Leider kann man hier für diese CD nur 5 Punkte geben. Ich würde mit "twelve points" voten, denn auch neben meinem persönlichen Lieblings-Song ("Believe") gibt es noch sehr viele weitere Sahnestückchen auf dieser CD.
Dicht gefolgt von Dima Bilan, kommt in meiner Beliebtheitsskala diese wunderschöne Ballade des Gastgeberlandes Serbien. "Oro" gefällt mir um einiges besser als das Siegerlied des letzten Jahres.
Zwei weitere akustische Highlights sind für mich heuer Portugal und Israel. Beides zwei außergewöhnliche Künstler mit einer tollen Persönlichkeit, sehr einprägsamen Stimmen und zwei wunderschöne, nicht alltägliche Balladen.
Armenien, Griechenland und die Ukraine bieten viel Glamour, gute Laune und
schnelle Rhythmen mit einem Hauch Orient-Sommer-Feeling - super geeignet für die nächste Gartenparty. Aber soooo spektakulär wie z.B. Russland, Serbien, Israel, Türkei oder Portugal empfinde ich diese Party-Knaller nicht.
Ebenfalls als absoluten "Hinhörer" empfand ich die Türkei mit ihrem "Deli". Es war sehr mutig und keinesfalls "deli", mal auf die jährliche, obligatorische Bauchtanzeinlage zu verzichten und statt dessen Hard Rock made in Turkey zu schicken. Wirklich sehr, sehr gute Musik. Ich hoffe wir hören hier in Deutschland noch mehr von Mor ve Ötesi.
Schon einmal aufgrund der hier von mir genannten Musiknummern ist es wert, diese CD zu kaufen.
Neben diesen wirklich guten Songs gibt es auch einige Titel zum Schmunzeln und Amüsieren. (Irland, Bosnien, Kroatien, Azerbaidschan...u.a.)
Für gute Laune und Danceflorfeeling sorgt auch der Beitrag aus Island.
Norwegen und Schweden klingen wieder nach dem üblich nordischen Strickmuster um Punkte zu sammeln. Aber sie gehen unter all den anderen Kuriositäten meiner Meinung nach unter.
Ebenso wie der deutsche Beitrag. Unsere "Engelchen" sind durchaus radiotauglich. Auf der CD finde ich den Titel auch gar nicht einmal so schlecht. Aber ihre Performance kam im Vergleich zu vielen anderen Ländern nicht sehr überzeugend rüber. Auch fehlte ihnen irgendwie so ein bißchen die "Persönlichkeit" oder sagen wir mal die "besondere Note", die z.B. die
Künstler aus Israel oder Portugal hatten. Nur schöne Beine und Schleier-Windspiele alleine reichen halt doch nicht mehr aus.
Wie ich schon in einer anderen Rezension schrieb, kann man sich in jeglicher Hinsicht über (Musik-)Geschmack streiten. Aber ich persönlich bin bekennender Grand Prix Fan, denn sonst wären nicht ALLE CD's der letzten Jahre in meinem Besitz.
Die Aufregung über das angebliche "Punktegeschiebe" aus Osteuropa kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Mal abgesehen davon, dass mir auch auf dieser CD, die Beiträge aus Osteuropa wirklich gefallen, so sind doch auch genug andere Länder (Griechenland, Armenien, Türkei, Norwegen) auf den vorderen Plätzen zu finden.
Würde man die Punkte aus Osteuropa wegrechnen, käme ein ähnliches Voting raus. Außerdem warum denn immer alles so verbissen und bitterernst betrachten? Den Grand Prix empfinde ich jedes Mal als eine Show der Kuriositäten, der Raritäten - und teilweise hört man auch richtig gute Musik. Es ist doch völlig egal, wie denn das Land heißt, das der Künstler gerade repräsentiert; kann man sich als Zuschauer nicht einfach mal einen Fernsehabend lang ganz neutral gut unterhalten, inspiriert und amüsiert fühlen, ohne mit erhobenem Zeigefinger schon wieder analysieren und kritisieren zu müssen - warum wir arme, arme Deutsche schon wieder keine Punkte gekriegt haben.
Es gäbe ja als Alternative dann auch noch den roten Knopf auf der Fernbedienung.