Ähnlich wie in
Krieg: Stell dir vor, er wäre hier verarbeitet Janne Teller den Krieg (hier in Bosnien), es ist aber auch eine Beziehungsverarbeitung, eine endlose Abschiednahme, die nie aufzuhören scheint. Der 2004 entstandene Roman, ist vor allem eine Schilderung, des Ich-Erzählers Sem, ein Chirurg, der mit einem mobilen Operationssaal in Bosnien unterwegs ist. In einem endlos anhaltendem Monolog, klagt er Zoja Maria an, mit der er ein Verhältnis hatte, die schwanger wurde und das Kind abtrieb. Dieses Buch zu rezensieren, dürfte noch so manchen Rezensenten ein wenig Kopfzerbrechen bereiten, denn das ist bei einer Janne Teller alles andere als einfach. Eigentlich passiert gar nicht viel, wenig Schauplätze, wenig Handlung, einzig ein wahrer Gedankenrausch und dessen Ausschüttung, kann Sog und gleichzeitig Überreizung sein. Solch einen ja fast stillen und inneren Anklagemonolog dann doch über 418 Seiten zu halten, scheint mir dann doch, etwas zu sehr die Leserschaft zu strapazieren. Anspruchsvoll, mit einer ein wenig verstörenden Note, wartet dann dieses Buch dann doch auf.
Fazit: Mit Sicherheit ist diese Schrift, eine Verurteilung, auch eine Infragestellung von Krieg und Abtreibung, die sich abwechselnd und anhaltend in diesem Roman durchzieht. Vor allem der Schreibstil der provozierenden Dänin hatten es mir noch anfangs angetan, wenn auch über weite Strecken, meine Begeisterung sich trotzdem zunehmend leise reduzierte. Ein angeklagte Bosnierin, die eigentlich nie zu Wort kommt, ein Buch das von Monologen lebt, Dialoge oder gar Gespräche sind hier dünn gesät. Ein Chirurg, der ein Verhältnis mit der Tochter von Zoja Maria eingeht. Dieses Buch ist wie eine stille Verzweiflung, angesichts der Hilflosigkeit, gegenüber einer Frau, die sich zu Abtreibung entschieden hat, genauso, wie es ebenfalls eine gewisse stille Hilflosigkeit ausdrückt, was den Krieg in Bosnien anbelangt. Eine innere Stellungnahme zu einem Du, das nur dürftig in Erinnerungen erwidert wird, ein Chirurg, der sich für alles schuldig fühlt, sich entschuldigt und um Verzeihung bittet. (verzeih mir..)