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Europa, Israel und der Nahe Osten (suhrkamp taschenbuch)
 
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Europa, Israel und der Nahe Osten (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Avi Primor
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 161 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (18. April 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518395971
  • ISBN-13: 978-3518395974
  • Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 10,8 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 782.720 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Avi Primor
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Israels Interessenvertreter

in Deutschland

Stellungnahmen von Avi Primor

Israels diplomatischer Vertreter Avi Primor gehört zu den profiliertesten Persönlichkeiten in der deutschen Botschafterszene. Er ist eine «moralische Instanz». Sein Wort hat in Deutschland Gewicht. Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Botschafter in seiner Amtszeit bereits sein zweites Buch vorlegt. Fünf Vorlesungen, die Primor an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf im Sommersemester 1998 gehalten hat, eine Laudatio auf Rabin und Arafat sowie zwei Dankesreden in eigener Sache enthalten kontroverse Thesen.

Einseitige Befreiung

Primor denkt immer historisch, wenn es um sein Land geht. Seine Ausführungen sind profund und geschickt vorgetragen. Die offizielle zionistische Geschichtsdoktrin kommt im liberalen Gewande daher. Wenn der Autor Theodor Herzls Vision eine Revolution nennt, verschweigt er, dass sich dies als Katastrophe für ein anderes Volk entpuppte und nur in enger Anlehnung mit den Kolonialmächten zu erreichen war. Der Zionismus war deshalb nur für die Israeli eine Befreiungsbewegung. Die Palästinenser haben sie als eine kolonialistische Bewegung erlebt. Primor ist zuzustimmen: der Holocaust war nicht das kritische Moment für die Staatsgründung Israels; die Entscheidung war lange vorher gefallen. Der Botschafter transportiert indes die Legenden von der «blühenden Wüste» und der Einwanderung der Araber auf Grund der von den Zionisten geschaffenen Produktionsverhältnisse.

In dieses Bild passt die Darstellung, dass die Araber beim Unabhängigkeitskrieg geflohen seien. Über die Hälfte der 700 000 Palästinenser wurden aber vertrieben. Die «neuen Historiker» in Israel legen dafür Zeugnis ab; Primor übergeht sie. Es gab keinen offiziellen Vertreibungsbefehl David Ben Gurions, aber dass keine Politik der Vertreibung praktiziert worden sei, ist historisch falsch. Rabin, der spätere Friedensnobelpreisträger, unterzeichnete persönlich auf Geheiss Ben Gurions den Vertreibungsbefehl für 70 000 Palästinenser in Lod und Ramle.

Netanyahu als wahrer Realist?

Primors Ausführungen zum Friedensprozess sind einsilbig. Allen Ernstes versucht er, Netanyahus Regierungszeit als positiv zu verkaufen; er sei der wirkliche Realist. Auch seine Ausführungen zum deutsch-israelischen Verhältnis gehen nicht über historisch Altbekanntes hinaus. Unabhängig von einigen Krisen in den bilateralen Beziehungen könnten diese als «normal» bezeichnet werden, schreibt Primor. Ein Schlussstrich wäre aber ein «Akt willkürlicher Selbsttäuschung». Nur die Geschichte könne diesen ziehen; darin ist ihm zuzustimmen. Trotz Holocaust sei Deutschland zum wichtigsten Partner Israels nach den USA avanciert. Israels Ziel sei eine stärkere institutionelle Verankerung in der EU. Der damalige Kanzler Kohl hatte beim Dezember-Gipfel 1994 in Essen Israel diesen Sonderstatus verschafft. Primor befürwortet eine stärkere Ausrichtung Israels auf Europa, quasi als zweites Standbein neben den USA. Dies würde dann zu einem Mitgestalten der zukünftigen Entwicklungen im Nahen Osten führen. Ob dies den Europäern reicht? Israel kann sich keinen besseren Interessenvertreter in Deutschland wünschen.

Ludwig Watzal -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Vor 50 Jahren wurde der Staat Israel gegründet, und vor 100 Jahren hat Theodor Herzl die zionistische Bewegung ins Leben gerufen. Avi Primor, israelischer Botschafter in Bonn, blickt zurück auf die 4000 Jahre alte Geschichte des Judentums, beschreibt die Entstehung der Krise im Nahen Osten, gibt Antworten auf aktuelle Fragen zum Friedensprozeß , zu den deutsch-israelischen Beziehungen und zum Verhältnis der Europäischen Union zu Israel.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wer einen kurzen Abriß über die Geschichte Israels, die Entstehung des Nahostkonfliktes und einen kompetenten Ausblick auf die Zukunft Israels sucht, der ist bei Primor richtig. Alle relevanten aktuellen Themen werden in dem Buch gewürdigt. Von der Rolle der Kibbuz-Bewegung, über die Spaltung der israelischen Gesellschaft bis zur Bedeutung der Golan-Höhen, dem Konflikt mit den Palästinensern und Israels Annäherung an die EU. Kritisch setzt sich Primor auch mit der eigenen, israelischen Geschichte auseinander. Da ist es kein Wunder, dass er wegen regierungskritischer Äußerungen als Botschafter Israels abberufen wurde. Sorgfältig begibt Primor sich auf die Suche nach der Ursache für die Krise im Nahen Osten. Eine breite Rolle nimmt auch die Geschichte der deutsch-israelischen Annäherung nach dem 2. Weltkrieg ein. Avi Primor war als Botschafter ein Glücksfall für Israel und für Deutschland. Sein Buch endet mit einem leidenschaftliches Plädoyer für die Anbindung Israels an Deutschland und an Europa. Seriös, kompetent, spannend und wohltuend offen, das ist Primors "Europa, Israel und der Nahe Osten." Lesenswert sowieso. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich habe das buch gelesen um die problematik israel endlich nachvollziehen zukönnen. das buch stellt die geschichtlichen stationen des landes dar, beginnend mit der bibel. der auto argumentiert relativ objektiv, gibt viele wichtige faktoren der verschiedenen seiten des konflikts an. Im grossen und ganzen ist das buch eine aufschlussreiche darstellung die leicht nachvollziehbar die grundproblematik im nahen osten wiedergibt
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zum Anfangen nicht schlecht 19. Februar 2002
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Nach dem Lesen dieses Buches versteht man zum Teil, warum es in diesem Teil der Erde solche Probleme gibt. Lösungen wurden vom Autor nur grob umrissen und nicht immer objektiv. Es bleibt einem Aussenstehenden westlicher Kultur, nach wie vor unverständlich, warum eine dermassen grosse Gewaltbereitschaft immer noch gegeben ist. Zum Verstehen des Grundproblems - ok.
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