So ein Album hat die Musikwelt schon sehr lang nicht mehr aufs Ohr bekommen. Inmitten des sumpfigen Einheitsbrei-Ozeans der Jungmädchensäuselstimmen, die jedes Lied nach Schema F runterhauchen und zur Zeit ja immer noch très en vogue sind, kommt mit Barbara Bürkle endlich mal wieder eine Sängerin daher. Eine richtige. Eine, die entspannt genug ist, ihr Sängerinnentum nicht in jeder Note rauszuhängen, wohlgemerkt. Sondern jedem Song das verleiht, was er braucht. Und das mit einem unglaublichen Farbenreichtum - wie leicht und luftig sie "O Pato" nimmt, und wie breit und erdig dagegen "Since I Fell For You" dahergebluest kommt. Und bei "Without A Song" hat man den Eindruck, da singe jemand sehr viel Schwarzeres als sie. Kurz: Barbara Bürkle hat ein gänsehautsanftes Timbre, dem man stundenlang zuhören kann und an dem man sich immer wieder freut, gerade weil sie eine unglaubliche Bandbreite abdeckt. Zudem hat sie mit Ihren Musikern vom "Barbara Bürkle Quintett" brilliante Musiker um sich und man merkt die über Jahre gewachsene Zusammenarbeit - das sind keine eingekauften Mugger, sondern Menschen, die - genau wie ihre Frontfrau - jeden Song erst nehmen. Und ihre A-Capella-Erfahrung der letzten Jahre mit "Klangbezirk" hört man ihrer Stimme auch an - so sauber geführt, so brilliant und wohltuend intonierend und immer im Dialog mit den Musikern. Vor allem die Scat-Passagen mit dem Saxofon sind wirklich so, daß man froh ist über die "repeat"-Funktion des CD-Spielers. Von Standards wie "My Favourite Things" bis hin zu Bürkles luftigen und eingängigen Eigenkompositionen: "Everything allowed", das sind Lieder, die leuchten.