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In den mit belanglosen Platten aus den Bereichen TripHop, Chill-out-Samplern, Fusion oder Easy Listening voll gestopften Regalen sollten Cinematic Orchestra einen Logenplatz erhalten. Wie auch der nicht häufig genug zu erwähnende Matthew Herbert (steuerte einen Remix des als Single ausgekoppelten Songs "All That You Give" bei), arbeiten auch CO mit Samples und organischen Sounds. Swinscoe lässt den Plattenspielern, Effektgeräten und elektronischen Instrumenten genauso viel Spielraum wie Bass, Gitarre, Drums oder Saxofon.
Nur sieben Tracks enthält Everyday, doch einige Kompositionen wurden großzügig ausgewalzt, filigran verziert, atmosphärisch verdichtet und spannend arrangiert. Soundtrack-artig verschmelzen Jazz-Zitate aus den 60er- und 70er-Jahren mit moderner Clubmusik und einem Hauch Postrock. Eine nie nervös machende Langsamkeit, die stets unheilvolle Stimmung sowie zwei überaus gute Gastauftritte von Roots Manuva und der alten Soul-Lady Fontella Bass erheben Everyday in den Adelsstand. Eindringlich unaufdringlich dieses Album! --Sven Niechziol
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Erstes Highlight der Platte ist der Opener "All that you Give", dem die Soul Sängerin Fontella Bass die Seele verlieht. Auch „Man with the Movie Camera" weiß mit einer perfekten Mischung aus Jazz-Instrumentierung (Saxofon und Rhythmus-Sektion), Sampling und elektronischen Klängen mitzureißen. Dunkel beginnend ist es als ob man durch schlecht beleuchtete Gassen schlendert, die Drums bilden den Takt des Schrittes, bis man dann langsam in das hektische und bunte Leben einer Stadt eintaucht, improvisiert wirkendes Saxofonspiel und unterstützende Perkussion verschmelzen dann zu einer ruhigeren Songpassage die von breiteren aber ruhigen Saxofontönen und Pianoklängen getragen wird über, um danach das Tempo wieder zu erhöhen und zum nächsten Schauplatz zu rennen.
Ähnlich atmosphärisch, interessant und dennoch entspannend geht es auf dem Rest der Platte zu. In „All Things to all Men" kann der Zuhörer 11 Minuten lang Roots Manuva, von seinem Leben erzählend, auf einem langsamen 4/4 Takt und breiten Piano und Saxofon Klängen zuhören.
In „Flite" trumpft Drummer Luke Flowers voll auf und tobt sein Talent auf Samples und homogen eingewobener Elektronik aus. Der letzte Song und 10 minütige Titeltrack „Everyday" ist tatsächlich dunkel und von einer melancholischen Tiefe, die bei den restlichen Songs nicht zu finden ist. Bassgezupfe, dass den ganzen Song durchwebt, leitet das an ein pianoähnliche Moogspiel von John Ellis ein und so spinnt der Song einen immer tiefer werdenden Tunnel durch das Gehör. Verfremdete Stimmsamples, die an den Gesang von Naturvölkern erinnern und Chorpassagen, die wirken als hätten sie sich nur aus der Ferne in den Song geschlichen. Ein wunderbar tiefgehender Abschluss einer durchweg stimmigen Platte.
Die Fusion aus elektronischer Handarbeit, DJ-Handwerk, Jazz-Instrumentierung und atmosphärischer Loungeelemente in Verbindung mit den Gesangsfeatures von Fontella Bass und Roots Manuva funktioniert und alles scheint nur der Tiefe und Atmosphäre der Klangwelten zu dienen.
Großes Klangkino!
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