Alle Jahre wieder und dieses Mal spannender als in den letzten Jahren, zumindest aus deutscher Sicht.
Deutschland schickt wieder mal eine Hoffnungsträgerin, wie wir sie schon lange nicht mehr hatten. Über Lena kann man denken was man will - sie hat auf alle Fälle das "deutsche Fieber" für den ESC entfacht und es bleibt spannend! Über ihren Song "Satellite" braucht man nicht viel zu sagen, für mich ein Highlight in diesem Jahr, der an gute Laune nur noch so sprüht und sicherlich von einer guten Performance abhängt.
Zum Sampler könnte man ähnliches wie in den vergangenen Jahren schreiben:
Es bleibt ein Gemischtwarenladen aus sämtlichen Musikstilen, Folkloristisches, Kuriositäten, viel Retro und auch moderne, zeitgemäße Klänge.
Retro wird in diesem Jahr in den verschiedensten Musikstilen geboten. Sei es der Schlagerfetzen aus den Niederlanden, der echt in sämtlichen Bierzelten für Stimmung sorgen könnte und mit seinem "Schalali Schalala" sicher gut in Erinnerung bleiben wird, und auch wenn's eher trashiger Natur ist, hoffe ich, dass es fürs Finale reicht.
Josh aus den UK singt "That sounds good to me", einen "Rick Astley 80er Jahre Gedächtnissong" aus der Feder von Stock and Waterman, so klingt das auch!
Island bedient die "Schwedendanceschlagerhymnenfans" mit seinem "Euroband Gedächtnissong" "Je ne sais quoi", der dank sehr authentischer Sängerin, tollem Groove und super Melodie echt abgeht.
Schweden bleibt dagegen mal voll "unschwedisch": Anna Bergendahl bringt eine tolle folkige Ballade mit Gänsehauteffekt. Für mich nach Lena ein weiteres Highlight.
Die Slowakei hat einen eingängigen Ethnosong, bei dem sie einen slowakischen Landstrich besingt. Schön!
Armenien singt vom "Apricot stone", ein sehr eingängiger Titel mit schöner Instrumentierung.
Daneben gefallen mir noch die Balladen aus Israel (toller Chanson) und aus Kroatien (Girlband Feminemm) und der eingängige Popdancesong aus Rumänien "Playing with fire", auch die Ukraine hat einen guten Song zu bieten, der an Pink erinnert und unser Umweltbewusstsein in Frage stellt.
Dann gibt es Walzertakte aus Spanien, etwas Britpop aus Estland und puren Eurodance aus Moldawien, Irland singt mit einer ehemaligen Gewinnerin Niamh Kavanagh und bringt traditionelle Flöte und Titanic Klänge und insgesamt sind die Balladen dank Island's Yohanna im letzten Jahr sehr hoch im Kurs und zahlreich geboten.
Die absoluten Ausfälle in diesem Jahr (die für mich eindeutig mehr sind als im letzten Jahr) sind für mich die langweiligen Songs aus Bosnien, Portugal, Weißrussland, Russland und dem Musikantenstadl anbiedernden slowenischen Beitrag, der zwischen Oberkrainer, Volksmusik und Partyrock auf unterstem Niveau angesiedelt ist.
Die soulige Ballade aus Aserbaidschan zählt für mich neben dem Rocksong aus der Türkei und dem poppigen Schlager aus Dänemark zu den Favoriten, da vor allem "Drip drop" sehr amerikanisch voll durchproduziert, nach Rihanna und Co. klingt und eine tolle Melodie hat, sehr emotional und hier alles in den Sieg gesteckt wird, und "In a moment like this" kommt einfach eingängig daher und hat sicherlich einen tollen Live-Wert.
Insgesamt also wieder mal alles mögliche geboten, für jeden sollte etwas dabei sein. Für mich sind Deutschland, Schweden, Rumänien, Slowakei und Island die besten Songs.
Go Lena!
Als Siegertipps nehme ich mal Aserbaidschan, Dänemark, Israel und die Türkei.