Da ist sie nun, die neue EP von Cradle of Filth. Später erschienen, als geplant. Aber ob es derer überhaupt bedarf sei mal dahingestellt. Die Länge der CD ist mit 8 Songs und einer Spielzeit von ca. 43 Minuten wirklich gut und man hat mehr Musik als bei manch einem Full-Length-Album einer anderen Band. Aber Qualität ist wirklich etwas anderes:
01 - Transmission from Hell
- sinnloses Intro mit nervigem und viel zu langem Sprechtext sowie komischem Gerausche! Mehr kann ich dazu nicht sagen!
02 - Thank Your Lucky Scars
- ganz nett, aber auch nicht mehr. Ein typischer moderner Cradle of Filth Song, wovon es aber eindeutig bessere gibt. Leider auch der einzige, wirklich neue Song auf der ganzen EP. Hätte man allerdings auch als Bonustrack bereits auf die Special Edition des Albums packen können.
03 - Forgive Me Father I Have Sinned (Elder Version)
- diese Demoversion ist musikalisch und aufnahmetechnisch natürlich schlechter als die finale Albumversion auf Darkly, Darkly Venus Aversa (keine laszive Frauenstimme, kein geniales Gitarrensolo am Ende und kein auf diesem wunderbar harmonischen Dur endender Song). Genau aus diesem Grund weiß ich auch nicht, wozu man sie den Fans dann antun muss...
04 - Lilith Immaculate (Extended Length)
- überflüssiger Orchesterpart nach dem zweiten Chorus! Hätte man jenen von Anfang an gleich auf das richtige Album gebracht, hätte das vielleicht noch gepasst. Da man den Song aber bereits ohne gut kennt, weil er wirklich grandios ist, wirkt dieser ruhige und atmosphärische Mittelteil einfach nur lieblos hineingeschoben und deplaziert.
05 - The Persecution Song (Elder Version)
- eine noch schlechtere Version des ohnehin schon recht schwachen Songs.
06 - Forgive Me Father (I'm in a Trance)
- *Räusper* ... Es gibt Dinge, die sollte man besser nicht kommentieren...
07 - The Spawn of Love and War (Elder Version)
- Der Song ist gut, aber auch wieder nur in der finalen Version. Hier wirkt er wirklich sehr roh und ist schlecht produziert. Das ist wie gesagt klar, bei einer Demo-Version, aber ich finde Demos eben nur dann sinnvoll, wenn auch der Endsong vorher noch anders klang und nicht einfach nur genauso, nur mit schlechterer Audioqualität, was leider hier wieder der Fall ist.
08 - Summer Dying Fast (Orchestral Version)
- Ich muss sagen, dass diese Orchesterversion wirklich gut ist, weil ich ohnehin auf Orchester stehe und die Idee mit dem orchestralen "Midnight in the Labyrinth" Album, was im nächsten Jahr folgt, wirklich gut finde. Allerdings wird man diese Version von "Summer Dying Fast" auch auf dem besagten kommenden Album finden, wodurch sie hier wiedermal deplaziert wirkt.
Insgesamt sind die Songs leider überhaupt nicht aufeinander abgestimmt und wirklich nicht notwendig zu hören. Eine wahllose Aneinanderreihung von aussortieren B-Seiten, die man sich getrost hätte sparen können.
Die DVD ist dagegen schon besser. Leider wird die wirklich interessante Dokumentation "You can't polish a turd, but you can roll it in glitter" von dem überaus schlechten Konzert auf dem Graspop Festival im Juni diesen Jahres etwas heruntergezogen. Dani Filth "singt" hier einfach nur furchtbar, sieht aus wie Pumuckel mit Clownsschminke und die Songauswahl ist auch nicht wirklich prickelnd. Bereits nach dem Opener "Heaven Torn Asunder" möchte man am liebsten abschalten, weil es so grausig gesungen ist, würde einem das Geld nicht leidtun, was man für die EP ausgegeben hat. Na ja und das Promovideo von Lilith Immaculate kennt nun wirklich jeder bereits. Das hätte hier auch niemand wirklich gebraucht. Wer dieses sehen will, sollte sich stattdessen lieber YouTube bedienen. Dort ist es ausnahmsweise mal nicht gesperrt.
Ich gebe nur 2 Sterne, weil das Artwork der EP wirklich super aussieht! (Aber warum hat man zur Hölle das FSK Zeichen draufgedruckt, anstatt einfach einen Sticker zu nehmen! Dadurch wird leider auch das super Cover ein wenig verunstaltet...)
Alles in Allem also nicht wirklich eine sinnvolle Investition. Für diejenigen, die es doch kaufen wollen: Viel Spaß beim Bereuen ;-)