Die einzelne Bewertung der Songs:
EVACUATE THE DANCEFLOOR- 5/5
Über die erste und gleichnamige Singleauskopplung wurde schon im Vorfeld viel diskutiert. Die einen fragen sich, ob der typische Cascadasound einem scheinbaren Lady Gaga- Plagiat weichen musste, nur um in schweren Zeiten seinen Plattenvertrag nicht zu verlieren. Andere, die mit Cascada bisher nichts anfangen konnten, sind hellauf von dem Wandel begeistert. Fakt ist, dass der Song jetzt schon wahnsinnig erfolgreich in mehreren Ländern ist- Platz 6 in Deutschland und die Nummer 1 in UK sprechen für sich. Es ist ja meiner Meinung nicht so, dass das ganze Album in diesem Stil gehalten ist- bin froh auch darüber, obwohl ich die Nummer sehr gut arrangiert finde, auch wenn es dem momentanen Trend entspricht und nicht besonders originell ist. Die starke Ohrwurm-Melodie, die hellen Synthis und die groovige Bassline, die oft mit der Mainmelodie im Einklang sind und daher ein tolles Klangbild liefern und Nathalies nach wie vor tolle Stimme können mich davon überzeugen, dass es Cascada auch gestattet sei, mal Ausflüge in andere Klangwelten zu unternehmen, es muss nicht jedes Album gleich klingen. Bloß der Everybody in the club-Shout klingt etwas arg aufgesetzt.
HOLD ON- 4,5/5
Beim zweiten Song sind wir fast bei einem typischen Cascada-Song angelangt- aber nur fast. Die typischen Bassdrum und Bassline, ich glaube, dass es sich hierbei um ein Cover handelt, da Reuter und Pfeiffer nicht als Writer genannt sind. Die Nummer beginnt, wie man schon auf dem zweiten Album den Weg eingeschlagen hat- ziemlich poppig, bevor langsam die Beats aus dem Hintergrund zum Leben erwecken. Auf einen typischen Instrumentalteil wie bei alten Nummern hat man verzichtet, es gibt lediglich ein kurzes Streicherzwischenspiel, was zur nächsten Strophe leitet. Elemente aus verschiedenen Stilrichtungen wie E-Gitarren sowie die für Cascada typischen Glöckchen geben Hold on eine angenehme Frische, und im finalen Refrain blüht ähnlich wie bei Hurts the most der Song mit Hands-Up-Sounds auf. Was will ein Cascadafan mehr?
EVERYTIME I HEAR YOUR NAME- 2,5/5
Die erste durchschnittliche Nummer- nicht jede kann mir hundertprozentig gefallen, ist klar. Das Arrangement ist dem Dancepop zuzuordnen, die Bassline klingt recht zeitgemäß, ohne irgendeinen Klaas-Abklatsch zu liefern, der Rhythmus ist recht sanft gehalten. Ansonsten ist alles recht typisch- die Glöckchen sind schon wieder da, ein paar Gitarren tauchen im Hintergrund auf. Der Instrumentalteil, wo man ziemlich viel an den Dancesounds gefiltert hat, klingt eher lasch und leitet lediglich in den nächsten Gesangspart rüber- irgendwie muss man ja arrangieren. Die Melodie ist ziemlich belanglos, weder Strophe noch Refrain haut mich vom Hocker, da nützt es auch nichts, dass das Ganze schon wieder eine Eigenkomposition geschrieben ist (man lese und staune).
Der Song klingt irgendwie wie ein Füller, kann mich nicht richtig überzeugen, tut aber auch nicht weh.
READY OR NOT- 3,5/5
Die Nummer müsste eigentlich jeden Fan vom Hocker hauen, von A bis Z alles dabei an dem typischen Cascadasound, hätte meiner Meinung nach auf den Vorgängeralben sein können. Das merkt man schon, wie in der ersten Sekunde wieder die Vocals aus der Ferne dahergeflogen kommen. Ja und, was hat Manou zu meckern, wird mancher denken? Genau da liegt für mich das Problem. Die Nummer klingt soundtechnisch wie auch von der Komposition her nicht wirklich frisch, sondern ziemlich ausgelutscht. Erinnert mich vor allem sehr stark an Runaway.
Trotzdem ganz gefällige Nummer, die halt zu stark nach Konserve klingt. Übrigens schon wieder selbst geschrieben. Ich finde, der Versuch ist es wert.
FEVER- 4-4,5/5
Die Nummer klingt wie ein Mix aus Lady Gaga- eher die Strophen- und den Disco Boys- eher der Refrain. Eine sehr gelungene Fusion, wenn man auch wieder an der Kreativität maulen könnte. Die Melodie ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus reizvoll und einfallsreich. Auch besonders gut gelungen ist der Übergang zwischen den zwei Styles wie z.B. in der Bridge. Der Song klingt verdammt zeitgemäß, catchy und hitverdächtig, könnte echt was reißen- ich würde allerdings den Song nicht als zweite Single auskoppeln, zu ähnlich. Ein Hands-Up-Auskopplung müstte für die alten Fans eigentlich drin sein.
HOLD YOUR HANDS UP 4,5/5
Hier sind wie bei der ersten Ballade des Albums angelangt, die etwas flotter ist als z.B. die bisherigen sind, die ich immer etwas zu kitschig und träge fand.
Die Nummer hat eine einfallsreiche Melodie, ist gut arrangiert mit Streichern, Akustikgitarren und einem üppigen Bassdrum, die ich hervorheben muss und hier besonders gelungenen Vocals von Nathalie.
