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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
55 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hitlers verborgenes Privatleben,
Von
Rezension bezieht sich auf: Eva Braun: Leben mit Hitler (Gebundene Ausgabe)
Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Heike Görtemaker gelingt es tatsächlich, auf dem stark beackerten Feld der NS-Forschung noch unberührte Flächen zu entdecken. Mit bewundernswerter Gründlichkeit hat sie die Anekdoten und Legenden, die über Hitler und Eva Braun kursieren, auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft und damit erstmals einen genauen Blick auf das verborgene Privatleben des Diktators geworfen.
Eva Braun war offenbar keineswegs so unpolitisch und einflusslos, wie bisher gedacht. Das "dumme Blondchen", als das sie für gewöhnlich dargestellt wird, entpuppt sich hier als selbstbewusste Frau, die sich mit zäher Energie in den inneren Zirkel um Hitler vorarbeitete und es schaffte, diese Position nicht nur zu behaupten, sondern sogar nach und nach auszubauen. Nur sie konnte es wagen, Hitlers ausufernde Tischmonologe zu unterbrechen und nur sie besaß, abgesehen vom "Führer" selbst, die Möglichkeit Gäste auf dessen Alpenresidenz, den "Berghof" einzuladen - angesichts der Bedeutung, die der Zugang zum Machthaber im NS-System besaß, ein nicht zu unterschätzendes Privileg. Dass sie mit Hitler ein intimes Verhältnis hatte, daran lässt die Autorin keinen Zweifel. In seinen privaten Bedürfnissen war der Diktator anscheinend erschreckend normal. "Eva Braun. Leben mit Hitler" beleuchtet einen Bereich, den die bisherigen Hitler-Biografen eher stiefmütterlich behandelt haben. Zudem ist es sehr anschaulich geschrieben, umsichtig bebildert und nicht zuletzt äußerst spannend. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Ich möchte eine schöne Leiche sein, ich nehme Gift",
Von Erzbergwerkszwerg - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (TOP 50 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Eva Braun: Leben mit Hitler (Gebundene Ausgabe)
...soll Eva Braun bei einer der nächtlichen Teerunden im Führerbunker gesagt haben - kurz vor ihrem Selbstmord, gemeinsam mit Hitler.
Eva Braun, die Frau an Hitlers Seite, sorgt bis heute für zahlreiche Spekulationen. Ist sie das dümmliche Blondchen, das "Tschapperl", das Hitler so gerne mochte, weil sie hübsch, naiv und treu war? Weil sie ihn bedingungslos liebte und vergötterte? Und was genau lief da eigentlich zwischen Frau Braun und ihrem Liebhaber? Eva Braun hat für eine rege Legendenbildung gesorgt. Kaum zu glauben, dass die Geliebte Hitlers zu Lebzeiten nur dem handverlesenen "inneren Kreis" um den "Führer" bekannt war. Als kurz nach Kriegsende die Nachricht in Umlauf gelangte, dass Hitler eine Geliebte gehabt (und zwar eine leibhaftige und nicht etwa das ständig zitierte "deutsche Volk"!) und diese sogar noch geheiratet hätte, gingen die meisten von einem "Latrinenwitz" aus, einer Verschwörung, die den Führer beschmutzen wollte o.ä. Die Historikerin Heike B. Görtemaker hat sich nun auf Spurensuche begeben. Mit diesem Buch legt sie die erste quellenkritische Monographie über Eva Braun vor. Die in den späten 60er Jahren entstandene Biographie vom türkisch-amerikanischen Journalisten Dr. Nerin Emrullah Gün (in den USA später in Gun umbenannt) wird hier kritisch hinterfragt. Görtemaker analysiert die Vorgehensweise Guns und stellt bald fest, dass sie wissenschaftlichen Maßstäben nicht gerecht wird - so basieren seine Ausführungen weitgehend auf den Angaben von Verwandten und Bekannten, die freilich die eigene Rolle zur Zeit des Nationalsozialismus gehörig beschönigen wollen. Das Familienleben der Brauns gestaltete sich beispielsweise bei Weitem nicht so harmonisch, wie das bei Gun nachzulesen ist (auf den Aussagen der Mutter Eva Brauns basierend). Die Eltern waren sogar zwischenzeitlich geschieden, mussten sich aus finanziellen Gründen in Zeiten der Hyperinflation allerdings wieder zusammentun. Görtemaker hat verschiedene Archivalien, Briefe u.v.m. ausgewertet und in ihre Darstellung mit aufgenommen. Bald wird klar - und die Autorin leugnet das auch nicht - dass genaue Aussagen zum Privatleben Hitlers kaum möglich sind. Kurz vor seinem Tod gab er nämlich noch die Vernichtung aller persönlichen Unterlagen in Auftrag. Doch trotz dieser prekären Quellenlage ist der Historikerin ein spannendes und informatives Buch gelungen, das ich innerhalb von kürzester Zeit verschlungen habe. Die Autorin kann durch fundiertes historisches Wissen (nicht nur zu Eva Braun) überzeugen. Auch ihr Schreibstil ist sehr gut lesbar. Als Leser bekommt man einen hervorragenden Einblick in die damalige Zeit, in die Geschehnisse auf dem Berghof, in Berlin und in München, wo Hitler seine 23 Jahre jüngere Freundin kennen gelernt hatte. Man erfährt etwas über die Beziehung