Inhaltswiedergabe ist nicht meine Stärke und überhaupt, wer soweit gekommen ist, wird Namen und Orte wohl kennen. Da kommen wir auch schon zum Knackpunkt, es wird langweilig. Warum hier vom bisher besten Band gesprochen wird, ist mir Schleierhaft, fällt in meinen Augen doch zusehens das Niveau. Ich habe den ersten Band gefressen und bin nach wie vor begeistert. Den Zweiten habe ich etwas frustriert zuende gebracht und mich mit Vorfreude auf den Dritten getröstet. Jetzt bin ich so enttäuscht, das sich mir die Frage stellt, ob der nächste überhaupt lohnt. Ich habe das Gefühl von Band zu Band gezerrt zu werden, immer gelockt mit der Hoffnung auf positive Wendungen, spannende Entwicklungen und schlicht ein bisschen Happy End für E. & D. Aber nein. Die anfängliche Sympathieträgerin Ever, die in ihrem Gefühlsleben so authentisch und nachvollziehbar war - ihre Verweigerung vor der Welt, ihre Einsamkeit, ihre Angst - wird einfach nur ätzend. Sie trifft eine schlechte Endscheidung nach der nächsten, sie lernt nichts dazu, ganz im Gegenteil, es scheint als würde sie von Situation zu Situation naiver und pubertärer. Dazu kommt dieser furchtbar absehbare Handlungsablauf: Zum Ende des Buch gibt es ein großes neues Problem, das den Cliffhänger zum nächsten Band darstellt, der sich dann hinzieht, weil Ever aus jeder Sache ein riesen Drama machen muss, um dann das Happy End in greifbare Nähe zu rücken, aber dann, ÜBERRASCHUNG! ein Problem taucht auf - wir sehen uns im nächsten Band. Zudem muss auch eine Geschichte mit fiktiven Elementen ihrer eigenen Logik folgen und die scheint mehr und mehr an den Haaren herbei gezogen. Warum die Dinge sind wie sie sind wird nur am Rande, wenn überhaupt, erklärt. Meist wird es dem Leser vor die Nase gesetzt a la Friss oder stirb. Auch warte ich noch vergeblich auf die Erklärung, warum D. sich eigentlich so unsterblich in E. verliebt hat. Es gibt kurze Schilderungen aus ihren vergangenen Leben, was ihn aber an dieser Frau angezogen hat, bleibt unklar. Auch wenn man akzeptiert das Liebe unerklärlich ist, hätte ich doch gerne das Gefühl, nachvollziehen zu können, warum es so gekommen ist. Hier musste ich die gehässige Frage, warum sich überhaupt Jemand in eine solche Person verlieben sollte, mit allem Wohlwollen runterwürgen.
Ein Kompliment muss man in meinen Augen den Covergestaltern machen, ich finde die verschiedenen Blumen als aus dem Roman aufgegriffene Handlungselemente sehr gut und sie sind bei dem sonst unaufdringlich gehaltenen Bild der Blickfang, der alle Bände noch einmal verknüpft.
Alles in allem müsste die Autorin wirklich ganz bald die Kurve kriegen, sonst versandet diese Geschichte. Vielleicht hätte sie für den Anfang kleinere Brötchen backen und sich mit einer Trilogie zufrieden geben sollen. Ich gebe 3 Sterne, aber mindestens 1 davon als "Guthaben" aus dem ersten Band.