Nur der Titel des Songs mag nicht so recht zum Thema passen- das ist aber auch alles, was es auszusetzen gibt. Die bisher beste Ballade von Cascada!
BREATHLESS- 4,5/5
Ist das von Max Martin? Nein, ist es nicht- klingt aber so. Der Aufbau, den man von Hits wie My life would suck without you und Hot `n` cold kennt, eine theatralische Melodie, der vom Kompositionsschema auch an Max Martin erinnert, Backgroundchöre, wie wir sie schon seit Jahren kennen und lieben- auch gut möglich, dass das hier die nächste Single wird. Bei solch einer Nummer ist immer die Frage: Was ist einem persönlich wichtiger, der Song an sich oder dass er wie von jemandem anderem klingt? Ich entscheide mich bei einer alleinigen Songbewertung subjektiv für ersteres- gute Power-Nummer, die den meisten Fans wahrscheinlich nicht gefallen wird, auch wenn sie einige elektrische Elemente enthält (die aber bei den lauten Gitarren untergehen).
DANGEROUS- 5/5
Das hier schlägt jeden Song, einfach perfekt! Dangerous wird alle alten Cascadafans mitreißen, er trägt zwar die bekannten Elemente mit, ist aber soundtechnisch weiter als z.B. beim ersten Album und klingt meiner Meinung deswegen auch nicht ausgelutscht, da genügend neue Elemente auftauchen. Der Song beginnt mit dramatischen Klavierklängen, während Nathalie dazu die tollen Strophen singt und sich langsam wieder immer mehr Effekte aufbauen und die Power schließlich im Refrain explodiert. Eine absolute Hammermelodie, die mich vom Hocker reißt, genau wie der Instrumentalteil- ok, der klingt wie bei God is a girlbzw. I will believe it, aber ist klasse umgesetzt. Auch hier wird wieder nicht auf eine 3. Strophe verzichtet, die sehr gelungen ist. Man hat hier auch mal typische Danceshouts eingesetzt, was in einem Cascadasong noch nie der Fall war, sehr cool! Dangerous muss ausgekoppelt werden- vielleicht der beste Cascadatrack ever!
WHY YOU HAD TO LEAVE- 3,5/5
Nach soviel Enthusiasmus kann es nur enttäuschend werden. Nein, so schlimm ist es beiweiten nicht. Der Song ist allerdings vom selben Schema wie Everytime I hear your name- etwas mehr Power im Arrangement und eine interessante Melodie.
Beim ersten Hören war ich wenig begeistert, allerdings steigt das Potenzial der Nummer von Mal zu Mal.
WHAT ABOUT ME- 4-4,5/5
Jetzt gehts wieder bergauf- hier haben wir auch einen Krachersong, der ähnlich wie Dangerous klingt, mich allerdings kompositionsmäßig und vom Arrangement her nicht genauso mitreißen kann, der Refrain klingt etwas monoton. Trotzdem, hier haben es die Jungs wieder geschafft, zeitgemäßen Partydance zu produzieren, der gut ins Ohr geht.
DRAW THE LINE- 3/5
Das Album wird wie auch bei den Vorgängern auch mit einer typischen Cascada-Ballade beendet. Mir wieder etwas zu kitschig und theatralisch, aber andere wird sie sicher wieder hellauf begeistern. Allerdings wahrscheinlich auch die zweitbeste Ballade von Cascada, da sind die Backgroundchöre und das tolle Piano nicht ganz unschuldig daran. Die Melodie kann mich allerdings nicht total überzeugen. Der Song ist genau wie Hold your hands up von Yanou alleine produziert- hätte gerne nochmals eine etwas lebendigere Ballade gehabt.
FAZIT: Hm, ich bin noch nicht ganz überzeugt, aber schon ziemlich. Einerseits gefallen mir die Songs beim kompletten Durchlauf nun deutlich besser als bei den Hörproben, was man auch an den Bewertungen erkennen kann. Richtig schlechte Songs gibt es nicht, nur ein bis zwei Füller sind dabei wie auf jedem anderem Album auch. Das Album ist auch recht vielseitig, bietet nur 4 typische Cascadasongs- allerdings auch genügend Anleihen von anderen Künstlern, die offensichtlich sind. Bisher klingt das Album ingesamt nicht ganz einheitlich, als hätte es keinen roten Faden. Vielleicht brauch ich noch ein paar Durchläufe. Unter dem Strich finde ich allerdings mehr positive Dinge als negative- die ich nennen kann- auch dass man größtenteils auf Coverversionen verzichtet hat und wenn man einen Vergleich zum letzten Album zieht, hat man sich kompositionstechnisch da ziemlich weiter entwickelt. Auch die Vocals sind von Nathalie wie eh und je toll gesungen, da gibt es gar nichts dran zu meckern. Mal schauen, was uns beim nächsten Album erwarten wird, ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung.
Ob es das beste Album ist, muss ich abwarten, ob die Bewertung der Songs auch mit der Zeit so bleibt, fällt oder erhöht wird- Fakt ist, dass die Scheibe professionell produziert ist und keinesfalls so enttäuschend, wie ich es erst glaubte. Ich bin gespannt, wie es bei der Fanbase sowie in den Charts abschneiden wird- das Album ist auf jeden Fall sein Geld wert, wenn man sonstige Mainstreamproduktionen ins Auge nimmt und mit Cascada vergleicht!
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