Bei dem Buch handelt es sich um den ersten Teil einer neuen Dystopie-Reihe.
Inhalt:
Eve ist vier Jahre alt, als ihr ein Virus schlagartig die Mutter nimmt und gleichzeitig auch noch einen Großteil der menschlichen Bevölkerung auslöscht. In den letzten Augenblicken ihres Lebens schickt Eves Mutter ihre Tochter auf eine Mädchenschule, die ihr Sicherheit bieten soll und in der sie aufwachsen kann.
Sechzehn Jahre später hat die Natur große Teile Amerikas wieder zurückerobert. Der Rest der Menschheit hat sich entweder diesem Umstand angepasst oder lebt wie Eve in den vereinzelten Orten, wo ein Rest Zivilisation geblieben bzw. neu aufgebaut worden ist. Diese Gebiete heißen 'New America' und werden von einem König beherrscht, der die einstige Population der Menschen wieder herstellen will.
An dieser Stelle setzt die Handlung ein. Eve und ihre Freundinnen befinden sich kurz vor ihrem Abschluss, nachdem sie die Möglichkeit haben in der 'City of Sand' zu leben. Während ihrer gesamten Schullaufbahn wurde ihnen eingetrichtert, dass ein Leben dort erstrebenswert sei. Sowie, dass das männliche Geschlecht die Frauen nur zu ihrem Vorteil ausnutzen würde, um ihre Triebe zu befriedigen und daher gemieden werden musste. In der Nacht vor ihrer Abschlussfeier erfährt Eve jedoch, was es mit dieser Stadt und ihrem gewünschten Leben wirklich auf sich hat und flieht aus dem sicheren Schulterrain hinaus in die Wildnis. Schnell muss sie feststellen, dass all das gelernte Schulwissen ihr in dieser Situation nicht weiterhelfen wird, sodass für sie ein Kampf ums Überleben beginnt. Dabei lernt sie den ebenfalls aus einem (Jungen-)Camp geflohenen Caleb kennen und muss feststellen, dass die vermittelten Urteile über das männliche Geschlecht nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Doch sei dies alles noch nicht genug, so muss sich Eve auch noch mit dem Umstand auseinandersetzen, dass der König selber Truppen ausgesandt hat, die sie zu ihm zurückbringen sollen. Denn er will Eve für sich...
Zum Cover:
Hier will und kann ich nichts negatives sagen. Es entspricht Eves Situation, welche sie in eine ungewisse, unsichere Zukunft mannövriert, was hier mit dem verschleiherten Horizont angedeutet wird (-> Analyse?! :D ) und auch sonst trifft das Cover mit den verwitterten Rückständen einer Brücke das Bild der einstmals so blühenden menschlichen Zivilisation, die fast ausgerottet wurde. Soweit also alles klar. Von dem Mädchen kann man annehmen, dass es Eve darstellen soll, da sie auch im Buch als ein Mädchen mit langen braunen Haaren beschrieben wird.
Meine Meinung:
Erstmal zum Schreibstil: Für alle die vorhaben das Buch auf Englisch zu lesen, kann ich versichern, dass es kein kompliziertes Englisch ist. Auch, wenn man nicht jedes Wort versteht, so kann man sich den Sinn der Sätze doch sehr gut erschließen. Ansonsten kann man das Buch so runterlesen, da es sehr angenehm geschrieben ist.
Zum Inhalt:
Das Buch beginnt mit einem Brief, den Eves Mutter an ihre Tochter schreibt und in dem der Leser einen ersten Einblick in die Situation bekommt. Im ersten Kapitel dann, wird man direkt ins Geschehen hineingeworfen, sodass es keinen endlos langen, langweiligen Einstieg gibt. Auch sonst hat man nie das Gefühl, dass es in der Geschichte zu monotonen Handlungen kommt. Es mag sein, dass das Buch dafür auch zu kurz ist, ich weiß es nicht.. Sicher sagen kann ich aber, dass ich mal nie den Drang hatte ein paar Seiten überschlagen zu müssen, sondern eher Angst hatte, dass ich dadurch einen wichtigen Moment verpassen würde.
Zu den Charakteren lässt sich sagen, dass insbesondere Eve den Leser schnell für sich einnimmt, was aber auch an der Tatsache liegen kann, dass das gesamte Buch aus ihrer Sicht geschrieben wurde. Sie ist zunächst sehr von ihren eigenen Idealen überzeugt (u.a. Jahrgangsbeste in der Schule), jedoch erlebt der Leser gleichzeitig die Angst und das Gefühlschaos, das sie durchlebt, als sie auf Caleb trifft, der in seinem Verhalten nun so gar nicht ihren Vorstellungen eines Mannes entspricht (weder gewalttätig noch anzüglich).
Beim Rest der Figuren bin ich eher mäßig zufrieden. Caleb ist zwar in den Grunzügen ein netter Charakter, dennoch hätte ich mir hier ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht, der ihn von der breiten Masse der männlichen Hauptcharaktere abhebt. Naja vielleicht kommt das noch. Die wichtigeren Nebencharaktere wie das Oberhaupt der Wilden (Leif), auf den Eve während ihrer Flucht trifft, scheinen da schon fast interessanter zu sein. Bei ihm erfährt der Leser auch mehr über seine Vergangenheit, was die Figur einerseits mehrschichtiger machte und zudem fragwürdige Verhaltensweisen erklärte.
Was die Liebesgeschichte angeht, so muss ich sagen, dass ich froh bin, dass auch mal eine Frau den letzten/ersten Schritt geht und sich einfach holt, was sie will :D Emanzipation jiiiiiiiha!!!! Trotzdem finde ich Eve dafür, dass sie ein Leben lang eingebläut bekommen hat, wie schlecht Männer doch sind, zu schnell vom Gegenteil überzeugt. Da wurde es Caleb echt zu einfach gemacht :D
Das Ende ist (wahrscheinlich auch aufgrund der Tatsache, dass es sich hier um eine Serie handelt) nicht perfekt aber dennoch passend, da es einen in einem Zustand zurücklässt, der einen auch das nächste Buch kaufen lassen wird.
Fazit:
Alles in allem bin ich mit diesem Buch doch recht zufrieden. Es hat mich gut unterhalten, war nicht zu anspruchsvoll und bestand aus einer guten Mischung aus Spannung und Liebesgeschichte. Die Idee dieser Art von Dystopie, in der Männer und Frauen getrennt leben ist zwar nicht neu, aber beinhaltet dennoch einige Aspekte, die es in dieser Kombination noch nicht gab.