Wenn ich mich mit Poker unterhalten möchte, dann lese ich entweder ein Buch dazu, schau mir ein bisschen "High Stakes Poker" an oder spiele eben selbst. Gus Hansen's Buch ist mehr oder weniger ein Spagat aus allen drei genannten Dingen. Wirkliche Theorie kommt zwar vor, wer aber vorher keine Odds berechnen konnte, der kann es nach der Lektüre auch nicht, da das Wissen eher vorausgesetzt wird. Der Fernsehcharakter ist enthalten, da man wirklich das komplette Turnier aus Gus' Sicht verfolgt. Ab und an wurden dabei der Unterhaltung wegen einige weggefoldete Hände gestrichen, aber im Groben und Ganzen ist wirklich "Every Hand revealed". Der interessanteste Part ist allerdings, daß man bei der Lektüre immer auch das Gefühl hat, selbst zu spielen, auch wenn man dann mal vielleicht etwas anders gemacht hätte. Aber selbst er gibt zu, wenn er mal daneben gelangt hat oder Glück hatte.
Das Buch am Stück zu lesen ist glaube ich äußerst anstrengend, für eine gelegentliche Lektüre wie in der U-Bahn, oder mit ein Paar Händen vor dem Einschlafen ist es allerdings wie geschaffen - und dann auch schneller zu Ende als man denkt.