Den Autoren, welche anscheinend abwechselnd die versch. Kapitel des Buches verfaßten, kann man eines nicht in Abrede Stellen, ihr umfangreiches Fachwissen. Dieses bringen sie im Buch dem Leser auch detailliert nahe, doch das Problem ist WIE sie das tun.
Erster Kritikpunkt:
Der geneigte Leser wird schon nach kurzer Lesezeit mit Fußnoten konfrontiert , die teilweise bis zu 3/4 einer Buchseite füllen (und es gibt wirklich sehr viele Fußnoten). Damit kann man doch nicht mehr von Fußnoten sprechen! Falls die Thematik wichtig ist, so soll sie sich bitte im "Standard"-Text wiederfinden.
Zweiter Kritikpunkt:
Im Buch wird der Leser mit den verschiedensten Formeln konfrontiert. An sich nichts ungewöhnliches doch ist auffällig das vor allem in den später Kapiteln einige Variablen i.d. Formeln nicht erläutert werden. Mag sein, dass dem(n) fachkundigen Autor(en) der betreffenden Kapital dies nicht auffiel oder sie hier einfach Grundwissen (<-nicht definierbar) voraussetzen. Für ein seriöses FACHBUCH, das sich an der englischen Konkurrenz messen möchte, ist dies jedoch unverzeihlich und für studentische Leser oftmals ein Problem (die wollen es nun mal genau wissen!).
Dritter Kritikpunkt:
Ein weiterer Punkt der hier nicht verheimlicht werden soll, ist das "umständliche" Deutsch der Autoren, das dem Lesefluss äußerst abträglich ist. Selbst Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki hätten hier oftmals Probleme. So verwenden die Autoren häufig (und sicherlich wichtige) Fachbegriffe (z.B. Volatilität) doch werden die meistens weder im lückenhaften Glossarium, noch als Fußnote (hier wäre es sicher sinnvoll) für ein besseres Verständnis erläutert.
Wie gesagt, für ein Fachbuch das sich mit der engl. Konkurrent mißt, sicher ein GROSSES Minus. Da jene sich vor allem durch ihre gute Lesbarkeit und Verständlichkeit auszeichnen verbunden mit der Vermittlung von Fachwissen.
Empfehlung deshalb: Wer Fachwissen über die Europ. Geldpolitik benötigt sollte zu diesen Buch auch die englischsprachige Konkurrenz hinzuziehen.