Aus der Amazon.de-Redaktion
Als im Mai 2006 das erst 48 Jahre alte Herz von Grant McLennan aufhörte zu schlagen, da stellte sich beim Freund und Songwriterpartner Robert Forster ein Gefühl von Schock, Gefrierzustand, Stillstand ein. Alle Zukunftsgedanken und Pläne waren plötzlich erloschen, mitten im Leben war ein großes Loch. Der außerhalb von Brisbane lebende Forster brauchte Monate, um wieder einen Song schreiben zu können. Der erste sollte der sein, der
The Evangelist den Namen gab. Es ist das beste Solo-Album, das Forster je komponierte, was umso überraschender ist, weil es eher unfreiwillig an Stelle eines Werkes der Go-Betweens treten musste. Die Band aus Australien ist Geschichte, für Forster war es undenkbar, ohne Grant weiter zu machen. Ein bisschen ist er trotzdem noch dabei, denn so Forster: Drei Stücke hatte Grant angefangen zu schreiben, sie waren fast ohne Texte, aber Titel und Melodien waren weitgehend fertig. Ich habe sie dann komplettiert. Demon Days, Let Your Light In, Babe und Aint Easy heißen die drei Lieder, die gemeinsam und doch nicht gemeinsam entstanden, und sie geben eine Ahnung, wie das zehnte Studioalbum der Go-Betweens hätte klingen können: Voll mit heiteren Melodien und leichtfüßigen Arrangements, aber auch ganz gegensätzlichen, melancholischen Stimmungen, Texten, die nicht die Welt erklären wollen und doch so viel menschliches offen legen. Genauso ist dann auch
The Evangelist geworden, auch weil Forster sich die festen Go-Betweens-Mitglieder Adele Pickvance (Bass) und Glenn Thompson an den Drums ins Studio holte. Grant spielte im Geiste mit, und er wäre stolz auf dieses Album gewesen.
--Sven Niechziol
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