Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Technischer, dabei aber wieder direkter. Genial., 31. August 2009
Es ist endlich da, das mit Spannung erwartete neue Werk der Polen.
Die Band hat bei Nuclear Blast unterschrieben und liefert ihren Quasi-Einstand, was Nergal auch gleich als "Neustart" bezeichnet.
Umso ernüchternder erst einmal das Ergebnis:
Es hat sich eigentlich gar nichts geändert. Oder doch?
Das erste was das Album braucht: Mehrere Hördurchgänge!
Wie bei The Apostasy schon ist das Ergebnis verschachtelter ausgefallen, was den Freunden von Demigod dieses mal aber weniger negativ auffallen sollte: Das Ergebnis ist saubrutal. Demigod ist somit schon fast überflüssig.
Verwirrend? Richtig, nachdem ich Track Zwei "Shemhamforash" wurden mir geniale und gleichzeitig sehr eingängige Riffs in's Fleisch gesägt und Inferno macht seinem Namen alle Ehre und prügelt beinahe alle Songs wie ein geisteskranker durch. Das trifft eigentlich durchweg bei jedem Song bis auf das Ende "Lucifer", welches primitiv wie schon lange nicht mehr bei Behemoth in die Gehörgänge schleicht.
Hörgang zwei:
Die altbekannten Details offenbaren sich, dabei auch in der Front nichts neues, oder doch? Was war das gerate für ein Vokal-Effekt? War das gerade wirklich Nergal? Können die das überhaupt live so umsetzen? Haben Behemoth dem Black Metal eigentlich nicht komplett abgeschworen?
Schon hier haben sich eine Menge Details offenbart.
Das Ergebnis lässt sich eigentlich so zusammenfassen:
Im Hinblick auf Apostasy wieder ein Schritt zurück auf Demigod-Songs, zumindest Härtetechnisch. Von dort aus wieder härtetechnisch ein ganzer Schritt nach vorne. Instrumental technisch gesehen wieder ein Schritt nach vorne.
Zudem hat sich wieder das ein oder anderes schwarzmetallische Riff eingeschlichen, wie man sie seit der Satanica nicht mehr gehört hat.
Was einem als einziger Punkt negativ auffällt, ist, dass im Prinzip wirklich ALLES beim Alten geblieben ist. Okay, das ist ja rein theoretisch egal, aber wo ist ein Lied der Marke Inner Sanctum geblieben?
Dafür kann ich einfach zur Beruhigung wiederholen:
Behemoth sind wieder sehr sehr brutal geworden und das ist eine Tatsache, mit der ich am allerwenigsten gerechnet habe. Top, absolut durchdacht, aber eben nur eine weitere, wenn auch absolut starke, Behemoth-Platte, die schneller in die Hörgänge geht als Apostasy.
Wer die Chance hat, sollte sich die limitierte Fassung holen, die Zusatz DVD bietet ein gutes Making Of des Albums.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Blackened'n'Deathed Blackdeathmetal, 20. Oktober 2009
Nergal ist eine aus der sumerisch-akkadischen Religion stammende Gottheit der Unterwelt und des Todes. Wohl ein todsicheres Pseudonym für Adam Michal Darski, dem Mastermind der polnischen Black- u. Deathmetalband Behemoth. Doch aus welchem Grund bedarf es einer Hervorhebung einer solchen Band jenes Genres? Wenn man bedenkt, dass Behemoth auf Platz eins der polnischen Charts thronte, rückt diese Band rechtfertigend in ein schwarzes Licht. Gegründet im Jahre 1991, kämpften sich die jeweiligen Bandmitglieder in Lederharnische gekleidet und dem Arsenal etlicher Alben, an die umgekehrte Spitze des Kreuzes. Anscheinend folgen die ersten Chartsplatzierungen nicht immer den zweieinhalb Akkord und bumm bumm tsch-Rhythmik Schemata.
