Eigentlich hätte dies das 10. Go-Betweens-Album werden sollen, doch einer der beiden kongenialen Songschreiber der australischen Band starb Anfang Mai 2006 - der gnadenlos frühe Tod von Grant McLennan zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk. Drei Lieder hatte Grant noch mitgeschrieben, zumindest an ihrem Rohzustand gewerkelt, zum Beispiel "Demon Days", ein tief bewegender Song, der sich bald einreihen wird in die Lieder, die sich Menschen für ihre Beerdigung wünschen werden (nein, ich übertreibe nicht!!) Obwohl Grant MacLennan vom Naturell ein eher melancholischer Mensch war, konnte er auch mitreissende Up-Tempo-Stücke schreiben, und auch dieser Fähigkeit zollt Robert Forster Tribut. "It Aint Easy" etwa lädt mit seinem beschwingten, contryesken Rhythmus fast zum Tanzen ein, zugleich ist der Text ein aufrichtiges Porträt des alten Freundes. Nebenbei: das Album besitzt eine überzeugende Dramaturgie, beginnt ganz still mit einem "Drone", einer langsamen Einleitung - und schließt mit dem abgründigen Lied "From Ghost Town". Go-Betweens-Freunde werden "The Evangelist" unmittelbar in ihr Herz schließen - und für die anderen ist dieses "Farewell-Album" eine Chance, die Geschichte einer exzellenten Band sozusagen "von hinten" aufzurollen. Meine Empfehlung klassischer Go-Betweens-Alben: "Liberty Belle and the Black Diamond Express" und "Spring Hill Fair"(jeder Freund der Go-Betweens hat da natürlich seine eigenen Lieblingswerke).