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Europa erfindet die Zigeuner: Eine Geschichte von Faszination und Verachtung
 
 
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Europa erfindet die Zigeuner: Eine Geschichte von Faszination und Verachtung [Gebundene Ausgabe]

Klaus-Michael Bogdal
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (14. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422634
  • ISBN-13: 978-3518422632
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 95.494 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Klaus-Michael Bogdal
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Die profunde Studie [ist] eine spannend zu lesende Tour de Force durch ein unbekanntes Feld der Geschichte. Auf jeden Fall hat sie das Zeug zu einem Standardwerk.«

(Edelgard Abenstein Deutschlandradio Kultur )

»Klaus-Michael Bogdals Buch ist für das Verständnis der gegenwärtigen Situation der Roma in Europa und deren Hintergründe unentbehrlich. Man möchte hoffen, dass es seinen Weg in den Geschichtsunterricht und auf den Schreibtisch von Politikern findet - denn, wie Bogdal so treffend bemerkt, der europäischen Kultur ist die Fähigkeit zur Entzivilisierung noch nicht abhandengekommen.«

(Cia Rinne Die Tageszeitung )

»Bogdal ist trotz der im Untersuchungsgegenstand angelegten Wiederholungen von Zigeuner-Klischeebildern eine höchst differenzierte, gänzlich unkitschige und zuweilen mitreißende Studie gelungen, die nicht umhinkann, ihre Ergebnisse in eine aktuelle Warnung zu überführen …«

(Uwe Ebbinghaus Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»… indem er die Mechanismen der Ausgrenzung aufdeckt, leistet er einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der bis heute marginalisierten Gruppe. Die klare Sprache und spannende Erzählweise macht das Buch trotz seines beträchtlichen Umfangs auch außerhalb akademischer Kreise lesenswert.«

(Stephanie Kirchner Frankfurter Neue Presse )

»Bogdals Studie ist einerseits chronologisch aufgebaut, vom ausgehenden Mittelalter bis heute, beschäftigt sich andererseits aber mit sehr unterschiedlichen europäischen Kulturräumen: von Spanien bis Russland, von Schweden bis Rumänien. ...Bogdals Buch bietet viele Ansätze. Denn es ist nicht nur politisch alamierend, sondern auch intellektuell elektrisierend.«

(Steffen Richter Tagesspiegel )

»In einer großen interdisziplinären Arbeit belegt der Bielefelder Literaturwissenschaftler seinen Vorwurf der ›Feinderklärung‹ aus regierungsamtlichem Handeln, pseudowissenschaftlicher Taktik von Völkerkundlern, Historikern, wildgewordenen Rasse-›Forschern‹, die die öffentliche Meinung aufputschen, und auch aus der Literatur.«

(Rainer Hartmann Kölner Stadt-Anzeiger )

»Der Bielefelder Literaturwissenschaftler Klaus-Michael Bogdal geht in seiner umfassenden Studie Europa erfindet die Zigeuner den Spuren nach, die die Romvölker über 600 Jahre in juristischen, politischen und literarischen Dokumenten hinterlassen haben. ... da die Romvölker über keine Schriftkultur verfügten ... ist seine Spurensuche ein wertvoller Beitrag zu einer Rekonstruktion der Geschichte der europäischen Roma. Und mit Europa erfindet die Zigeuner will der Autor auch einen Beitrag leisten, um in der heutigen Situation nicht wieder in die alten Muster von Vorurteilen und Verfolgung zurückfallen.«

(Eva Pfeister Lesart )

»Die Studie des Literaturwissenschaftlers Bogdal zeichnet die Entwicklung dieses Bildes von der Ankunft der Roma in Europa bis zur Gegenwart detailliert nach... wie Literatur und Wissenschaften unterschiedlicher Ausprägung das Bild vom Zigeuner jeweils den unterschieldichen Anforderungen anpassten. In seiner Studie wird auch klar, dass es über Jahrhunderte hinweg die Mehrheit der Nicht-Zigeuner war, die über die Zigeuner schrieb und die damit ihre Definitionsmacht ausübte.«

(Herbert Heuss Sächsische Zeitung )

»Der Bielefelder Literaturwissenschaftler Klaus-Michael Bogdal hat es in einer umfangreichen und äußerst lesenswerten Studie unternommen, die europäischen Projektionen zu rekonstruieren, die sich auf die Zigeuner als Inkorporation des Fremden schlechthin richten.«

(Ulrich Schmid Osteuropa )

»Diese Studie liest sich...anregend klar, bereichernd, oft beschämend, wenn etwa der Bundesgerichtshof 1956 Verfolgungen der ›Zigeuner‹ als ›sicherheitspolitische und kriminalpräventive‹ Maßnahmen gegenüber ›primitiven Urmenschen‹ bewertet.«

(Rolf-Bernhard Essig Die Zeit )

