Das ist das erste Buch der britischen Autorin Susan Fletcher, ein durch und durch gelungenes Debüt. Es ist die Geschichte eines Mädchens mit Namen Evangeline Green. Im zarten Alter von acht Jahren verliert sie ihre Mutter, ihren Vater hat sie nie kennen gelernt. Sie kommt nun in ein walisisches Dorf zu sehr liebevollen Großeltern. Dort wächst sie auf dem Bauernhof Pencarreg, umgeben von Natur und Tieren auf. In der Nähe liegt ein sehr kleines Dorf, ganz von der großen Welt abgelegen mit armen, sonderbaren und exzentrischen Menschen.
Hier auf diesem Gehöft hat ihre Mutter einst ihren Vater kennen gelernt und „Eve", so nennt man sie liebevoll, entdeckt bald die Spuren ihres nie gekannten Vaters, dessen Namen hier niemand nennen durfte. Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Vater lernt sie die Liebe kennen, denn sie begreift die Liebe, die ihre Mutter für ihren Vater empfunden haben muss. Und sie gelangt zu der Überzeugung, dass ohne die Liebe alles im Leben sinnlos ist.
Aber auch in diesem abgeschieden Wink el der Welt gibt es nicht nur Liebe, es gibt auch Tod, Verrat, Verlust, Enttäuschung und Denunziation. Als eines Tages die Schulfreundin von Eve verschwindet, lenkt sie die Spur auf eine falsche Fährte. Sie verdächtigt einen Unschuldigen. Und plötzlich ist das friedliche, einfache Leben in ländlicher Abgeschiedenheit zu Ende.
Es ist ein wundervoll stilles und harmonisches Buch, vom Abschied-Nehmen, von der Eintönigkeit des Alltags, von den Überraschungen des Lebens, von der Liebe. Ein spannender, bestechender Familienroman, rasant geschrieben, unglaublich gut geschrieben, herrlich unpathetisch, intelligent, und - ja, vor allem - mit einer Meisterschaft die hinreißend ist. Große Literatur.