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Europäische Esskultur: Eine Geschichte der Ernährung von der Steinzeit bis heute
 
 
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Europäische Esskultur: Eine Geschichte der Ernährung von der Steinzeit bis heute [Taschenbuch]

Gunther Hirschfelder
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Broschiert EUR 19,90  
Taschenbuch, 20. August 2001 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 328 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (20. August 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593368153
  • ISBN-13: 978-3593368153
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,7 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 728.644 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Gunther Hirschfelder
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Essen muss der Mensch. Aber was er zwecks Lebenserhalt oder auch des Genusses willen zu sich nimmt, ist äußerst variabel beim Homo sapiens, diesem Allesfresser. Um so deutlicher zeichnet sich im Was und Wie der Nahrungsaufnahme kultureller und gesellschaftlicher Einfluss ab. Wie entscheidend die Esskultur sogar die Menschwerdung beeinflusst hat, zeigt sich am Zusammenhang zwischen der Entdeckung des Feuers und der Sprachentwicklung: Weil gebratenes Fleisch leichter zu kauen und zu verdauen ist, konnte sich das Gebiss des urzeitlichen Gourmets verkleinern, wodurch der Mund zum Artikulieren von Sprache tauglicher wurde.

Der Historiker und Volkskundler Gunther Hirschfelder hat sich viel Mühe gemacht, den Speiseplänen und Esssitten von der Steinzeit bis heute nachzuspüren, erhellende Entwicklungslinien und Zusammenhänge sichtbar zu machen. Da wird beispielsweise deutlich, dass nicht unbedingt von einer stetigen Höherentwicklung unserer Esskultur ausgegangen werden kann. Manche Errungenschaften wie der Gebrauch differenzierter Esswerkzeuge oder die soziale Bedeutung der gemeinsamen Mahlzeit sind in unserer Imbiss- und Fastfood-Kultur erheblich in Gefahr.

Spannend auch die Erkenntnis, dass Essen seit den Zeiten der alten Ägypter und Griechen, denen wir sozusagen die Basisrezepte für die europäische Küche verdanken, stets mit gesellschaftlichem Status zu tun hatte. Und mit politischer Macht: von den Brot-und-Spiele-Programmen der Römer über die diversen Fastengebote der katholischen Kirche bis zu den Bemühungen um einen gesund ernährten Volkskörper im 3. Reich. Die Nationalsozialisten mussten aber auch erfahren, was eine der Haupterkenntnisse dieses spannenden Streifzugs durch die Europäische Esskultur ist: "Die historische Betrachtung zeigt, dass die Nahrungssysteme auf Neuerungen prinzipiell schwerfällig reagieren, dass die Menschen bestrebt sind, am Bewährten festzuhalten". Aus diesem Grund konnte selbst die Gründung eines "Reichsvollkornbrotausschusses" im Jahre 1939 die Lust der Deutschen auf Weißbrot nicht entscheidend vermindern.

Ein ungeheuer interessantes Thema, in das man hier kompetent und mit vielen Abbildungen eingeführt wird. Der Balanceakt zwischen wissenschaftlicher Fundiertheit und Lesbarkeit gelingt dem Autor zufrieden stellend. Das einzige was man als Leser wirklich bedauert -- dass nach 250 Seiten schon Schluss ist. Besonders im letzten Kapitel lässt einen die Knappheit und Überblicksartigkeit der Darstellung unbefriedigt zurück. Der tief greifende Wandel der letzten Jahrzehnte -- Tiefkühl- und Fertiggerichte, Fastfood- und Imbisskultur, Functional- und Designerfood, Essstörungen und Fettleibigkeit, der Trend zu internationalen Küchen, die neue Orientierungslosigkeit angesichts der Warenfülle, etc. -- kann auf gerade mal 20 Seiten nur kurz angerissen werden. Sehr schade. --Christian Stahl

Pressestimmen

31.01.2002 / Süddeutsche Zeitung: Nicht mit dem Tischtuch kratzen! "Ein fundiertes Nachschlagewerk, das ungewohnte Blickwinkel erlaubt."

01.03.2002 / Damals: Wandelbarer Geschmack "Hirschfelder hat ein informatives und lesenswertes Buch vorgelegt."

18.04.2004 / ZDF.de: Cooking "Wer die Ernährungskultur der Gegenwart verstehen will, der muss einen Blick in die Vergangenheit werfen."

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
In seinem Buch Europäische Esskultur" behandelt Gunther Hirschfelder soziale und kulturelle Rahmen im Hinblick auf Essverhalten und Nahrungsauswahl. Das Buch ist nach historischen Epochen gegliedert und folgt diesen im chronologischen Verlauf. Beginnend mit den ägyptischen Hochkulturen, der griechischen Antike und dem Zeitalter des Römischen Reiches beleuchtet Hirschfelder dann Mitteleuropa zu den Zeitaltern Mittelalter und Neuzeit.
Hirschfelder beruft sich teils auf eigene Arbeiten zitiert aber auch eine große Zahl von Arbeiten anderer Autoren. Das Buch ist verständlich und übersichtlich geschrieben und erfordert keine Vorkenntnisse.
Trotz der Gliederung nach historischen Epochen, ist die Chance, eine Art von Evolution des Essverhaltens erkennen zu können, dem Leser nicht gegeben, da die einzelnen Kapitel stets verschiedene Aspekte behandeln. Ferner werden wichtige Kenntnisse anderer Autoren zu diesem Thema nicht berücksichtigt. Zahlreiche inhaltliche Schwächen trüben das Lesevergnügen und werfen mehr Fragen auf, als dass sie beantwortet würden.
Hirschfelder selbst betont oft die schlechte Informationslage auf seinem Arbeitsgebiet. Vor diesem Hintergrund erscheinen manche Stellungnahmen als allzu pauschalisiert, manchmal schlicht trivial und nicht selten münden seine Aussagen in Widersprüche. Manche Stellungnahmen sind nicht ausreichend mit Zitaten untermauert und nicht selten erscheinen sie schlecht, zumindest oberflächlich und unvollständig, recherchiert und reflektiert.

