Einen Grund muss es doch haben, dachte sich der Rezensent, dass dieser mittlerweile bejahrte Horrorstreifen im hübschen DVD-Metallschuber auf den Markt gebracht wird. Allein auf die Zugkraft der - nur Kennern der Erotikbranche geläufigen - effektheischerisch angepriesenen Pornoqueens wird man sich wohl nicht verlassen haben. Weit gefehlt.
Natürlich erwartet man heutzutage mit jedem Erscheinen eines SAW-, HOSTEL- oder HILLS HAVE EYES-Ablegers nicht mehr die Neuerfindung des Genres. Aber wenn in den ersten Filmminuten bereits das unglaublich ausgelutschte Motiv des im Wald campenden und kopulierenden Trekking-Pärchens - aus dem lustvollen Spiel gerissen und graphisch gemeuchelt - bemüht wird, ahnt der arglose Konsument bereits, nicht die Perle des Splatterfilms erwischt zu haben. Und das trotz Richard Grieco am Spieß - soweit kann man das Ende der Pretitle-Sequenz verraten, ohne den Spaß (?) zu verderben.
Die danach folgenden 50 (gefühlte 90) Minuten muss man gesehen haben, um es zu glauben. Abgesehen von der nett anzusehenden Erzieherin taugt nämlich keine bzw. keiner der Studenten als Sympathieträger, vielmehr stellt sich unweigerlich die Frage, welcher Universität oder eher Baumschule die unsäglich albernen und präpubertierenden Twens entsprungen sein sollen. Abgesehen von dieser spannenden Fragestellung erschöpft sich der Spannungsaufbau dann in der xten Wiederholung des sich anschleichenden und Buh! rufenden Pseudo-Klassenclowns. Wer sich veranlasst fühlt, bis ca. Minute 60 genervt den schnellen Vorlauf zu betätigen, versäumt absolut nichts. Nada.
Anscheinend stand nach Dreh des eben geschilderten Füllmaterials endlich die Finanzierung des C-Films, und die Effektspezialisten konnten sich so richtig austoben. Ob die im letzten Drittel absolvierten Ausweidungen, die einem Lucio Fulci oder Romero in nichts nachstehen, sowie die kurz ins Licht gerückten Vorzüge der Erotikaktricen für die qualvollere Langeweile zuvor entschädigen, muss jeder Gorehound - übrigens die einzig angesprochene Zielgruppe dieses Machwerkes, Feingeister seien also vorgewarnt - für sich entscheiden. Dass laut einschlägigen Foren sogar eine exzessivere Fassung existieren soll, kann ich angesichts der genüsslich lange gezeigten Unappetitlichkeiten kaum glauben. Nur am Rande: ein echter Brüller ist auch der unvermeidliche Hinweis auf die hoffentlich vermeidbare Fortsetzung - unbelievable!
Fazit: Schade um Zeit und Geld, ansehbar nur für Komplettisten und Allesgucker.