Die vorliegende CD beinhaltet eine Auswahl der eingängigsten Songs des Musicals "Evita" von Andrew Lloyd Webber anlässlich der Verfilmung durch Alan Parker. Eine Gesamteinspielung liegt in anderer Form vor.
Die Stimmen:
Evita - Madonna
Che Guevara - Antonio Banderas
Peron - Jonathan Pryce
Magaldi - Jimmy Nail
Man kann die Verfilmung zu Recht zu konventionell nennen. Die Musikeinspielung aber ist durchaus beachtenswert. Madonna kann die Vergleiche mit Julie Covington und Elaine Paige gut aushalten. Banderas ist auch recht gut bei Stimme. Lediglich bei Jonathan Pryce würde ich Abstriche machen. Er ist ein weitaus besserer Schauspieler als Sänger (darum wurde er ja auch besetzt).
"Evita" (1976) ist eines der ersten Musicals Lloyd Webbers und meines Erachtens auch sein bestes. Lose angelehnt am Werdegang der späteren Präsidentengattin Eva Duarte Peron (1919 - 1952) zeigt das Musical Szenen ihres Lebens, wobei die Begenung mit Guevara rein fiktiv ist. Die Verfilmung von Parker weicht etwas von der Vorlage ab: Einer der schönsten Songs ("Another Suitcase in Another Hall") wird nicht von Perons ehemaliger Geliebten, sondern von Evita selbst gesungen. Vermutlich wollte sich Madonna eines der Herzstücke selbst sichern und nicht einer anderen Sängerin überlassen. "You must love me" wurde von Webber eigens für die Verfilmung komponiert, ich halte es für eines der schwächeren Stücke. Zwei Änderungen, die dem Musical nicht unbedingt genützt haben. Absolute Highlights sind "Buenes Aires" (Evitas Lobgesang auf die Metropole), "Rainbow High" (Evitas triumphale Europatour, "I came to the people, they need to adore me") und "Waltz for Evita and Che" (Evitas letzte Auseinandersetzung mit Guevara im Angesicht des Todes). Schade, dass das beiliegende Booklet lediglich Szenen aus der Verfilmung zeigt und nicht die Songtexte von Tim Rice abdruckt. Ein Grund des Erfolges Evitas sind sicherlich die pointierten Texte.
Wenn ich lediglich 4 statt 5 Sterne vergebe, dann deshalb, weil ich die Ersteinspielung von 1976 für unübertroffen halte und das Booklet sich allzu selbstverliebt an die Kinobesucher wendet und nichts über das Musical selbst verrät.