[So erfährt der Leser, Fleisch, Agrarerzeugnisse, Garten- und Sammelfrüchte waren die wichtigsten Nahrungsmittel" im frühen Mittelalter (S.99). Solche Behauptungen sind trivial denn diese Nahrungsmittel waren seit der Sesshaftigkeit des Menschen stets Grundnahrungsmittel.
Hirschfelder behauptet, der stete Mangel war das Kennzeichen des Frühmittelalters schlechthin" (S. 104) um anschließend (S. 105) darzustellen: gab es einen zeitweiligen Überschuss an Nahrungsmitteln". Im Kapitel zum Hochmittelalter: und das Fleisch verdrängte das Getreide als Hauptkalorienlieferant" (S. 117) um danach zu berichten denn vielerorts wurde der Verzehr großer Fleischmengen zum Privileg der Reichen". Ähnlich widersprüchlich schreibt er zum frühen Mittelalter: Fleisch stand im Zentrum der Ernährung" (S. 99) um anschließend zu widerlegen trotz des hohen Fleischkonsums bildete das Getreide doch das Rückgrat der frühmittelalterlichen Nahrungsversorgung".
Im Kapitel zum frühen Mittelalter, wirft Hirschfelder die scheinbar eigentümlich Frage auf, dass der Schwan nicht als Nahrungsmittel überliefert ist. Dabei wird nicht genannt, dass der Schwan keine einheimische Vogelart ist und der Leser erfährt nicht, wann diese Art Mitteleuropa überhaupt erreichte.
Zum Hochmittelalter zieht der Autor zahlreiche, oft allzu dürftige Schlussfolgerungen aus der Analyse eines einzigen Bildes (S. 130). Doch ein Abgleich mit anderen Quellen versäumt er, sodass seine Aussagen als fragwürdig und unkritisch erscheinen.
Weitere Unklarheiten, Oberflächlichkeiten und Widersprüche ziehen sich durch die anderen Kapitel]

Europäische Esskultur" behandelt ein sicherlich sehr spannendes und wichtiges Thema. An manchen Stellen erfährt der Leser tatsächlich einige interessante Aspekte von Ernährungskultur, die sich von der heutigen deutlich unterscheidet und beeinflusst so das Bewusstsein. Doch bleibt aufgrund der genannten, meiner Meinung nach gravierenden Schwächen kein positiver Eindruck zurück, sodass ich dieses Buch nicht weiterempfehlen kann.

Raphael Mainiero
War diese Rezension für Sie hilfreich?
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein guter Überblick 12. April 2005
Format:Taschenbuch
Dieses Buch gibt uns einen geschichtlichen Überblick über die Ernährung im Wandel der Zeiten. Dieser Überblick umfasst einen großen geografischen Bereich, nämlich ganz Europa plus Ägypten, und deckt etliche Jahrtausende ab. Angesichts dieses thematischen Umfangs kann das Buch nur einen Überblick bieten, und sich nicht mit Details beschäftigen. Es ist also ideal für Einsteiger in diese Materie geeignet.

Schwerpunkt des Buches ist die grundlegende Ernährung der Menschen im Laufe der Zeit. Kulinarische Details, wie die Entstehung der Landesküchen oder die Entwicklung der Kochkunst, werden nicht behandelt. Auch die Entwicklung der Gastronomie ist kein Thema. Das Buch beleuchtet die Esskultur aus der Sicht des Historikers und Soziologen, nicht aus der Sicht eines Gourmets.

Die Quellenlage ist vor allem für frühere Zeiten sehr schlecht. Hier fällt sehr positiv auf, dass Gunther Hirschfelder - im Gegensatz zu manchen anderen Autoren - nicht fehlende Fakten durch Vermutungen ersetzt. Er schreibt präzise, ist außerordentlich kenntnisreich und verirrt sich nie in Spekulationen. Das Buch ist ausgesprochen lesenswert.

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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Im Dschungel der Informationen, der Zusammenschauen von Skurrilitäten und der vielen Spezialuntersuchungen findet man sich kaum mehr zurecht, weil offenbar kaum jemand mehr willens ist, Überblicksdarstellungen zu bieten. Nun liegt aber mit dieser Studienausgabe ein solcher Überblick vor, der nicht nur fundiert ist und umfangreiche Verweise auf die Forschungsliteratur bietet, sondern der auch klar geschrieben ist, differenziert und witzig. Handel es sich also um eine wissenschaftliche historische Gesamtschau? Natürlich nicht, denn, das weiß auch der Autor, gut 300 Seiten sind dafür zu wenig! Wir haben doch immerhin einen klaren Überblick vor uns liegen, nach Epochen gegliedert, behutsam interpretierend, eine klassische Kulturgeschichte, gleichzeitig aber eine Sozialgeschichte des Essens, nicht nur der Nahrungsmittel, sondern der NahrungsAUFNAHME. Weil sich das Buch für einen ganz großen Leserkreis ebenso eignet wie für mich als lehrende und ausbildende Naturwissenschaftlerin oder für Studierende, Lehrer und Journalisten, aber auch für interessierte Laien verständlich ist, gebe ich klare fünf Sterne!
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