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Die Reihe OGG ist recht ungewöhnlich aufgebaut, nämlich dreigeteilt. Im ersten Teil erwartet den Leser - nach einer kurzen und dennoch vorzüglichen Erläuterrung des nicht unproblematischen Begriffs "Spätmittelalters" - eine knappe Zusammenfassung der politischen Ereignisgeschichte. Der gewählte Darstellungszeitraum von 1215 bis 1378 ist eher kirchengeschichtlich gewählt (und meiner persönlichen Meinung nach eher unglücklich, doch ist die Periodisierung des Mittelalters ohnehin eine Wissenschaft für sich). Dargestellt wird die Herrschaft des "stupor mundi" Friedrichs II., und das mit seinem Tode bzw. des seines Sohnes Konrad IV. einsetzende sogenannte "Interregnum", über die Zeit des Romzuges Heinrichs VII., den Kampf zwischen Luxemburgern, Habsburgern und Wittelsbachern um die Krone, bis zum Zeitalter Karls IV.
Die ungewohnt knappe Darstellung der Ereignisgeschichte trägt zweierlei Tatsachen Rechnung. Zum einen ist die politische Geschichte nie das Hauptbetätigungsfeld der Mediävisten gewesen (sondern vielmehr die Geistes-, Ideen-, Verfassungs- und Sozialgeschichte), zum anderen ist die OGG Reihe stark problemorientiert ausgerichtet. Sie soll Studenten und Lehrenden als Handwerkszeug dienen. Daraus erklärt sich auch der bewusst in die Breite gehende zweite Teil, in dem die verschiedenen Forschungsmeinungen zum angesprochenen Zeitraum höchst eloquent, wenn auch manchmal schmerzlich knapp, ausgeführt werden.
Gerade der Teil "Forschungsmeinung" ist der interessanteste Teil der OGG, da dort knapp die wichtigste Litertur und die dort vertretende Lehrmeinung präsentiert werden - die nicht immer unproblematisch ist, wie die Beispiele Friedrich II., Heinrich VII. und Karl IV. zeigen.
Im dritten und letzten Teil findet sich eine nicht kommentierte, aber nach Schwerpunkten gruppierte Auswahlbibliographie. Diese ist relativ umfassend, doch wurden manche Bücher jüngeren Datums nicht berücksichtigt. Doch stellt eine Solche Bibliographie ohnehin nur eine Auswahl dar, die gezwungener Maßen subjektiv sein muss.
Insgesamt liegt mit diesem Band sowohl Studenten, Lehrern, als auch Laien ein vorzügliches Arbeitsinstrument für die Zeit des Spätmittelalters vor, dass zudem die neuen Stömungen der Mediävistik, und der Geschichte im Allgemeinen, hin zu einer Kulturwissenschaft mit berücksichtigt hat.
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