Wie groß war die Vorfreude:
Endlich wieder ein gemeinsames Werk der beiden Avantgarde-Heroen, die beide Musikgeschichte geschrieben haben: Brian Eno erst mit Roxy Music, dann mit Robert Fripp, als Produzent von DEVO und den Talking Heads; David Byrne mit den Talking Heads, deren Alben "Fear of Music" und "Remain in Light" von zeitloser Faszination sind und bleiben werden.
Und dann erst die erste Zusammenarbeit der beiden für " My life in the bush of ghosts" Anfang der 80-ger Jahre. Ein Jahrhundertwerk! Polyrythmik, Weltempfänger-Radio-Schnipsel vereinigen sich zu einer Dynamik und Dramatik, etwa bei "America is waiting" und "Jezabel".
Aber jetzt: Grenzenloser Kitsch, Schunkel-Pop, Slow gospel mit artifiziellem Gesang, langweiliger 4/4 Takt Bumbatsch, Country at its worst, hawaiianisch anmutender heyahoo Gesänge. Irgendwann haben sie dann wohl gemerkt, daß es zu langweilig wird und etwas abwechselungsreichere Rhythmik gewählt oder mal im Stück das träge Tempo angezogen. Hören ohne Schmerzen kann man das 3. Stück "I feel my stuff", da gibt es etwas Dramatik und Stück Nr. 10 "Poor Boy", das klingt wie eine halbwegs aus den Wurzeln der ersten Zusammenarbeit gegorenes Extrakt. Radio Schnipsel sind aber auch da nicht zu hören. Der absolute Abschuß nach dem Hansi Hinterseer Geschunkel der Stücke 1 und 2, sind jedoch die Stücke 5 und 9 "Life is long" und "One fine day". Hier wird Tom Petty in seiner "Learning to fly" Phase so schlecht imitiert, daß sich der Magen des Musikliebhabers meldet.
Also absolute Warnung an alle, die Talking Heads super fanden oder "My life in the bush of ghosts". Finger weg! Geldrausschmiss!
Ach ja, den 2. Punkt habe ich für die gute Covergestaltung gegeben.