Evangelion ist das neuste Werk aus der lodernden Schmiede Behemoths. Neun Lieder wurden unter großem Aufwand auf dem Amboss zurechtgehämmert. Auf Samples wurde dabei gänzlich verzichtet. Sei es nun das Trompetenquintett, oder die diversen exotische Saiteninstrumente, alle wurden eingespielt. Das festigende Fundament wurde von der brachialen Höllenartillerie der Rhythmik gelegt. Ein beinahe unmenschliches Können wird auf diesem Album offeriert. Die Schnelligkeit, die der Synchronisation eines Maschinengewehrs gleicht und Varietät ist furchteinflößend. Jene harmoniert perfekt mit den abwechselnd langsamen Melodien und treibenden Gitarrenriffs. Dabei wurde gelegentlich ein feiner Hauch orientalischer Einflüsse integriert. Auch virtuose Gitarrensoli finden sich im abgekühlten Stahl wieder. Zum Schluss wurde noch ein gutturaler Gesang als schwarzer Vorhang über dieses Album gelegt. Dieser sogenannte Kehlgesang rundet dieses Werk perfekt ab. Sei es nun welches Instrument auch immer von Behemoth angerührt wurde, es findet sich die Perfektion im Detail. Das Booklet beinhaltet ebenfalls Informationen, die wohl gerne von manchen Menschen aus dem Geschichtsbuch herausgerissen werden wollen würden. Textlich muss man sich auf provokante und antigesellschaftliche Aussagen vorbereiten. Behemoth präsentiert andere Gedankengänge, Behemoth zwingt nicht auf. Evangelion ist ein hervorragendes Album seines Genres bei dem sich die Kreuze eigenmächtig gen Süden drehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Machtdemonstration, 11. August 2009
Behemoth als Vorreiter einer neuen Generation im Extrem-Metal zu betrachten, liegt nach Erstverzehr des hammerfetten Openers "Daimonos" nahe. Die Nummer baut sich mit den bösartigen Vocals von Nergal und einem stets mächtiger werdenden Sound langsam auf, beginnt mit verhaltenen schwarzmetallischen Läufen und Drumwirbeln dann langsam ihren instrumentalen Reiz zu versprühen, bevor Behemoth nach einer brutalen Stakkato-Explosion in Inferno`s Blasthagel einen Song lostreten, der typischer und beeindruckender nicht sein könnte. Sehr reizvolle, leicht orientalisch angehauchte und somit Nile-Vergleiche provozierende Gitarrenleads in Verbindung mit der unverwechselbaren Behemoth-Walze beschließen die Eröffung des neuen, sehnsüchtig erwarteten Albums. Mit dem zweiten Song "Shemhamforash" zeigen sich die Polen erneut als Meister des kurzen atmosphärischen Intros, das sich lauernd, wachsend schließlich erneut mit Blast-Eruption dem Hörer als ausgewachsener Behemoth um den Hals schlingt.
Vor allem Inferno zeigt einmal mehr, dass er seinem Pseudonym von Album zu Album gerechter wird. Infernalisch ist auch der Sound dieses Albums der in Gemeinschaftsarbeit von Behemoth selbst, Daniel Bergstrand und Colin Richardson u.a. entstand.
Es findet sich auf "Evangelion" mit "Ov Fire and the Void", das schon vorab bei MySpace zu hören war, ein walzender vorrangig in mittleren Temporegionen verhafteter Song mit sphärischen Riffkaskaden, der etwas an das mächtige "As above so below" vom "Zos Kia Cultus"-Album erinnert, mit "He who breeds pestilence" ein feierlicher höchst wechselhafter Bastard von Song, der mit akustischem Intro in Sicherheit wiegt, um dann eine bösartige Abfahrt behemothischer Art zu bieten, nicht jedoch ohne noch mehrfach mehrere Gänge zurückzuschalten.
Den Abschluss bildet mit "Lucifer" ein getragenes, atmosphärisches Stück, dass mit relativ puritanischen Riffs und Drum-Arrangements über 8 Minuten ein starkes Old-School-Black Metal-Flair verbreitet und so auf den ersten Hör gar nicht zum Rest des Albums passen will. Nach mehreren Durchläufen entfaltet jedoch auch dieser Song, für dessen Lyrics Nergal seit langem wieder polnisch textete, seine Sogwirkung.
So will dieses Album vor allem entdeckt und erforscht werden, keine Chance für Hörer mit Vorliebe für akustisches Fast Food.
Jeder Hörer der mit Death UND Black Metal etwas anfangen kann und Behemoth nicht sowieso schon liebt, sollte diesem Album eine Chance geben.
Diese polnische Vernichtungsmaschine ist nicht mehr aufzuhalten!
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