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Europäische Integration: Wirtschaft, Erweiterung Und Regionale Effekte
Format: TaschenbuchÄndern
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Juni 2013
Buchbesprechung zu Ulrich Brasche: Europäische Integration, 3. Auflage, München 2013

Das Thema „Europa“ kann verwirrend sein und die Debatte um die Krise macht das Thema auch nicht einfacher. Da ist ein Buch hilfreich, das den interessierten Laien sachlich und sachkundig mit der Geschichte und der Jetztzeit der Europäischen Wirtschaftsintegration vertraut macht. Das Buch führt den Leser einfach aber fachlich gut fundiert in ein eigenständiges Nachdenken über die Europäische Wirtschaftsintegration ein und integriert dabei politische, soziale und ökonomische Theorien und Gesichtspunkte. Für den bereits europa-kundigen Leser ein gutes, aktuelles Kompendium, für den Europa-Neuling eine gut lesbare Einführung. Zudem stellt der Autor im Internet laufend aktuelle Materialien bereit (brasche-europa.de). Die einzelnen Kapitel zu europäischen Institutionen, freiem Warenverkehr, Dienstleistungsfreiheit, Arbeitskräftefreizügigkeit, Finanz- und Kapitalmärkten, dem Euro und seiner Krise, EU-Haushalt, Agrarpolitik, Regionalpolitik, Ost-Erweiterung, Türkei-Beitritt und die Zukunft der EU sind auch einzeln lesbar und geben zum jeweiligen Thema eine solide Grundlage und einen guten Überblick.
Zuerst werden die Spieler auf dem wirtschaftlichen und politischen Feld eingeführt, so dass klar wird, wer mit wem um welche Entscheidungen ringt. Der Leser erfährt, warum Güter relativ frei über europäische Grenzen gehandelt werden können, aber die unterschiedlichsten Dienstleistungen noch von Monopolen, staatlichem Einfluss und technischen Standards behindert werden. Auch die Konflikte zwischen Gewinnern und Verlierer der Marktöffnung werden behandelt. Das Spannungsfeld entsteht dadurch, dass Wettbewerb Effizienz hervorbringen soll, die Marktergebnisse jedoch zugleich das Bedürfnis nach sozialem Schutz vernachlässigen. In der Folge gibt es meist keine eindeutige Entwicklungsrichtung der Integration. Ein weiteres Spannungsfeld hat die aktuelle Finanzkrise offengelegt: Arbeit und Kapital kann man offensichtlich nicht alleine dem Wettbewerb überlassen. Die politischen Grenzen des Marktes und das Versagen des Marktprinzips erfordern Eingriffe durch den regulierenden Staat.
Ein weiteres Thema ist der Euro. Dieser wurde gutgläubig konzipiert und eingeführt – und ist offenbar in dieser Form gescheitert. Der Leser wird in einfachen Schritten von den Grundlagen der Geldpolitik („Was ist Inflation und wo kommt sie her?“) über die Geschichte der Einführung der gemeinsamen Währung bis zum aktuellen Stand der Finanz- und Wirtschaftskrise geführt. Komplizierte und komplexe Zusammenhänge der internationalen Wirtschaft werden so aufbereitet, dass sie auch für Laien gut fassbar sind – der sachverständige Leser wird einige dieser Abschnitte nur überfliegen. Beachtlich ist besonders, dass im Kapitel über die Finanzindustrie und den Euro die aktuelle Kritik an den Wirtschaftswissenschaften aufgegriffen wird: Neuere Ansätze zur Rolle von psychologischen Effekten oder zur Bedeutung von privaten und öffentlichen Schulden werden soweit wie möglich berücksichtigt.
Das alte Versprechen der EU von „Frieden und Wohlstand“ lockte in der Vergangenheit – besonders die Staaten des zerfallenen „Ost-Blocks“ haben nicht zuletzt durch die EU-Mitgliedschaft eine beachtliche Aufholjagd realisiert. Wer hatte welche Hoffnungen? Wer welche Befürchtungen? Und was ist daraus geworden? Eine gute Übung für die Diskussion möglicher künftiger Erweiterungen. Durch den Beitrittswunsch der Türkei wird die derzeitige EU nachdrücklich darauf verwiesen, dass sie sich über ihre Identität und ihre letztliche Gestalt klarer werden muss und auch die wirtschaftlichen und politischen Ziele des Zusammengehens in einer globalen Welt mehr reflektieren sollte, anstatt sich in kleinlichen Aufrechnungen von Ein- und Auszahlungen zu verlieren. Mit einem Ausblick auf mögliche „Zukünfte“ der EU schließt das Buch.
Insgesamt ist es ein lesenswertes Buch: Fundiert, kritisch und didaktisch klug werden die Leser durch die Theorie und die Praxis der Europäischen Integration begleitet.
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am 20. November 2013
Zu empfehlen für jeden mit einem Interesse für wirtschaftspolitische Zusammenhänge. Besonders das Thema EU wird kritisch und unter nicht immer medientreuen Gesichtspunkten beleuchtet.
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