Ich weiß noch genau wie lange ich - Lucifer - dieses sensationelle Instrumentalstück gesucht habe. Als kleine Junge ohne Englischkenntnisse, war das nämlich besonders schwer, vor allem den Namen der Gruppe - The Alan Parsons Project - zu verstehen. Oft lief dieser Titel damals im Radio. Selten wurde angesagt, wer dieses Lied spielt, und auch meine Eltern konnten mir da nicht viel weiterhelfen, da bei uns zu Hause Tag ein Tag aus Schlagermukke lief. Also ging ich mal wieder, wie so häufig damals, in den Plattenladen, und summte dem Verkäufer die Melodie vor, was keine gute Idee war, denn wenn ich eines nicht kann, dann ist das Singen.
So gingen einige Jahre ins Land, und da meine Eltern auch im Fernsehen, passend zu ihrem Musikgeschmack, ausschließlich Heimat- und Schnulzenfilme konsumierten, kam ich damals leider auch nicht in den Genuss von Monitor. Erst 1988 als ich mir meinen ersten CD-Player kaufte, und es auch in den Plattenläden die Möglichkeit gab in die CD's reinzuhören, witterte ich eine neue Chance. So fragte einfach den Verkäufer, dass ich ganz bekannte elektronische Instrumentalmusik suche, aber die Interpreten nicht kenne. Sofort nannte er mir die Namen - Jean-Michel Jarre, Tangerine Dream, Klaus Schulze, Vangelis und eben The Alan Parsons Project, von denen er mir die aktuelle - The Best Of Instrumentals - empfahl.
So hörte ich mich den halben Vormittag durch alle Künstler durch, und freute mich natürlich Oxygene, Equinoxe und Magnetic Field von Jean-Michel Jarre - und auch - Chariots of Fire - von Vangelis gefunden zu haben, (mit Tangerine Dream und Klaus Schulze konnte ich damals noch nicht viel anfangen) - aber das Lied Lucifer konnte ich leider nicht finden, zumal es auch auf dem - Best of Instrumentals - nicht drauf war. So ging die spannende Suche nach diesem Lied also weiter, allerdings nicht mehr allzu lange, da ein guter Bekannter von mir sehr viele Schallplatten aus den Siebzigern und frühen Achtzigern hatte. Vielleicht war es Telepathie, aber das erste Lied, das er mir vorspielte war Lucifer von Alan Parsons Project. Noch heute gehört dieses Instrumentallied zu meinen absoluten Favoriten, wobei die Platte EVE im Gegensatz zu den anderen ein bisschen schwächelt. Dennoch enthält EVE mit - You won't be there, Winding me up und Damned if I do - noch drei weitere absolute Supersongs.
Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass Parsons und Woolfson dieses Mal das Thema Frauen bzw. Emanzipation als Albumkonzept zugrunde legten, und sich erstmals auch zwei von Frauen gesungene Titel auf dem Album befinden. Beide Lieder sind ebenfalls sehr gut.
Die remasterte Version enthält noch das wunderschöne Klavierstück - Elsie's Theme von dem, leider von der Plattenindustrie niemals veröffentlichten Album - The Sicilian Defence - sowie noch sechs Demoversionen.