Zumindest war das mein Weg zurück ins normale Leben.