Wer Sänger Ben Bridwells und Gitarrist Matt Brookes früheres Projekt Carissa's Weird kennt, wird auf diesem Album ähnliches erwarten. Doch Obacht: nichts mehr zu Hören vom Codeine-ähnlichen-Lava-Rock, keine Kammermusik mehr, kein Gejammer und Gewimmer, nein, hier wird Indierock geboten - und zwar vom Feinsten.
Zunächst fällt natürlich Bridwells Stimme auf, die ganz klar im Vordergrund steht. Sie ist durchaus bemerkenswert und lässt sich in ihrer Präsenz nur sehr schwer beschreiben. Manche sagen, sie klinge wie ein früher Neil Young oder wie Wayne Coyne (Flaming Lips). Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Aber an einigen Stellen des Albums klingt Bridwell wie Colin Blunstone (Zombies), der bestenfalls versucht wie Wayne Coyne zu klingen.
Eine Affinität zu Neil Young besteht allenfalls musikalisch, denn Band Of Horses verstehen es einem Neil Young - etwa auf seinem Album Zuma - nicht unähnlich, die Stimmungen der Songs sehr abwechslungsreich zu gestalten und doch ein geschlossenes Werk abzuliefern. Außerdem hinterlässt das Album ein ähnliches Gefühl von süßer Melancholie beim Hörer, so wie es gerade Neil Youngs Zuma tut.
Gleichzeitig ist die Gitarrenarbeit hier sehr viel filigraner und vielseitiger als auf irgendeinem Neil Young Album. Nur ab und an blitzt der Gitarrensound von Carissa's Weird durch und beim Opener des Albums glaubt man für einen Moment gar Crazy Horse zu hören. Doch im großen und ganzen wird hier weniger auf Lärm sondern eher auf akustische Gitarren, Banjos u.ä. gesetzt.
Ein wirklich hörenswertes Album und eine Band die man keineswegs aus den Augen verlieren sollte!!