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Produktinformation
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In Paris, London, Berlin und Wien, den Städten also, deren Puls das beginnende 20.Jahrhundert bestimmte, beginnt Mak seine mit stets überaus wachen Sinnen unternommene Erkundungsfahrt. Hier wurden die Fanfaren des Aufbruchs in die neue Zeit geblasen. Dem freilich folgte allzu bald das Geheul der Kriegssirenen. Den beiden Weltkriegen und ihren Schauplätzen in Europa spürt Mak denn auch während eines Großteils seiner Reise nach: Auf den ehemaligen Schlachtfeldern Verdun und Dünkirchen hat er sich ebenso umgesehen, wie in Auschwitz und Birkenau, das sich dem Besucher heute "von Margeriten und blühendem Klee bunt gefärbt" präsentiert. Das Lager Birkenau selbst verfällt zusehends. "Nach einem halben Jahrhundert zerbröselt der morsche Stacheldraht zwischen den Fingern, die Schuhberge sind nur noch grau und schwarz, die meisten hölzernen Gebäude sind morsch." Und für die Menschen, die aus den Fenstern ihres gerade einmal 100 Meter vor den Toren des KZ neu errichteten Wohnblocks auf "das Museum", wie sie sagen, blicken, ist Birkenau nur noch "eine Art Park, der viele Touristen anzieht, mehr nicht"
Auch nach Danzig dürfen wir Mak begleiten, nach Dublin und Belfast, dem Brennpunkt des Nordirlandkonflikts, nach Tschernobyl und Sebrenica, um nur einige der europäischen Erinnerungsorte des 20. Jahrhunderts herauszugreifen. Kurzum: Eine lange, nicht immer fröhliche, bisweilen auch anstrengende Reise kreuz und quer durch unseren Kontinent. Aber dank der kundigen und ausgesprochen inspirierten Führung eine äußerst lohnenswerte! --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Begegnung mit Europa,
Von
Rezension bezieht sich auf: In Europa. Eine Reise durch das 20. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe)
Was macht Europa aus? Wo sind seine Grenzen? Welche politischen, kulturellen, gesellschaftlichen Ereignisse und Entscheidungen wirken sich noch heute aus? Das alles beantwortet Geert Mak in seinem grandiosen Werk "In Europa", aber nicht vom Katheder dozierend, sondern als Reisender durch Europa, im Angesicht aller wichtigen Schauplätze und Metropolen, im Gespräch mit Menschen, die am eigenen Leibe erfahren und erlitten haben, was in Europa im zwanzigsten Jahrhundert vor sich ging.Wer "In Europa" liest, versteht am Ende mehr von diesem Kontinent, erst recht, wenn es der eigene ist. Geert Mak schafft es, den Horizont zu erweitern, selbst wenn es der Blick eines Europäers auf seinen eigenen Erdteil ist. Eine überaus lesbare, mitreißende Kultur- und Gesellschaftsgeschichte für jemanden, der Europa, seiner Länder und Menschen, seine Errungenschaften und Fehler und seine Perspektiven kennen lernen will, selbst und gerade dann, wenn er Bewohner dieses Kontinents ist. Man kann nämlich nie genug von Europa wissen, um es zu verstehen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbares Buch für alle, die mehr Europa wissen möchten!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: In Europa. Eine Reise durch das 20. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe)
Mit diesem Buch hat Geert Mak etwas unglaubliches geschafft:er hat ein Sachbuch geschrieben, dass trotz seiner anschaulichen Länge (über 900 Seiten!) bis zum Schluss spannend bleibt! 1999 brach der niederländische Journalist auf, um mit dem Busmobil quer durch Europa zu reisen, von Nord nach Süd, von West nach Ost. Dabei hat er sich "chronologisch" durch die Zeit bewegt, also etwa für die "30er-Jahre" München besucht, für die Zeit Anfang der 40er Auschwitz usw. Doch ausser diesen tragisch-berühmten Orten, die jeder aus dem Geschichtsunterricht kennt, stellt er in seinem Buch auch eine Fülle von kleineren, stilleren Orten, Momenten und Personen vor. Fazit: ein unglaublich reiches, dichtes Werk, das nicht nur die zwei Weltkriege des 20. Jahrhunderts, sondern auch die Entstehungsgeschichte und auch die Schattenseite der "EU-isierung" Europas zeigt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine faszinierende Reise durch einhundert Jahre europäischer Geschichte,