zwischen Hitler und Braun, darüber, dass die junge Frau an der Schwelle zum Erwachsenwerden schon so "verrückt" nach ihrem älteren Geliebten war, dass sie mehrfach einen Selbstmord inszenierte, um seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Außerdem wird hier mit vielen Gerüchten aufgeräumt, so z.B., dass Hitler mit Frauen nie über Politik gesprochen hätte. Auf dem Berghof ging es bei Weitem nicht nur um "Hundezucht, Ernährungsfragen und Kunst" - diese nachträglichen Behauptungen von Zeitgenossen sind reine Schutzbehauptungen. Eva Braun wusste sehr wohl über viele Dinge Bescheid - und akzeptierte sie. Bis zum Schluss, denn wie Hitler war sie bis zu ihrem Tod der Überzeugung, dass es nur eines gebe: Alles oder eben nichts. Obwohl das Buch wissenschaftlich korrekt erarbeitet wurde, ist es kein bisschen trocken oder langweilig. Manchmal musste ich sogar laut lachen, z.B. wenn es um posthume Gerüchte um Hitler und seine Frau geht. So ging der US-Geheimdienst z.B. ernsthaft der Behauptung nach, dass Hitler gemeinsam mit Eva Braun und Martin Bormann ein Cafe in Amsterdam eröffnet hätte :) Oder Görtemaker zitiert Robert Ley, der über den gelernten Landwirt Bormann gesagt haben soll, er wäre ein "ungeschlachteter (sic!) Bauer" gewesen. Da kann man sich ein Lächeln nicht verkneifen... Die vielen Fotografien ergänzen den Text hervorragend. Sie spiegeln Stimmungen wider, die z.B. auf dem Berghof herrschten. Fotos sind hier allein schon deshalb unerlässlich, weil Eva Braun Fotolaborantin war und Hitler im Münchner Laden ihres Arbeitsgebers, Heinrich Hoffmann (Hitlers Leibfotograf) kennen gelernt hatte. Braun hat immer viel fotografiert und gefilmt, oft auch um sich von angespannten Situationen abzulenken. Fazit: Das Buch ist eine spannende und informative Möglichkeit, sich über ein Thema zu informieren, das sicherlich viele Menschen interessiert: Hitlers Privatleben. Gut, dass Görtemaker hier wissenschaftlich gearbeitet hat. Auf diese Weise bleiben zwar einige Leerstellen, aber alles andere gehört nun mal ins Reich der Fantasie... Sehr zu empfehlen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Enttäuschend...,
Rezension bezieht sich auf: Eva Braun: Leben mit Hitler (Gebundene Ausgabe)
Enttäuschend....
Görtemakers Monographie über Hitlers langjährige Lebensgefährtin bzw. späte Ehefrau ist nicht die erste Abhandlung über eine Person, deren Existenz den meisten Deutschen bis Kriegsende nicht einmal bekannt war. Hoffentlich bleibt es nicht die letzte, zu enttäuschend verlief die Lektüre eines - sieht man von den Fußnoten ab - auf knapp dreihundert Seiten künstlich aufgeblähtes Werk, an dessen Ende man nicht viel schlauer ist. Ein zentraler Grund hierfür ist - und Görtemaker ist Historikerin genug um das ganz offen einzugestehen - der Mangel an selbstverfassten bzw. erhaltenen Quellen über eine Frau, die sich peu a peu im engeren Hofstaate Hitlers erst etablieren musste. Für Nichthistoriker mögen Görtemakers absolut korrekte wie kritische Einlassungen über die Quellengattung Erinnerungsliteratur hilfreich sein, für Leute vom Fach sind die ständigen Wiederholungen unterm Strich ermüdend. So bleibt folglich wenig konkretes Material übrig, das zur Auswertung taugt - und so verblüfft es nicht, dass in einer Biographie über Eva Braun die Namensgeberin seitenlang keine Erwähnung findet. Görtemakers kontextualisiert über Gebühr und vergisst hierbei den eigentlichen Dreh- und Angelpunkt ihres ambitionierten Projektes. So informativ die Auslassungen über Frau Göring und Goebbels sind, so wenig kann die anschließende inhaltliche Verknüpfung als gelungen bezeichnet werden. Was Eva Braun als Person ausmachte, wie sie "tickte", bleibt letztlich im Dunklen - und es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Görtemakers Schilderungen ausgerechnet dann am lebendigsten sind, wenn es im Führerbunker bereits dem unausweichlichen Ende zugeht. Außer ein paar Anekdoten über Hitler gelingt es der Autorin auch nicht, über den Umweg Eva Brau etwas über Hitler als Person zu erfahren, was auch nicht unspannend hätte sein können. So finden sich neben inhaltlichen Fehlern (Hess' Flug wird fälschlicherweise ein Jahr zu früh auf 1940 datiert) auch Widersprüche: So schreibt Görtemakers über Brauns letzte Reise nach Berlin 1945 "Hitler hatte ihr befohlen, auf dem Obersalzberg zu bleiben" (S.7) um im Hauptteil zu dann zu konstatieren, dass es unklar sei "ob sie [...] gegen Hitlers Willen anreiste oder ob ihr Kommen auf einer Absprache mit ihm beruhte." Kurzum: Die im Klappentext aufgeworfenen Fragen werden nicht nur nicht beantwortet, sondern machen die zu porträtierende Person undurchschaubarer, gar langweiliger als man es vor der Lektüre annahm. Und das dürfte nicht im Sinne der Erfinderin gewesen sein.... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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