Ich bin zwar kein ausgesprochener LKW-Fan, aber ich spiele gern Fahrsimulatoren aller Art und so bestellte ich mir aus einer Laune heraus den 'Euro Truck Simulator' und den Großen Bruder 'American Long Haul' gleich mit.
Die Grafik:
Wenn man die 18 Wheels of Steel-Reihe mal angezockt hat fällt einem sofort auf das die Grafik deutlich besser geworden ist (auch gegenüber Long Haul). Ich spiele auf einem 22" Monitor, und obwohl die größtmögliche Auflösung mit nur 1024x768 Pixeln schon recht veraltet ist sieht alles durchaus ganz hübsch aus. Das Bild wirkt auch nicht so gestretcht wie bei Long Haul. Die Breitbildunterstützung von 848x480 kann man dagegen vergessen, außer man hat einen ziemlich kleinen Laptop
Die Steuerung:
Finde ich recht gut gelungen, man hat die Möglichkeit mit der Maus zu lenken wodurch man wunderbar geschmeidig über die Autobahnen kurven kann. In den (recht klein geratenen) Städten allerdings brauche ich die Maus um in die Rückspiegel (sehr realistisch) und aus den Seitenscheiben zu gucken damit ich keinen Unfall baue. Hier muß man also jedesmal die Steuerung umstellen oder ein Lenkrad kaufen, aber ob man dann die Maus noch benutzen kann weiß ich nicht.
Das Spiel:
Die LKW's und Anhänger sehen super aus und auch die Landschaft ist recht ansprechend gestaltet. Die LKW's haben nicht die original Namen aber das kann man verschmerzen da man gut sieht um was für ein Modell es sich handelt. Allerdings ist die Auswahl an LKW's ziemlich gering und es gibt auch keine gebrauchten LKW'S zu kaufen.
Was mich aber noch mehr nervt ist das es nur sehr wenige unterschiedliche Anhänger gibt. Egal ob man Eier, Mehl oder Hülsenfrüchte fährt, es steht fast überall 'Eurogoodies' auf dem Hänger. Mit der Zeit wird es recht Langweilig immer mit dem selben Hänger rumzufahren - das fand ich bei Wheels of Steel deutlich besser gelöst.
Kommen wir zum Verkehr: Dieser ist in ausreichendem Maße vorhanden und es sind auch durchaus bekannte Fahrzeugmodelle die hier eingesetzt wurden. In der Regel fahren die KI-Fahrer ziemlich rücksichtsvoll, außer man meint nicht in den Rückspiegel schauen zu müssen dann kracht's schon mal. Insgesamt ist der Verkehr weniger nervend als in Long Haul, wo ich schon angefangen habe auf der Standspur zu überholen um nicht ständig im Stau zu stehen.
Mein größter Kritikpunkt ist die Karte. Konnte man bei Wheels of Steel von Anfang an ein riesiges Land beliefern (die USA), so muß man hier jedes europäische Land einzeln freischalten. Dazu kommt das man hier deutlich weniger verdient als in WOS. Man ist also geneigt, immer und immer wieder die selbe Strecke mit den selben Anhängern zu fahren um genügend Geld zum Freischalten zu verdienen.
Die Landschaft ist wie oben erwähnt eigentlich recht schön gestaltet, aber für die Größe der Karte gibt es infach zu wenig Straßen. Pro Land gibt es nur 2-3 verschiedene Städte (in Deutschland sind das Berlin, Frankfurt und München) und die Autobahnen haben auch nicht grade den Originalverlauf. Immerhin kam ab dem Patch 1.3 England dazu, wo man mit der Fähre übersetzen muß was ich recht nett gemacht finde.
Offenbar wurde einfach nur der Maßstab der USA-Karte auf Europa übertragen. Ich finde bei einer so kleinen Karte hätte man sich wirklich mehr Mühe geben können, zudem stören oft Details das Perfektionistenauge: In Deutschland hat man nunmal Ein- und Ausfädelspuren und auch Tankstellen haben eine richtige Ausfahrt!
Naja genug gemeckert, trotz aller Kritikpunkte bekommt der Euro Truck Simulator von mir 4 Sterne. Gemessen am Kaufpreis bietet er jede Menge Spielspaß für alle Möchtegern-Trucker und zumindest vom Fahrgefühl und von der Grafik her ist mir in diesem Genre kein besseres Spiel bekannt.