Von
Rezension bezieht sich auf: In Europa: Eine Reise durch das 20. Jahrhundert (Taschenbuch)
Im letzten Jahr des letzten Jahrtausends, genau gesagt am 4. Januar 1999, bricht der holländische Autor Gert Mak zu einer einjährigen Reise auf, die ihn nicht nur geographisch kreuz und quer durch Europa sondern auch chronologisch durch nicht weniger als einhundert Jahre europäischer Geschichte führen sollte. In 12 Kapiteln, analog zu den 12 Monaten des Jahres, reist Mak auf fast 1000 Seiten (!) von der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 (Januar) bis in die unmittelbare Vorgeschichte der Euro-Einführung im Jahre 1999(Dezember). Jedem Monat, sprich jedem Kapitel, ist eine Karte vorangestellt, die den Reiseweg des Autors und die die Schauplätze kennzeichnet, die er aufsucht( im Januar bereist Mak z. B. der Reihe nach Paris, London, Berlin und Wien, die Zentren der kontinentalen Mächte, wobei man sich allerdings fragt, warum er St. Petersburg ausgespart hat). Dabei verwebt Mak Gespräche, die er vor Ort mit Augenzeugen führte, Reiseeindrücke, Ortsbeschreibungen, Stimmungsschilderungen, geeignete Passagen aus der biographischen und historischen Standardliteratur mit flashbacks zur konkreten Geschichte Europas im Jahre 1999/2000. Herausgekommen ist eine bislang jedenfalls einzigartige europäische Geschichte des 20.Jhdts. eine Kombination von historischer Darstellung, Geschichtsphilosophie und Reisefeuilleton auf sprachlich brillantem und gedanklich staunenswertem Niveau - geschrieben von jemandem, der am Ende des Jahrhunderts seine Leser an die Hand nimmt und all die Stationen dieses Säkulums auf dem Hintergrund einer stauenswerten Gestaltungskraft und Kompetenz noch einmal abschreitet und bewertet.Auch wenn man über die einzelnen Schwerpunktsetzungen ( warum war Mak in dem Februar Kapitel, das das Jahr 1914 behandelt, nicht in Sarajewo?) und Wertungen durchaus streiten könnte (etwa die Sichtweise der 68er-Revolte), wird es kaum jemandem geben, der in dem vorliegenden Geschichtsmassiv nicht seine Nuggetts finden wird. Mir persönlich hat die die kurze Geschichte Jugoslawiens, die der Autor ab S. 847ff. skizziert besonders imponiert, ebenso die knappen Betrachtungen zur Struktur der Außenpolitik an sich ( S. 684ff.), weiter die so noch nicht veröffentlichte Auflistung all der Menschen in Europa, die im zweiten Weltkrieg größere Gruppen von Juden unter Lebensgefahr gerettet haben ( 446ff.) sowie die schlaglichtartige Beleuchtung der "sozialistischen Gretchenfrage", die auf einer viertel Seite erklärt, warum möglicherweise freie und liberale Gesellschaften gegen den sozialistischen Bazillus den Kürzeren ziehen werden ( S. 858). So weit so gut - aber gibt es dann gar nichts zu meckern an dem vorliegenden Werk? Nichts von Belang - wenn man vielleicht davon absieht, dass das Buch immer besser und spannender wird, je mehr es sich der Gegenwart nähert (dass es also selbst auf sehr hohem Standard noch einen Niveaunterschied aufweist) und etwa dem Umstand, dass es ganz und gar unmöglich ist, das Buch in einem einzigen "Rutsch" zu lesen. Es ist sogar unnötig, denn das geradezu gigantische Register am Ende des Werkes ermöglicht eine schnelle Orientierung zu nahezu jeder Frage von europageschichtlichem Rang über einen Textkorpus von sage und schreibe 900 Seiten! Vielleicht ist der Schluss des Werkes ein wenig zu blauäugig geraten, denn der Autor behauptet am Ende seiner transkontinentalen Reise allen Ernstes "Europa sei das gigantische Laboratorium geworden, in dem die Zukunft des Menschen neu gedacht werde," weil hier "nachhaltige Entwicklung, Lebensqualität und Gemeinwohl" im Mittelpunkt ständen (S. 890). Wenn man an die Vergreisung Europas, an seine inkompetenten politischen Eliten, die Staatsverschuldung und die ausufernde Kriminalität zur Jahrtausendwende denkt, kann man da allerdings seine Zweifel haben, aber bei einem Kontinent, der solche Bücher hervorbringt, ist natürlich alles möglich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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