Nachdem ich hier einige Rezensionen gelesen habe, die als solche nicht ernst zu nehmen sind, möchte ich meine eigene Meinung zum Akkustik-Projekt von Eluveitie beisteuern.
Ich bin ein grosser Fan der Vorgängeralben und habe mir darum auch Evocation I sofort zugelegt. Mir war schon lange klar, dass diese CD etwas anders werden sollte als die Vorherigen, Eluveitie hat von Anfang an angekündigt dass hier ein Akkustikalbum abgeliefert wird (Was ein Rezensent wohl nicht gewusst hat, "Für mich ist das kein Metal-Album, sondern eher eine Akkustik CD". Aua)
Zum Album selbst. Eluveitie bedient sich einer grossen Auswahl an Folkinstrumenten, welche eine dichte Atmosphäre erschaffen. Synthesizer à la Equilibrium sind hier nicht zu finden, keinerlei Töne kommen aus der Konserve. Die Main Vocals übernimmt zum ersten Mal die Drehleierspielerin der Band Anna Murphy, Chrigel Glanzmann betätigt sich gesanglich deutlich weniger, was aber gut so ist. Das soll nicht heissen dass mir Glanzmanns Gesang nicht gefallen würde, im Gegenteil!, nein ein Growler als Main Vocalist hätte meiner Ansicht nach einfach nicht zum Akkustikprojekt gepasst. Die beiden Bandneulinge Kay Brem (Bass) und Päde Kistler (Whistles, Dudelsack) machen ihren Job souverän und haben sich anscheinend schon gut mit der Band eingespielt.
Der Sound auf Evocation I kommt eher düster rüber, Eluveitie stand noch nie für Party-Melodien. Die Tracks wirken mystisch, verträumt, teilweise auch bedrohlich (Dessumiis Luge) und voller Magie, man fühlt sich direkt in einen frühzeitlichen Wald versetzt, in dem Druiden auf magische Weise ihrem tagwerk nachgehen. Die Stücke zeugen von gutem Songwriting, schnöde ABABCB-Abläufe findet man nur sehr selten (soweit ich weiss nur Omnos)
Das Artwork ist sehr gut ausgefallen, einiges düsterer als das von Spirit, auch obskurer als das von Slania. Es überwiegen Dunkelgrün- und Schwarztöne. Es wird einem genau die richtige Atmosphäre vermittelt, die auch von den Songs ausgeht; geheimnisvoll, mystisch, magisch...
Eluveitie sind ihrem Stil treu geblieben, entgegen der Behauptung einiger Vorrezensenten hier. Oder würden sie es als Stiländerung verstehen die Amps auszuschalten und vermehrt auf weiblchen Gesang zu setzen?
Für mich ist Evocation I das beste Album seit Jahresbeginn, es hebt sich durch sein individuelles Gefühl, das beim Hören erzeugt wird angenehm von Pagan-Einheitsbrei ab und liefert etwas neues, was trotz diversen Akkustik-Projekten von anderen Paganbands noch nie zu hören war.