Kurzbeschreibung

Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von Asozialen … Dies sind nur einige der Zuschreibungen, mit denen die Romvölker Europas in den letzten 600 Jahren ausgegrenzt wurden. Wie es möglich wurde, daß jahrhundertealter Haß in einem Spannungsverhältnis von Faszination und Verachtung sich bis heute halten konnte, zeigt in seinem brillant recherchierten Buch nun Klaus-Michael Bogdal zum ersten Mal im europäischen Vergleich. Der Autor weist in dieser spannend und anschaulich erzählten Geschichte nach, wie die Europäer zum verachteten Volk am unteren Ende der Gesellschaftsskala stets die größtmögliche Distanz suchten. Keine der unterschiedlichen Gesellschafts- und Machtordnungen, in denen sie lebten, ließ und läßt eine endgültige Ankunft in Europa zu. Ohne einen schützenden Ort sind sie seit ihrer Einwanderung vor 600 Jahren ständigen Verfolgungen und Ausgrenzungen ausgesetzt: in den Imaginationen der Kunst und in der politischen Realität. Das Buch umfaßt die Geschichte der Darstellung der ›Zigeuner‹ in der europäischen Literatur und Kunst vom Spätmittelalter bis heute – von Norwegen bis Spanien, von England bis Rußland. Die Dokumente, die Bogdal heranzieht, reichen von den frühen Chroniken und Rechtsdokumenten über ethnographische Werke und künstlerische Darstellungen bis hin zu den Holocausterinnerungen von Sinti und Roma.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Uwe-Jens Has TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Klaus-Michael Bogdal hat eine Literaturgeschichte der Romvölker
geschrieben, die in Deutschland seit dem 14.Jahrhundert Zigeuner
genannt werden. Man kann es ja nicht schöner sagen als der Autor:

'Im Anfang war die Chronik. Kein Dokument von eigener Hand, keine Hinterlassenschaft,
nicht einmal ein Fetzen Stoff oder eine Scherbe zeugt heute von der Ankunft
einer Gruppe von Menschen im Europa des 15. Jahrhunderts, die bald im Englischen
als Gypsies, im Französischen als Bohémiens, im Niederländischen als Heiden, im Schwedischen
als Tatern im Spanischen als Gitanos und im Deutschen als Cigäwnär bezeichnet werden.'

Man erfährt, wer sich alles mit dem Thema beschäftigt hat: Angefangen bei Puschkin,
Eichendorff, E.T.A Hoffmann, Victor Hugo oder Tieck und weiter Günter Bruno Fuchs,
Johannes Bobrowski und Marianne Rosenberg.
In Harry Mulischs Roman 'Die Entdeckung des Himmels' spricht ein jüdischer Musiker
im Amsterdam der sechziger Jahre einem Mitglied eines Zigeunerorchesters und ihrem
Primas seine Hochachtung aus:

'Sage ihm, dass Zigeuner für mich heilig sind, weil sie das einzige Volk auf Erden sind,
das nie einen Krieg geführt hat'. Darauf spielen sie für ihn auf eine Weise, die ihn
eine tiefe Verbundenheit spüren lässt und ihn an das Leid seiner eigenen Familie erinnert.'

Dieses Buch ermöglicht einen Blick in den Spiegel. Wir erfahren mehr über unser Denken
Fühlen und Verhalten als über die Romvölker. Das hängt einerseits mit der spärlichen
schriftlichen Überlieferung der Romvölker zusammen und andererseits damit, dass sie zögern
sich zu öffnen, weil sie der Nachwelt eine andere, bessere Lebensgeschichte überliefern
möchten, 'ohne die Erlebnisse , die ihnen lange den Mund verschlossen haben'.

Und es hängt damit zusammen, dass, wie Bogdal schreibt, wir, was das Denken und Fühlen der
Romvölker betrifft in einen undurchdringlichen Nebel zurückblicken, der sich wohl niemals
lichten wird, da es an brauchbaren Zeugnissen mangelt.
Viele Forscher die sich damit beschäftigt haben, sind nach dem Prinzip der stillen Post
vorgegangen. Sozusagen der Grundfehler der Zigeuner war oder ist, in einer Welt zu leben die
auf dem Prinzip der Territorialität besteht: 'Territoriales Denken geht davon aus,dass alles
auf der Erde vorgefundene einschließlich des Bodens und der Menschen, sich in Besitz- und
Eigentumsverhältnissen befindet.'

Wir lesen von der 'gefühlten Bedrohung' die von den Zigeunern ausgeht und, dass das Sprechen
und Schreiben über sie selten mit ruhiger Hand geschieht. Der zivilisatorische Abstand
wird vermessen und schafft 'Raum für staatliches Handeln und alltägliche Diskriminierung'.

Im Prolog schreibt Bogdal, vielleicht sei Fassungslosigkeit das, was zurückbleibt im Blick
auf die zerstörerischen Energien die in diesem Buch gezeigt werden.
Und die romantischen Zigeunerphantasien seien so wirkmächtig, dass sie erfolgreich konkurrieren
mit der Wirklichkeit und diese nicht unerheblich beeinflussen.

Komm Zigan, spiel mir was vor.. Went to see the Gypsy ..
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
super! 27. April 2012
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
das Buch gibt einen hervorragenden Überblick, zugleich sehr tief und wissenschaftlich sehr genau recherchiert, geht auf viele Facetten der Entwicklung der heutigen Sicht auf die Roma ein und spannend zu lesen! Das lohnt sich!
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