Ich spiele EQ 2 seit ca. 2 Monaten. Zuvor habe ich EvE, DaoC oder WoW gespielt. Man kann nicht sagen, dass EQ2 nun gerad aus dem Einheitsbrei, aufgrund irgendwelcher Innovationen heraussticht, aber ich würde sagen, dass es zum aktuellen Zeitpunkt (zumindest von allen Spielen, die ich hier eben genannt habe) das ist, was die wesentlichen Eigenschaften eines Mmorpgs für meinen Geschmack am besten zu erfüllen vermag.
Zu diesen Eigenschaften zähle ich die Individualisierungsmöglichkeiten des Charakters, die Komplexität der Welt, die Möglichkeit für PvP und das Rollenspiel, worunter ich im Speziellen das Serververhalten der Community und das Potenzial des Spieles Rollenspiel zu ermöglichen, meine.
Zunächst zu den Individualisierungsmöglichkeiten. Die Möglichkeiten der Charaktererstellung sind im Gegensatz zu den meisten anderen Mmorpgs sehr breit angelegt. Es gibt diverse unterschiedliche Krieger-,Zauberer-, Dieb- und Priesterklassen, zwischen denen man sich die passende aussuchen kann.
Zudem ist mit der neuesten Erweiterung nun auch noch ein zusätzliches Spezialisierungssystem für Chars ab lvl 20 erschienen, welches die Klassen noch zusätzlich ausdifferenziert, ähnlich dem Skilltree in WoW. Hinzu kommt das Handwerkssystem, was wohl in keinem anderen Mmorpg mit soviel Liebe zum Detail ausgeklügelt wurde. Es erlaubt dem Charakter, ähnlich wie beim lvln, sich zu spezialisieren und mutet sehr realistisch an. Allerdings ist es wohl auch das einsteigerunfreundlichstes Element im Spiel, aufgrund des vielgerügten Denglisch bei Rezepten und Rohstoffen.
Zur Komplexität der Welt läßt sich sagen, dass wohl das lineare Charakterentwickeln im Vordergrund steht, und sich alles diesem Ziel unterordnet. Wer die Freiheiten bei Eve kennt, der eigenen Corporation im Endgame zu mehr Einfluß zu verhelfen oder ein berüchtigter Pirat zu werden, wird bei EQ2, wenn der Char am Ende der Leiter angelangt ist, darauf warten, sein LvL-Cap in der nächsten Expansion um 10 weitere lvl zu erhöhen. Aber in diesem Rahmen ist es aufgrund der vielen verschiedenen Quests und des sehr stark angehobenen Solospielerinhalts dennoch deutlich abwechslungsreicher als Eve.
Es geht nebenbei nicht nur darum sein eigenes lvl zu erhöhen, sondern auch das seiner Gilde. Man kann durch das Erlangen von Status zum Gildenlvl beitragen. Zusätzlich gibt es spezielle Gildenquests, die man zusammen mit seiner Gilde absolvieren kann. Hinzu kommen viele weitere Features, welche durch die beiden Erweiterungen oder die Adventurepacks den Umfang der Welt und seine Möglichkeiten Abenteuer zu erleben enorm erweitert haben.
Nun zum Rollenspielaspekt. Von wirklichem Rollenspiel kann man, wie bei den anderen oben genannten Genrevertretern auch hier nicht wirklich reden, da es wie gesagt primär darum geht seine Charakterentwicklung voranzutreiben und nicht den roten Faden einer Geschichte zu verfolgen. Aufgrund der relativ erwachsenen Community, wird man hier jedoch einen eher gehobeneren Umgangston antreffen.
Da seit Kindom of Skies ja nun auch ein PVP-Server ins Leben gerufen wurde, darf nun endlich auch der gegnerischen Fraktion ans Leder gegangen werden. PvP ist grundsätzlich überall möglich. Bis lvl 10 hat man Welpenschutz, und es können nur Spieler bis 8 lvl unter dem eigenen lvl angegriffen werden. Es ist jedoch kein besonders ausgeklügeltes System und hat keine Mechanismen die komplexere Strategien zulassen. Allerdings bekommt man für das Töten der gegnerischen Spieler jede Menge Belohnungen: Ehrentitel, Status für die Gilde, Geld des Getöteten und natürlich XP. Ich würde sagen, dass PvP keineswegs das Hauptaugenmerk für EQ2 ist, aber es ist das Salz in der Suppe, wie man so schön sagt.
Ich hoffe ich konnte Einblicke gewähren.
Gruß Asphyxious