Fritz Emonts reichbebilderte Europäische Klavierschule beginnt im ersten Band zunächst mit zahlreichen "Yellow Pages", in denen er Volks- und Kinderliedermaterial bietet, das den Fünftonraum kaum überschreitet und dafür gedacht ist, den Schüler hörend ohne Noten spielen zu lassen. Sinnvoll ist dies bestimmt, da das Gehör und das Gedächtnis des Anfängers trainiert werden können und er weitaus mehr Töne zur Verfügung hat, als er mit seinen wenigen Notenkenntnissen bisher zur Verfügung hätte. Weiterer Vorteil hieran ist, daß die Komplexität des Neuen so weit eingeschränkt ist, daß die Aufmerksamkeit nicht vom neuen Notenlesen und -übertragen in Beschlag genommen wird, sondern auf Handhaltung und Klangunterschiede gelenkt werden kann. Zudem können vom Lehrer leicht Begleitungen zum Liedspiel hinzugefügt werden, die gleich sehr motivierend wirken können. Der Hauptteil der Klavierschule beginnt beim c 1 und geht von dort aus zunächst für jede Hand in Gegenbewegung in den Fünftonraum. Vorsichtig wird dieser Raum lange nicht verlassen, dafür jedoch allgemeine musikalische Grundlagen hieran bereits eingeführt. Viele Bearbeitungen von Emonts selber sind methodisch gut erdacht und klingen zudem gut. Dur- und Mollklänge werden eher spielerisch durch Klangfarbenunterschiede bekannt gemacht, indem Stücke gut in beiden Tonarten klingen. Insgesamt eine gründliche und nette Klavierschule für Kinder bis etwa 11 Jahre. Mit musikalischer Früherziehung auch schon ab etwa sechs Jahren, sonst eher ab acht zu empfehlen.